Das Wennerhäuschen: Es wurde 1948 eröffnet und um 1962 im Zuge des Straßenbaus abgerissen. - © Kommunalarchiv
Das Wennerhäuschen: Es wurde 1948 eröffnet und um 1962 im Zuge des Straßenbaus abgerissen. | © Kommunalarchiv

Herford Mittwochrätsel Auflösung: Heinrich Wenners Erfrischungshalle

Der Kiosk lag ungefähr am Treffpunkt von Nieder- und Engerstraße. Ein weiterer Kiosk, das „Havanna-Häuschen“ stand unmittelbar an der Bahnunterführung

Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford. Das Mittwochrätsel-Foto der vergangenen Woche aus dem Kommunalarchiv zeigte einen Kiosk an der Niederstraße 1. Die kurze Straße verbindet die Engerstraße mit der Innenstadt. Laut Gewerbekartei hat Friedrich Wenner Herstellung und Verkauf von Speiseeis am 16. September 1948, also ziemlich genau vor 70 Jahren, angemeldet. Am 1. Dezember 1948 ist notiert: „Zusätzliche Eröffnung einer Imbisshalle" und ab 21. November 1953 „Verkaufsstelle für Flaschenbier und Mineralwasser". Am 22. Januar 1962 wurde der Kiosk geschlossen. Helfried Horstmann freut sich über ein Wiedersehen: „Ja, das ist doch die Erfrischungshalle von Heinrich Wenner an der Niederstrasse. Das kleine Gebäude befand sich gleich zu Beginn an der Niederstraße hinter dem Abzweig der Engerstraße. Unmittelbar gegenüber ging es per Haarnadelkurve in die Ballerstraße. Wicküler-Pils, Rauchenden und Tabakwaren Der kleine Laden bot alles, was man sich an Erfrischungsgetränken wünschte. Es gab sogar ein paar Stühle, auf denen man Platz nehmen konnte. Unter anderem wurde Wicküler-Pils aus Wuppertal in Flaschen angeboten, die höchstwahrscheinlich von ,Bier-Brünger‘ vom Oetinghauser Weg angeliefert wurden. Tabakwaren, Zeitschriften und Süßigkeiten ergänzten das Sortiment. Es gab aber auch Rollmöpse, Rauchenden, Frikadellen und andere Kleinigkeiten zum Essen. Wer von der Radewig kommend zu Fuß in die Innenstadt wollte, kam zwangsläufig an diesem Kiosk vorbei. So mancher Groschen von uns Kindern wurde dort in Süßigkeiten umgewandelt. Nicht weit entfernt gab es noch einen anderen Kiosk, direkt vor der Bahnunterführung, das ,Havanna-Häuschen‘. Diese kleinen Läden sind schon lange Geschichte. Es gab noch einen weiteren Kiosk in diesem Bereich Die Straßenführung wurde inzwischen verändert. Die Straße wurde erheblich verbreitert und geht direkt in die Engerstraße über und die Haarnadelkurve ist entschärft. Etwa da, wo die Erfrischungshalle von Heinrich Wenner stand, ist heute eine Bushaltestelle. Dahinter ist die große Einrichtung der Diakoniestiftung, das Haus Birkenkamp, ursprünglich ein Lehrlingsheim und später dann eine Einrichtung für Nichtsesshafte. Diese Bewohner sind inzwischen in das neue Hermann-Ameler-Haus an der Elverdisser Straße umgezogen und man darf gespannt sein, was es hier in Zukunft für Veränderungen gibt." Brigitte Eickmann schreibt: „Der gezeigte Kiosk ist mir noch in Erinnerung. Ich freue mich, diese Aufnahme zu sehen. Offiziell hat er sich wohl an der Niederstraße befunden, aber für viele Herforder begann dort schon die „Schleife". Im weiteren Straßenverlauf Richtung Bahnunterführung gab es Zu- und Abfahrten Richtung Bünder- bzw. Diebrocker Straße. Alles kurvenreich. Diese Formation war schon mit einer gebundenen Schleife zu vergleichen. Foto von der Treppe zur Ballerstraße gesucht Aber es gab noch einen weiteren Kiosk in diesem Bereich und zwar stadtauswärts auf der rechten Straßenseite neben dem Zugang zum sogenannten Radewiger Kurpark. Auch dort konnte man Erfrischungen, Zeitungen usw. erhalten. Eigentlich schade, dass diese ,Büdchen‘ so ganz aus dem Stadtbild verschwunden sind. In diesem Zusammenhang bin ich als betagte Herforderin an Folgendem interessiert: Es hat nach meiner Erinnerung vis-a-vis des gezeigten Kiosks auf der anderen Straßenseite eine Treppe gegeben. Und zwar als Fußgängerverbindung von der Niederstraße hinauf zur höher gelegenen Ballerstraße. Man brauchte die Kurve nicht laufen und erreichte so u.a. das Blumengeschäft Welling, das es damals schon gab, die Gaststätte Hollinderbäumer und eine Apotheke. Vielleicht hat ein Leser der NW von dieser Treppe eine Fotoaufnahme und würde sie dann für mich der NW zuleiten. Ich würde mich freuen." Rita Frentrup berichtet: „In diesem Kiosk hat sich mein Mann in Kindertagen das erste Eis am Stiel gekauft. Ende der 1960er Jahre wurde die Engerstraße ausgebaut und verbreitert und das Haus von Familie Heidbreder, den Großeltern meines Mannes, musste abgerissen werden, es stünde heute mitten auf der Engerstraße." "Auf dem Bild ist das ,Wennerhäuschen‘ zu sehen" Klaus-Dieter Stork weiß, dass der andere Kiosk kurz vor der Bahnunterführung anlässlich der Neugestaltung des Radewiger Kurparks abgebrochen wurde. Christa Rauchholz schreibt: „Bei dem Mittwochsrätsel handelt es sich um den Kiosk von Fritz Wenner, glaube ich. Er stand Ecke Niedernstraße/Engerstraße. Dort gab es Rauchwaren aber auch Getränke und kleine Kuchenteilchen. Meine Eltern haben oft da etwas gekauft." Michael Hadasch erinnert sich: „Wenn man früher die Engerstraße in Richtung Eisenbahn ging, bog erst die Ballerstraße und dann die Niederstraße nach links ab. Beide Straßen liefen erst parallel und bogen dann nach links und rechts. Da die Ballerstraße hoch und die Niederstraße nach unten zur Schleife ging , war an dieser Stelle eine Treppe. Auf dem Bild ist das ,Wennerhäuschen‘ zu sehen, wo wir uns als Kinder Süßigkeiten gekauft haben. Ich wohnte gleich um die Ecke in der Goltzstraße 1."

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