Startpunkt: Die zwischen Bielefeld und Herford pendelnden Busse halten an der Haltestelle direkt gegenüber der Radstation. Die Hinweise darauf werden mitunter als zu klein kritisiert. - © Eike J. Horstmann
Startpunkt: Die zwischen Bielefeld und Herford pendelnden Busse halten an der Haltestelle direkt gegenüber der Radstation. Die Hinweise darauf werden mitunter als zu klein kritisiert. | © Eike J. Horstmann

Herford/Bielefeld Unterbrochene Bahnstrecke: Probleme beim Ersatzverkehr Richtung Herford

Bauarbeiten: Die Bahnstrecke zwischen Herford und Bielefeld ist seit Mittwoch teilweise und jetzt am Wochenende komplett unterbrochen. Die stattdessen angebotene Verbindung mit Bussen läuft holprig an


Herford/Bielefeld. Vera (Name geändert) eilt am Boulevard direkt hinter dem Bielefelder Hauptbahnhof von einem weißen Bus zum nächsten. Die Kapuze ihres Parkas hat sich die junge Frau tief ins Gesicht gezogen, trotzdem linst sie immer wieder nach oben auf die Anzeigen der Busse: Kaffeetasse. Der Fahrer hat Pause. Aber vielleicht weiß er ja was. Vera fragt ihn, von wo die Schienenersatzbusse nach Herford fahren. Der Mann würde gerne helfen. Bloß kann er nicht. Keine Bahnverkehr von Freitag bis Montag  Seit Mittwoch sind bereits zahlreiche Zugverbindungen zwischen Herford und dem Bielefelder Hauptbahnhof gesperrt (die NW berichtete). Seit Freitagabend, 22 Uhr, ist der ostwestfälische Verkehrsknotenpunkt wegen des anstehenden Umbaus von Oberleitungen bis Montagfrüh, 4 Uhr, komplett vom Bahnverkehr in Richtung Kreis Herford und auch in Richtung Süden abgeschnitten (siehe Info-Kasten). Immer wieder fragten sich zum Beginn der Beeinträchtigungen Pendler und Reisende bei den Busfahrern des Schienenersatzverkehrs durch, berichtet ein Fahrer. Nach dem Bus nach Herford werde besonders häufig gesucht. Auskunft konnte er nicht geben. Eine ähnliche Erfahrung machte auch der Herforder Alexander Kickert, der in der anderen Richtung unterwegs war. "Es lief nichts gut und nichts wirklich rund", berichtet Kickert. Am Herforder Bahnhof seien am ersten Tag des Schienenersatzverkehrs nur spärlich Informationen verfügbar gewesen, zudem hätten die Busse nach Bielefeld keine deutliche Beschilderung gehabt. Problematische Beschilderung der Haltestellen   Das habe besonders dann zu Schwierigkeiten geführt, wenn an der Haltestelle ein Linienbus gestanden hätte und der Ersatzbus zunächst in zweiter Reihe an den Wartenden vorbeigefahren sei. "An den Seiten waren Hinweise wie Quelle oder Brackwede", sagt Kickert. "Nur im Frontbereich stand die Zielangabe Bielefeld Hbf, und das bekamen längst nicht alle Fahrgäste mit." Die Folge sei gewesen, dass letztlich ein Gelenkbus mit 90 Plätzen mit nur einem einzigen Fahrgast an Bord Richtung Bielefeld gefahren sei. Dort suchte wiederum Vera weiter ihren Bus, gleichwohl sie sich - wie mehrere fuchsiafarbene Schilder, die auf den Schienenersatzverkehr hinweisen - durchaus am richtigen Ort befand. "Die Situation überrascht mich", sagt Vera. Sie habe sich vor der Abfahrt auf der Website der Deutschen Bahn über die Verbindung informiert, vor Ort sei jedoch alles anders. "Die Anschlüsse passen überhaupt nicht", klagt sie: "Und ich soll anderthalb Stunden in Herford warten." Und von ebendiesem Bus, der sie nach Herford bringen soll, ist nach wie vor nichts zu sehen. Ob die junge Frau zufällig mit Alexander Kickert auf den gleichen Bus wartete? Möglich ist es, denn auch der Herforder wartete auf dem Rückweg aus Bielefeld zunächst vergeblich auf den Ersatzbus. Zwei von den inzwischen aufgetauchten Bahn-Mitarbeitern angekündigten Abfahrtzeiten verstreichen, dann taucht ein Bus auf und fährt - nach kurzem Stopp - nach Herford. "Wie gehabt mit zwei, drei Fahrgästen", sagt Kickert, der dann sieht, wie ein verspäteter Regionalexpress an dem Bus vorbei rauscht. Nach einer knappen halben Stunde Fahrt erreicht der Bus dann das Ziel, "rund acht Minuten nach dem RE 6", moniert Kickert. Die Chance, dass am Samstag oder am Sonntag ein Zug den Schienenersatzverkehr überholt, ist durch die komplette Sperrung der Strecke zwischen Herford und Bielefeld ausgeschlossen. Informationen erhalten Reisende durch die auch in Herford am Bahnhof von 6 bis 23 Uhr bereitstehenden Mitarbeiter, die in der Bahnhofshalle an ihren ebenfalls fuchsiafarbenen Westen leicht erkennbar sind. Die Busse des Schienenersatzverkehrs fahren frühmorgens stündlich, im späteren Verlauf des Tages mehrmals pro Stunde in Richtung Bielefeld. Laut der Deutschen Bahn wird, nachdem die Sperrung der Strecke am frühen Montagmorgen aufgehoben wurde, um 5.09 Uhr der erste Zug Herford in Richtung Süden verlassen.

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