Im Peru-Fieber: Ina Landsmann (v.l.), Aylin Uyanik, Kimberly Sohr, Kim Landsmann, Daniel Benke, Mario Knebel, Robin Hollenbach genossen die Zeit, die sie in Lima verbringen konnten. Alle Teilnehmer haben den Andenstaat kennengelernt und würden gerne einmal wiederkommen. Auf dem Foto fehlt Alina Hobe. - © Niklas Knop
Im Peru-Fieber: Ina Landsmann (v.l.), Aylin Uyanik, Kimberly Sohr, Kim Landsmann, Daniel Benke, Mario Knebel, Robin Hollenbach genossen die Zeit, die sie in Lima verbringen konnten. Alle Teilnehmer haben den Andenstaat kennengelernt und würden gerne einmal wiederkommen. Auf dem Foto fehlt Alina Hobe. | © Niklas Knop

Herford Schüler des Friedrichs-Gymnasiums lernen Südamerika kennen

Austausch: An der Deutschen Schule der Anden-Metropole Lima lernten Schüler des Herforder Friedrichs-Gymnasiums Südamerika kennen. Dabei tauchten sie auch in die antike Welt der Inka ein

Niklas Knop

Herford. „Auf nach Peru!“ hieß es für acht Schüler des Friedrichs-Gymnasiums Herford. Sie nahmen im Laufe der Sommerferien am ersten Austausch mit der Deutschen Schule Alexander von Humboldt in der peruanischen Hauptstadt Lima teil. Acht Wochen haben die deutschen Schüler in der Millionenmetropole des Andenstaates Zeit mit ihren Gastfamilien verbracht. Anmelden konnten sie sich über ein umfangreiches Bewerbungsverfahren: Sie mussten darin begründen, warum sie mit nach Lima fahren möchten. Des Weiteren mussten sie ihre Hobbys nennen und Informationen über sich selbst angeben. Danach wurden die Angaben der Schüler mit denen der Peruaner verglichen, wodurch sie gut passenden Gastschülern zugeordnet wurden. „Wir haben viel wert darauf gelegt, dass unsere Schüler nur zu Kindern aus derselben sozialen Schicht kommen. Das ist bei einer Privatschule allerdings kaum ein Problem”, sagt Gudrun Horst de Cuestas, Schulleiterin des Friedrichs-Gymnasiums, die ihre Schüler eine Woche lang in Peru begleitet hat. „Ich habe geguckt, ob sich auch alle Schüler in ihren Familien wohlfühlen und ob es irgendwelche Probleme gibt”, sagt Horst de Cuestas, die auch von ihrem Ehemann Juan Cuestas nach Südamerika begleitet wurde. Anfangs ein etwas mulmiges Gefühl Die Herforder hätten anfangs ein etwas mulmiges Gefühl gehabt. Aber nach dem ersten gemeinsamen Ausflug zusammen mit ihrer Familie habe man schnell einen guten Draht zueinander gefunden. „Aufgrund ihrer kulturellen Vielseitigkeit hat die Deutsche Schule Alexander von Humboldt eine sehr weltoffene Atmosphäre. Viele Lehrer kommen aus Deutschland oder Amerika“, sagt Horst de Cuestas. Zu den Höhepunkten des Austausches zählte der gemeinsame, einwöchige Ausflug nach Cusco, von wo aus es in die antike Inka-Stadt Machu Picchu ging. Dabei mussten sich die Schüler aber zur Sicherheit an einige ungewohnte Regeln halten. „Als wir auf einer Höhe von 3.000 Metern waren wurde uns gesagt, dass wir nur dann essen sollen wenn wir wirklich hungrig sind“, erklärte Mario Knebel und fügte noch lachend hinzu, dass sie eigentlich immer hungrig gewesen wären. In Machu Picchu haben besonders der Regenwald, aber auch die antiken Salzminen die Schüler begeistert. Die Südamerikaner waren bereits im Januar und Februar in Herford und haben die Stadt und ihre Facetten kennengelernt. „Es war schade, dass in dieser Zeit keine Ferien lagen und die Peruaner somit weniger Zeit mit ihren Gastfamilien verbringen konnten“, sagt Gudrun Horst de Cuestas. Aber auch dafür gibt es bereits ansatzweise eine Lösung. „Man könnte die Schüler für eine Woche von der Schule freistellen. Die Herforder hätten dann die Chance, etwas mit den Peruanern unternehmen zu können und sie besser kennenzulernen“, schlägt Michael Sohr, Vater von Austausschülerin Kimberly vor. Lima kann durchaus ein gefährliches Pflaster sein In Herford hätten es die Peruaner genossen, einfach mal alleine durch die Stadt zu gehen, ohne Angst vor Verbrechen zu haben. Denn Lima kann durchaus ein gefährliches Pflaster sein, meinte Horst de Cuestas. Eine weitere spannende Erfahrung sei der für Peruaner überraschend kalte Winter gewesen. „Am Anfang habe ich gedacht, dass acht Wochen eine sehr lange Zeit sind. Aber dann verging die Zeit doch wie im Flug. Ich wäre am liebsten noch länger geblieben“, sagt Robin Hollenbach. „Der Austausch hat den Schülern gut getan“, sagte Nadja Bartl, Lehrerin für Spanisch und Sozialwissenschaften. „Sie sind eigenverantwortlicher geworden.“ Das Feedback der Schüler fiel auch entsprechend aus. Auf die Frage, wer den Austausch noch einmal machen würde, hoben alle die Hand.

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