Wie früher: Die achtjährigen Schülerinnen Kim (v. l.), Fatima und Chantal drücken mit Bürgermeister Tim Kähler noch einmal die historische Schulbank, die zum Jubiläum an der Grundschule Falkstraße aufgestellt worden war. - © Peter Steinert
Wie früher: Die achtjährigen Schülerinnen Kim (v. l.), Fatima und Chantal drücken mit Bürgermeister Tim Kähler noch einmal die historische Schulbank, die zum Jubiläum an der Grundschule Falkstraße aufgestellt worden war. | © Peter Steinert

Herford Reise durch die Zeit: Grundschule Falkstraße besteht 125 Jahre

Kinder, Eltern, Lehrer und Ehemalige feiern mit einem Tag der offenen Tür das 125-jährige Bestehen der Grundschule

Peter Steinert

Herford. Ein Jubiläum ist immer eine Reise durch die Zeit. Vor allem, wenn es 125 Jahre sind. Denn auf diese lange Spanne konnten Kinder, Lehrer, Eltern und Ehemalige der Grundschule Falkstraße zurückblicken, die einst als Altstädter Feldmarkschule gegründet worden war, später Bürgerschule und Volksschule hieß, anschließend zur städtischen Grundschule und zur Gemeinschaftsschule wurde, sich zur Offenen Ganztagsschule entwickelte und die stets ihren Bezug zum Namensgeber, dem preußischen Kultusminister Adalbert Falk behielt. Bürgermeister Tim Kähler griff in seiner Festrede die vielen Jahre auf, die "von der Kaiserzeit bis heute" reichten und die immer neue Herausforderungen gebracht hätten. "Heute ist die Schule ein Produkt ihrer Zeit", sagte das Stadtoberhaupt, griff die nationale Vielschichtigkeit der Kinder auf und lobte: "Es gelingt der Schule wunderbar, das zusammenzufügen. Die Grundschule Falkstraße ist mitten im Herzen des Quartiers. Das ist ihre Stärke." Die jüngere Vergangenheit sprach Monika Schwidde als Leiterin der Volkshochschule an, die seit dem Schuljahr 2004/2005 Kooperationspartner des "Offenen Ganztags" an der Falkstraße ist. Diese Form der Betreuung sei nach anfänglich skeptischer Beobachtung von vier auf mittlerweile 17 Ganztagsgruppen gewachsen. Doch nicht sie selbst, sondern Teamkoordinatorin Annelore Dölling habe hier ganze Arbeit geleistet. "Für manche ist sie der personifizierte Ganztag", lobte Monika Schwidde, die letztlich den Bogen weiter spannte und an einstige Zeiten erinnerte. "Früher gab es das In-der-Ecke-stehen und den Rohrstock, das bleibt uns heute erspart", sagte die Volkshochschulleiterin. Eben diese Zeiten hob auch der frühere Amtsrichter Helmut Knöner hervor. 1954 sei er an der Falkstraße eingeschult worden. Knapp 50 Kinder hätten in einer Klasse gesessen, insgesamt seien es 600 Schüler gewesen, während es heute 255 sind. Selbstverständlich hätten die Lehrer unter diesen Voraussetzungen andere Vorstellungen von Disziplinierung gehabt, sagte Knöner und schilderte die Vorgehensweise seines Klassenlehrers "Prömpken" Schmidt: "Bei dem ging der Unterricht durch die Hose in den Geist." Wobei die Familie Knöners besondere Verbindung zur Falkstraße pflegt. Seine Oma hätte diese Schule ebenso besucht, wie er selbst. Derzeit schnürt Enkel Paul (6) den Ranzen für die Falkstraße. Und mit Enkelin Hanna (2) steht schon das nächste Knöner-Kind vor der Einschulung.

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