Justiz: Das Gericht verurteilte den 22-jährigen Mann aus Herford nun wegen dieser Tat zu zweieinhalb Jahren Gefängnis. - © picture alliance
Justiz: Das Gericht verurteilte den 22-jährigen Mann aus Herford nun wegen dieser Tat zu zweieinhalb Jahren Gefängnis. | © picture alliance

Herford/Bielefeld Tankstelle überfallen: Haft für Herforder

Prozess: Der geständige Mann aus Herford erbeutete rund 700 Euro. Seine Beteiligung an weiteren Raubzügen ist ihm jedoch nicht nachzuweisen

Herford/Bielefeld. Bereits am ersten von insgesamt drei Verhandlungstagen hatte Bachir B. (Name geändert) vor der XX. Großen Strafkammer des Bielefelder Landgerichts eingeräumt, im Februar dieses Jahres eine Tankstelle überfallen zu haben. Das Gericht verurteilte den 22-jährigen Mann aus Herford nun wegen dieser Tat zu zweieinhalb Jahren Gefängnis. Eine an der Mindener Straße in Herford gelegene Tankstelle war am 7. Februar Tatort eines Raubüberfalls geworden: Zu später Stunde trat ein mit einer Sturmhaube maskierter Mann an den Nachtschalter, rief den dort tätigen Kassierer zu sich, bedrohte diesen mit einer ungeladenen Softair-Pistole und forderte Geld. Der Mitarbeiter der Tankstelle, der die Bedrohung durchaus ernst nahm, übergab dem Unbekannten rund 700 Euro Bargeld. Schamgefühl für "erste Straftat eines Lebens" Der Täter flüchtete zu Fuß in eine Seitenstraße, in der ein Komplize mit einem Fluchtauto wartete. Dies sei die erste Straftat gewesen, die er in seinem Leben begangen habe und er schäme sich dafür, hatte Bachir B. bereits am ersten Verhandlungstag in einer Erklärung über seinen Verteidiger Sven Peters vortragen lassen. Der Grund für den Überfall sei gewesen, dass sowohl B. als auch sein Komplize viel Geld in einer Spielhalle verloren hätten. Darüber hinaus war der 22-jährige Herforder von der Bielefelder Staatsanwaltschaft angeklagt, für zwei Überfälle auf eine an der Engerstraße gelegene Spielhalle sowie eine Tankstelle an der Bismarckstraße verantwortlich zu zeichnen. Dies bestritt Bachir B. vor Gericht. In diesen beiden Punkten sprach die XX. Große Strafkammer unter dem Vorsitz von Richter Carsten Glashörster den Angeklagten frei. Diese Taten, so Glashörster, seien B. nicht mit der für eine Verurteilung erforderlichen Sicherheit nachzuweisen gewesen.

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