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Am Glockenspiel: Diego Niemann, Anna Berghaus und Ralf Kaireit präsentieren ihr Plakat zu der Aktion "Kein Plastik", auf dem Herforder Weihnachtsmarkt. - © Beriwan Ali
Am Glockenspiel: Diego Niemann, Anna Berghaus und Ralf Kaireit präsentieren ihr Plakat zu der Aktion "Kein Plastik", auf dem Herforder Weihnachtsmarkt. | © Beriwan Ali

Herford So soll auf dem Weihnachtsmarkt Plastikmüll vermieden werden

"Save Nemo" kümmert sich jetzt neben der Rettung von Korallenriffen auch um einen reduzierten Plastikverbrauch auf dem Herforder Weihnachtsmarkt

Beriwan Ali
12.12.2018 | Stand 11.12.2018, 20:24 Uhr

Herford. Ein weihnachtlicher Zimtgeruch liegt über dem Weihnachtsmarkt auf dem Alten Markt und erinnert an Spekulatius und Glühwein. Auf dem Boden finden sich hingegen Störenfriede, die die festliche Stimmung trüben: Becher oder Teller liegen dort, Plastikmüll, Tüten, Strohhalme und Verpackungen - alles Dinge, die Menschen achtlos auf den Boden werfen und verschwenderisch benutzen. "Die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll ist etwas, das viele Menschen unterschätzen", sagt Diemo Niemann, Gründer von der Organisation "Save Nemo", die sich vor allem mit der Rettung von Korallenriffen in den Weltmeeren beschäftigt. In Herford setzt sich der hier ansässige Verein gegen den Verbrauch von Plastik ein. Schon in den Sommermonaten hatte Niemann im "Aloha-Beachclub" Werbung für die Aktion "Kein Plastik" gemacht. Auf einer Dose mit Strohhalmen klebte ein Schild mit der Aufschrift "Wir sagen Nein zu Plastik, was sagst du?" Die Aktion war Schaustellerin Ramona Berghaus und ihren Töchtern Lilly und Anna Berghaus positiv aufgefallen. "Wir wollen unsere Gäste nicht erziehen", beschreibt Ramona Berghaus den Grund dafür, warum sie überhaupt noch Strohhalme anbieten. Sie sollten selbst entscheiden können, ob sie an der Initiative teilnehmen. Diemo Niemann weiß Ralf Kaireit an seiner Seite. Der ist Geschäftsführer des Marketing Unternehmens K-Visions, das für "Save Nemo" wirbt. Am Weihnachtsstand von Berghaus auf dem Alten Markt läuft derzeit die aktuelle Aktion. »Das kommt bei den Herfordern gut an« "Kein Plastik" steht deutlich sichtbar auf dem Glas mit Strohhalmen, mit denen die Gäste ihren Eierpunsch oder den Lumumba schlürfen. "Das kommt bei den Herfordern gut an", erzählt Ramona Berghaus. Die jedoch einräumen muss, dass es an Alternativen fehlt. Ersatzweise gibt sie Kaffeelöffel heraus. Makkaroni gehen nicht, die machen in den heißen Getränken schlapp." Nicht nur die Familie Berghaus, sondern auch andere Stände auf dem Weihnachtsmarkt wollen den Kunststoff-Anteil reduzieren. "Wir versuchen, Plastik so gut es geht zu verhindern" , erzählt Franz Heitmann von der Fischbude auf dem Alten Markt. Er verwendet hauptsächlich Brötchen und Teller für das Essen. "Die Teller können wir in unserer Spüle abwaschen", sagt Franz Heitmann. Rund elf Milliarden Plastikteile befinden sich auf und in Korallenriffen im asiatischen Pazifik. Viele Meereslebewesen sowie Muscheln oder Schnecken verwechseln das Plastik mit Nahrung. "Wir wollen den Menschen bewusst machen, das sie auf Plastik verzichten können", sagt Ralf Kaireit. Im nächsten Jahr, so hofft er, machen vielleicht noch mehr Menschen bei der Aktion mit.

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