Eisskulpturen: Am kommenden Sonntag, 9. Dezember, werden diese das Advents-Shopping von 13 bis 18 Uhr bereichern. - © Pro Herford
Eisskulpturen: Am kommenden Sonntag, 9. Dezember, werden diese das Advents-Shopping von 13 bis 18 Uhr bereichern. | © Pro Herford

Herford Geschäfte dürfen zwei Mal im Dezember sonntags öffnen

Am 9. und am 30. Dezember dürfen die Läden ihre Türen aufschließen. Die Gewerkschaft Verdi strebt auch für die zweite Sonntagsöffnung keine gerichtliche Entscheidung mehr an

Herford. Auch nach Weihnachten - am Sonntag, 30. Dezember - kann in der Herforder Innenstadt eingekauft werden. Ebenso wie der erste "Verkaufsoffene" im Weihnachtsmonat am 9. Dezember stand der 30. auf der Kippe. Wie mehrfach berichtet, hatte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zunächst beim Verwaltungsgericht in Minden gegen beide Sonntagsöffnungen Klage eingereicht. "Beide Verfahren sind jetzt vom Tisch", bestätigte Vivienne Bock, Sprecherin des Mindener Gerichtes, auf Anfrage der NW. "Verdi strebt für keinen der beiden Sonntage mehr eine gerichtliche Entscheidung an." Für den kommenden Sonntag, 9. Dezember, ist das weniger verwunderlich, denn hier hatten sich Stadt und Gewerkschaft bereits abgestimmt. Da nach Ansicht der Gewerkschaft der Weihnachtsmarkt als Veranstaltung, die eine Sonderöffnung rechtfertige, nicht ausreiche, hat die Stadtmarketingagentur Pro Herford kurzerhand ein Eisskulpturen-Festival in die Innenstadt geholt. Kompromiss war lediglich, dass nur die Geschäfte im unmittelbaren Zentrum und nicht die in den Randbezirken öffnen sollten. Überraschende Regelung Dass die gleiche Regelung nun auch für Sonntag, 30. Dezember, gilt, ist überraschender. Schließlich hatte sich die Gewerkschaft für diesen Tag einen erneuten Gang vor das Verwaltungsgericht vorbehalten. Die Planung von Aktionen zum neuen Jahr unter dem Oberbegriff "Glücksmomente" reiche als Substanz für eine zweite Sonderöffnung im Dezember nicht aus, hatte Ursula Jacob-Reisinger von Verdi noch vor knapp zwei Wochen gegenüber dieser Zeitung gesagt. Eine Stellungnahme der Gewerkschaft zu den neuesten Entwicklungen war gestern leider nicht zu bekommen. Im wahrsten Sinne des Wortes "ausgeschlossen" sind von beiden Sonntagsöffnungen nun die Außenbezirke. Dazu zählt auch das Elsbach-Haus. "Die Frustration ist ziemlich groß", sagt Thomas Lehrich, Geschäftsführer der Lerry?s Textilhandels GmbH aus dem Elsbach-Haus. "Es wird seitens der Stadt viel unternommen, um das Areal hier besser an die Innenstadt anzubinden. Umso weniger ist diese Ausgrenzung verständlich." Die Händler im Elsbach-Haus haben ihrerseits reagiert und laden nun am Samstagabend vor dem "Verkaufsoffenen", am 8. Dezember bis 22 Uhr zum Late-Night-Shopping ein. "Allerdings werden dann die Familien, die das Hauptpublikum von verkaufsoffenen Sonntagen sind, wohl eher nicht kommen", bedauert Lehrich, der die Ausgrenzung der Außenbezirke nach eigenen Aussagen als "Ungleichbehandlung" empfindet. Alle Geschäfte sollen öffnen können Das Ziel sollte sein, dass im kommenden Jahr an den insgesamt vier "Verkaufsoffenen" wieder alle Geschäfte - auch in den Randbezirken - öffnen könnten, die öffnen wollten, sagt Frank Hölscher von Pro Herford. "Jetzt im Dezember hatten wir nur die Wahl, die Sonderöffnung auf die Innenstadt zu beschränken oder gar nicht zu öffnen."

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