Imposantes Bild zum Auftakt: Unterstufenchor und Chor singen "Macht hoch die Tür", und die Gemeinde singt mit. - © Ralf Bittner
Imposantes Bild zum Auftakt: Unterstufenchor und Chor singen "Macht hoch die Tür", und die Gemeinde singt mit. | © Ralf Bittner

Herford Vorweihnachtliche Vorfreude beim KMG-Konzert

Ensembles, Chöre, und Solisten präsentieren in der Marienkirche ein Konzert, in dem neben vorweihnachtlicher Freude auch Platz für zwei Abschiede ist

Ralf Bittner
17.12.2018 | Stand 16.12.2018, 21:29 Uhr |

Herford. Mit "Macht hoch die Tür", im Wechsel von Unterstufenchor, Gemeinde und dem von Andreas Bock geleiteten Chor gesungen, begann das Weihnachtskonzert des Königin-Mathilde-Gymnasiums in der Marienkirche. Mit "Morgen kommt der Weihnachtsmann", Vom Himmel hoch" und "Ihr Kinderlein kommet" nahm das Orchester der Klasse 6 die Stimmung der freudigen Erwartung auf. Einen Extra-Applaus gab's für das Cello-Solo von Tabea Barke, eine Musikerin, deren Füße beim Spielen noch nicht bis zum Boden reichen. "Sie wollte unbedingt ein Solo spielen", sagte Johannes Tiemann, Leiter von Orchester und Klassenorchester: "Und wenn ein Talent da ist, soll es auch strahlen dürfen." Mit "Hosianna", dem "Marsch der Könige" und dem Spiritual "This little Light of Mine" nahm der von Sigrid Krome geleitete Unterstufenchor die von Vorfreude getragenen Stimmung mit klaren Stimmen in schönen mehrstimmigen Arrangements auf. Das Orchester präsentierte sich bei Joseph Haydns Ouvertüre zu "Il Modo della Luna" pointiert, klar und leicht, später bei Wolfgang Amadeus Mozarts "Die Schlittenfahrt" kam noch ein Schuss Verspieltheit dazu: mit der Klarinette übernahm Anna Sophie Schmilgun den von Mozart vorgesehenen Part der Spielzeugtrompete. Dass sie auch ganz anders kann, hatte sie zuvor als Solistin mit dem 2. Satz Adagio aus der Premiere Sonate Francoise Deviennes gezeigt. Ein Beitrag, der mit viel Applaus bedacht wurde, ebenso wie der spanische "Danza Mora", eine sich stetig im Tempo steigernde Volksweise, virtuos vorgetragen vom Duo Johanna Hagel (Cello) und Simon Volmer (Gitarre). Der Chor hatte Volkslieder wie "Lieb Nachtigall, wach auf!" oder das Spiritual "Ain?t that a rocking" mitgebracht und zeigte so die Spannweite seines Repertoires. Der Bläserkreis hatte vorher gezeigt, dass sich über "Stille Nacht" trefflich improvisieren lässt. Später musizierten Chor und Orchester gemeinsam Johann Michael Haydns Choral "Omnes de Saba venient", bevor Orchester, Bläserkreis und Chöre gemeinsam mit der Gemeinde den Gloria-Kanon anstimmten. Dabei standen die Sänger im Kreis um die dicht besetzten Stühle im Mittelschiff der Kirche und machten so die verbindende Kraft der Musik auch sinnlich erfahrbar. Erstmals dabei war ein Soloensemble der Q2, also den angehenden Abiturienten. Begleitet von Alexander Bitner am Klavier, beschenkten sie sich und das Publikum bei ihrem letzten Auftritt bei einem Weihnachtskonzert mit dem getragenen "Cerf Volant" aus dem Film "Les Choristes", einem Lied, in dem es um das Loslassen können und die Hoffnung auf ein Wiedersehen geht. Mit "Irish Blessing", einem irischen Reisesegen, verabschiedeten alle Sänger und die Instrumentalisten Sigrid Unselt-Koch. Die Lehrerin geht Anfang kommenden Jahres in den Ruhestand und war über viele Jahre guter Geist und organisatorisches Rückgrat von Chören und Ensembles vom Kartenvorverkauf bis zur Begleitung auf den Chorreisen. Die findet auch 2019 wieder statt und wird Richtung Masuren in Polen führen.

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