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Stopp sagen: Spielerisch, aber auch anhand von realistischen Übungen kommen die Kinder beim "I-Respect"-Projekt zu einem respektvollen Miteinander. Das wirkt sich einerseits auf den Schulalltag aus, stärkt andererseits aber auch das Selbstbewusstsein. - © Isaak Poapadpoulos
Stopp sagen: Spielerisch, aber auch anhand von realistischen Übungen kommen die Kinder beim "I-Respect"-Projekt zu einem respektvollen Miteinander. Das wirkt sich einerseits auf den Schulalltag aus, stärkt andererseits aber auch das Selbstbewusstsein. | © Isaak Poapadpoulos

Herford Wie Kinder lernen, mit sich und anderen respektvoll umzugehen

Wilhelm-Oberhaus-Schule: Mit dem Anbieter "I-Respect" aus Hannover wird an acht Tagen in verschiedenen Einheiten nicht nur das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt

Natalie Gottwald
20.09.2018 | Stand 20.09.2018, 18:17 Uhr

Herford. Das Selbstbewusstsein stärken, auf sich selbst und andere achten und respektvoll miteinander umgehen: An der Wilhelm-Oberhaus-Grundschule üben jetzt die Schüler aller Klassen diese sozialen Kompetenzen. "Wir machen das hier als präventive Maßnahme", sagt Schulleiterin Simoné Schnasse. Eigentlich seien die Kinder bereits mit vielen sozialen Fähigkeiten ausgestattet. Aber mit dem Projekt "I-Respect" sollen diese gefestigt und die Kinder bestmöglich auf den Übergang in eine weiterführende Schule vorbereitet werden. "Gerade heute ist es wichtig, dass die so genannten Social Skills geübt werden, dass die Kinder ganz selbstverständlich deeskalierendes Verhalten, Konfliktlösung ohne Gewalt und das Vertreten des eigenen Standpunktes lernen", sagt Schnasse. So seien die Schüler - neben allem Fachlichen - bestens auf künftige Umfelder und Situationen vorbereitet. Mit "I-Respect", einem Anbieter aus Hannover, arbeitet die Wilhelm-Oberhaus-Schule zum ersten Mal zusammen. "Wir hatten vorher auch ein ähnliches Training, waren aber auf der Suche nach einer Alternative", erklärt Schnasse. Insgesamt acht Tage lang stehen deshalb die sozialen und emotionalen Fähigkeiten der insgesamt 190 Schüler im Mittelpunkt. Eine Besonderheit des Trainings ist zum Beispiel die Stopp-Regel. Mit Unterstützung von Gesten sagen die Kinder zunächst "Stopp!", wenn ein Mitschüler etwas tut, was sie nicht wollen. "Das kann zum Beispiel eine Berührung sein", erklärt Schnasse. Kinder lernen, Konflikte selbst zu lösen Hört das Gegenüber nach dem ersten Mal nicht auf, wird wieder "Stopp!" gesagt und angedroht, dass man - wenn das Gegenüber weitermacht - zur Pausenaufsicht gehen werde. "Wichtig ist, dass man diese Ankündigung beim dritten Mal dann auch umsetzt. Für den Schulalltag bedeutet das, dass die Kinder zunächst angehalten sind und lernen, Konflikte untereinander selbst zu lösen." Neben den Einheiten, die die acht Klassen der Wilhelm-Oberhaus-Schule in der Turnhalle absolvieren, weil diese immer mit Spielen und ganz viel Bewegung verbunden sind, gibt es im Rahmen des Projektes auch zwei Fortbildungen für die Lehrer. Außerdem gehört ein Elternabend fest dazu. "Es ist wichtig, dass die Eltern wissen, was ihre Kinder hier lernen und warum. Das hat viel mit Transparenz zu tun, die wir hier sehr ernst nehmen", sagt Simoné Schnasse. Dass das Programm jetzt an der Grundschule stattfinden konnte, machten übrigens der große Einsatz des Fördervereins und nicht zuletzt die finanzielle Unterstützung durch die Sparda-Bank möglich. "Uns bedeutet es viel, dass wir unseren Schülern diese Skills mit auf den Weg geben können", sagt die Schulleiterin. Über die weiterführenden Schulen hinaus bis hin ins Berufsleben seien diese wichtig.

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