Spende: Die Löhner Großfamilie steht zusammen mit Branko Kreinz (r.) vor Körben voller Lebensmittel, die die Initiative gesammelt und kurz vor Weihnachten vorbeigebracht hat. - © Herforder für Herford
Spende: Die Löhner Großfamilie steht zusammen mit Branko Kreinz (r.) vor Körben voller Lebensmittel, die die Initiative gesammelt und kurz vor Weihnachten vorbeigebracht hat. | © Herforder für Herford

Löhne/Herford Vater weg: Eine Löhner Familie kämpft ums Überleben

Seit der Trennung von ihrem Mann kann eine Mutter von sieben Kindern kaum das Nötigste bezahlen. Die alleinerziehende Löhnerin ist auf Spenden angewiesen

Löhne/Herford. Eine Trennung ist nie leicht. Schwieriger wird es, wenn Kinder involviert sind. Ein aktueller Fall aus Löhne jedoch zeigt, wie schnell die Situation dramatisch werden kann. Melanie Schmidt (Name von der Redaktion geändert) ist alleinerziehende Mutter von sieben Kindern. Anfang Dezember haben sie und ihr Ehemann sich getrennt. Schmidt lebt mit den Kindern im Alter von sechs Monaten bis zehn Jahren weiter in einem Haus in Löhne. Die Miete dafür kann sie alleine kaum bezahlen. Vom Eltern- und Kindergeld versucht sie, das Nötigste für ihre Kinder zu kaufen. „Es fehlt an allem", sagt sie. 1.000 Euro benötigt Schmidt zusätzlich jeden Monat für Lebensmittel, dazu kommt die Rate fürs Auto, Sprit, Strom, Versicherungen und Essensgeld für die drei schulpflichtigen Kinder. „Ich sammle einen riesen Schuldenberg an", sagt sie. Die Familie ist auf Spenden angewiesen. Unterstützung erhält sie von der Initiative „Herforder für Herford" von Branko Kreinz. Fast jede Woche kommt der ehrenamtliche Helfer mit Boxen voller Sachspenden vorbei. Doch es reicht nicht. Matratzen, Möbel, Lebensmittel, Spielsachen, Schulmaterialien: "Es fehlt an allem" „Sie bricht zusammen, wenn sie nicht bald Hilfe bekommt", sagt Kreinz. „Wir tun vieles wirklich gerne, aber irgendwann sind die Kapazitäten erschöpft." Die Großeltern der Kinder können Schmidt nicht unterstützen, „gemeinsame Freunde wenden sich ab". Ihr Noch-Ehemann „will für die Kinder da sein, aber er kann diesen Monat nicht zahlen", sagt sie. „Versuchen tut man alles, aber es ist nicht möglich", bestätigt der Vater. „Die Kinder gehen mir über alles und sollen darunter nicht leiden, viel mehr als der Mindestsatz geht aber leider nicht." Und so steht Melanie Schmidt vor einer unmöglichen Aufgabe. Sie benötigt Matratzen, Möbel für die Kinderzimmer, Lebensmittel, Spielsachen, Hygiene- und Putzartikel, Windeln und Schulmaterialien. Besonders wichtig sei auch eine große Industriewaschmaschine, denn am Tag stellt Schmidt rund acht Wäschen an. „Die läuft nonstop." Initiator hofft darauf, dass die Mutter schnell Hilfe bekommt Bei der Kinderbetreuung kann die alleinerziehende Mutter ebenfalls Hilfe gebrauchen, denn Arztbesuche oder Termine bei Ämtern werden mit sieben Kindern schnell zum Problem. Zusätzlich fehlt eine Hausaufgabenbetreuung im Fach Mathematik für die älteste Tochter. „Wir wollten dieses Jahr eigentlich bauen", sagt Schmidt. Jetzt ist sie auf der Suche nach einer neuen Bleibe für ihre Großfamilie. Weil sie die Miete im Januar nicht bezahlen kann, hat sie Angst vor einer Kündigung durch ihren Vermieter. „Mein größter Wunsch ist, dass sie aus dem Haus rauskommen", sagt ihr Noch-Ehemann. Auch Branko Kreinz befürchtet, dass die Familie sonst bald auf der Straße sitzen könnte. „Wenn wir nicht hier wären, würde die Familie nicht überleben. Wie soll man das ohne Hilfe organisieren", fragt er. Kinderbetreuung und Haushalt laufen von 5 bis 24 Uhr Zeit, um eigenes Geld zu verdienen, hat Schmidt nicht. Sie hat Arbeitslosengeld II beantragt. Die Kinder unbeaufsichtigt lassen, kommt nicht infrage. „Selbst wenn die Arbeit vor der Tür ist, würde es nicht gehen", sagt auch Kreinz. Die alleinerziehende Mutter steht gegen 5 Uhr auf und ist den Rest des Tages mit der Verpflegung der Kinder und dem Haushalt beschäftigt. „Vor 24 Uhr komme ich nicht zur Ruhe", sagt sie. Sobald ihre jüngste Tochter drei Jahre alt ist, will Schmidt wieder arbeiten gehen. Denn erst dann hat sie einen Anspruch auf Wohngeld. Ausgezahlt wird dieses als Mietzuschuss, es muss also ein Einkommen vorhanden sein. „Wenn jeder ein bisschen was dazu gibt, tut das niemandem weh", sagt Kreinz und hofft darauf, dass die alleinerziehende Mutter bald Hilfe bekommt. „Sie kämpft nicht nur für sich, sondern auch für die Kinder."

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