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Gesucht und gefunden: Stand-up-Comedian Joanna Steinmann aus Porta-Westfalica und Malerin Gabi Köhler aus Löhne überlegen sich, wie sie zusammenarbeiten können. Ausstellungseröffnungen wären eine Gelegenheit. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Gesucht und gefunden: Stand-up-Comedian Joanna Steinmann aus Porta-Westfalica und Malerin Gabi Köhler aus Löhne überlegen sich, wie sie zusammenarbeiten können. Ausstellungseröffnungen wären eine Gelegenheit. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Kreis Herford/Kreis Minden-Lübbecke Kulturschaffende präsentieren ihre Werke, Initiativen und Museen

Die Beteiligten kamen aus den Kreisen Herford und Minden-Lübbecke. Man lernte sich kennen und verabredete Zusammenarbeit

Frank-Michael Kiel-Steinkamp
12.01.2019 | Stand 14.01.2019, 19:36 Uhr

Kreis Herford/Kreis Minden-Lübbecke. Mehr als 130 Kulturschaffende, von der Bildhauerin bis zum Waschbrettmusiker, präsentierten sich am Freitagnachmittag im Herforder Kreishaus, um untereinander Kontakte zu knüpfen, Anregungen zu bekommen und gemeinsame Veranstaltungen und Projekte ins Auge zu fassen - und das über die Grenze zwischen den Kreisen Minden-Lübbecke und Herford hinweg. Die eine oder andere Idee wurde schon geboren. So überlegen die Stand-up-Comedian Joanna Steinmann aus Porta-Westfalica und die Malerin Gabi Köhler aus Löhne, wie sie ihre Kreativität gemeinsam nutzen können. Ausstellungseröffnungen der einen wären eine Gelegenheit für einen Auftritt der anderen. Die Kulturbörse ist das jüngste Kind der gemeinsamen Kulturentwicklungsplanung der Nachbarkreise. Es gab kein festgelegtes Programm. Jeder präsentierte sich an einem eigenen kleinen Stand über zwei Etagen im Lichthof und in Sitzungszimmern des Kreishauses. »Kulturplanung soll nicht nur auf dem Papier stattfinden« Wer als Einzelkämpfer angereist war, musste seinen Stand hin und wieder verlassen, um alles sehen zu können. Der Künstler Detlev Schmidt holte Kulturschaffende für Kurzinterviews auf die Bühne im Kreishaus-Foyer. Das erschwerte Gespräche in Teilen der oberen Etagen, etwa am Stand der Webgemeinschaft aus dem Petershäger Dorf Ilse. Das lässt sich bei einer Wiederholung der Veranstaltung sicher ändern, und die Damen mit den Webstühlen fanden dennoch das Interesse etwa der Aktiven des Heimatmuseums Vlotho. Die Vlothoer redeten auch mit den Hiddenhauser Holzhandwerkern über eine gemeinsame, überregionale Öffentlichkeitsarbeit der Museen. Darüber hinaus fanden sie Gefallen am "Kleinen Theater Rehme". Eine Zusammenarbeit scheint mit dem Bad Oeynhauser Zimmertheater möglich. "Es ist ein Anfang und ein Experiment", sagte Landrat Jürgen Müller, der das vom Land unterstützte Projekt einer interkommunalen Kulturentwicklungsplanung im Mai 2018 mit seinem Mindener Kollegen Ralf Niermann auf den Weg gebracht hatte. "Die Planung soll nicht nur auf dem Papier stattfinden. Die Kulturbörse wird kein vollständiges Bild zeichnen", sagte Müller. Er habe aber eine große Vielfalt wahrgenommen. Vorsitzender des Kreis- Schul- und Kulturausschusses meint: "Coole Sache" Der Vorsitzende des Herforder Kreis-Schul- und Kulturausschusses, Michael Schönbeck, freute sich, Künstler wie den Waschbrettspieler Wolfgang Voss kennenzulernen, weil er nicht nur Konzerte gibt, sondern auch in Schulen geht und mit den Kindern Musikinstrumente baut. "Coole Sache", meinte der Politiker. Zur Vielfalt trugt auch Sandra Faryna aus Herford bei. Sie ist Grundschullehrerin in Lippinghausen und macht seit zwölf Jahren Kindermusik. Mit "Fit von klein auf an" und einer entsprechenden CD fing es an. Ihr neustes Projekt ist eine CD zur Sicherheit im Straßenverkehr. Bei Auftritten stehen ihr zwei Handpuppen als Partner zur Seite. Für die Malerin Chris Sommer aus Bünde ist der Reiz der Kulturbörse, mit anderen Künstlern zusammen zu kommen: "Ich interessiere mich ja nicht nur für Malerei." So kam sie mit Standnachbarin Lieselotte Wüllner ins Gespräch, die mit Speckstein arbeitet und selbst aus Interesse an Menschen und der Vielseitigkeit der Kunst aus Löhne angereist war.

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