Blutdruck okay: Esra Polat (14 Jahre, l.) misst bei Leona Osmani (15 Jahre, r.). Astrid Breitenkamp von der Seniorenresidenz Klosterbauerschaft zeigt, was man dabei beachten muss und was sonst noch zu einer Ausbildung zur Pflegefachkraft gehört. - © Natalie Gottwald
Blutdruck okay: Esra Polat (14 Jahre, l.) misst bei Leona Osmani (15 Jahre, r.). Astrid Breitenkamp von der Seniorenresidenz Klosterbauerschaft zeigt, was man dabei beachten muss und was sonst noch zu einer Ausbildung zur Pflegefachkraft gehört. | © Natalie Gottwald

Herford Berufsparcours an der Ernst-Barlach-Realschule

Bildung: Zum vierten Mal führt das Technikzentrum Minden-Lübbecke an der EBS einen Berufsparcours durch. Schüler der 9. und 10. Klassen nehmen teil

Natalie Gottwald

Herford. Was möchte ich gerne machen, wenn ich mit der Schule fertig bin? Einer Antwort auf diese Frage kamen die Schüler der Klassen 9 und 10 der Ernst-Barlach-Realschule am Dienstag, 11. September, ein gutes Stück näher. Bereits zum vierten Mal führte das Technikzentrum Minden-Lübbecke hier nämlich einen Berufsparcours durch. Es präsentierten sich ortsansässige Unternehmen, und die Schüler konnten an insgesamt 14 verschiedenen Stationen typische Arbeiten für verschiedene Ausbildungsberufe aufprobieren. „Ich könnte mir den medizinischen Bereich gut für mich vorstellen", sagt Esra Polat. Die Schülerin des zehnten Jahrgangs misst gerade bei ihrer Mitschülerin Leona den Blutdruck. „Wir zeigen hier das ganze Spektrum des Berufes der Pflegefachkraft", erklärt Astrid Breitenkamp von der Seniorenresidenz Klosterbauerschaft. Auch ihren eigenen Blutzucker können die Schüler an dieser Station messen. „Da haben wir aber die Bereitschaft unterschätzt, sich selbst in den Finger zu piksen", sagt Breitenkamp. Nach kurzer Zeit schon seien die Teststreifen verbraucht gewesen. Die Seniorenresidenz ist zum ersten Mal beim Berufsparcours dabei. Genauso wie die Hansestadt Herford. „Das Interesse der Schüler ist groß. Darüber freuen wir uns", sagt Richard Rönn, Leiter der Personalabteilung. Spielerisch können sich die Realschüler an der Station mit dem Beruf der oder des Verwaltungsfachangestellten auseinandersetzen. „Viele sagen, dass sie gar nicht wussten, was für ein Beruf das ist und dass man bei der Stadt eine Ausbildung machen kann", so Rönn. Die Schüler können ein Herz aus einer Dachpfanne heraus schlagen Etwas lauter geht es bei der Station der Dachdecker-Innung zu. Unter der Anleitung von Dachdecker-Meisterin Eva-Lotta Palsbröker können die Schüler hier ein Herz aus einer Dachpfanne heraus schlagen. Die Westfalen Weser Netz GmbH stellt mit kleinen Schaltkästen, an denen die Schüler basteln können, den Beruf des Elektronikers dar. Und beim Küchenhersteller Poggenpohl dürfen Miniatur-Küchenschränke montiert werden. Auch die Karriereberatung der Bundeswehr ist vor Ort und die Schüler lernen, dass jeder, der Soldat oder Soldatin werden will, mindestens 1,55 Meter groß sein muss. Vier Berufe stellt das Logistik-Unternehmen „Dachser" vor, und auch das Berufskolleg am Wilhelmsplatz zeigt Möglichkeiten auf. Spannend wird es dann noch einmal an der Station der Ludwig Fresenius Schulen, Melle. „Wir zeigen hier, dass auch das Erfinden von individuellen Hilfsmitteln für Menschen mit Einschränkungen zum Bereich der Ergotherapie gehören kann", so Heike Hollewedde, die selbst im dritten Lehrjahr ist. Auf einem Brett, an das zwei Metallstifte angebracht waren, können die Schüler zum Beispiel eine aufgespießte Möhre einhändig schälen.

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