Spitzenreiter mit spitzem Dach: Bei der Wiedereröffnung des Spielplatzes „Steiler Weg" durfte der stellvertretende Bürgermeister Andreas Rödel gemeinsam mit den Kindern das höchste Spielgerät der Stadt einweihen. - © Hansestadt Herford
Spitzenreiter mit spitzem Dach: Bei der Wiedereröffnung des Spielplatzes „Steiler Weg" durfte der stellvertretende Bürgermeister Andreas Rödel gemeinsam mit den Kindern das höchste Spielgerät der Stadt einweihen. | © Hansestadt Herford

Herford Neue Spielplätze für Herfords Jüngste

Beteiligung: Mit Ideen der Kinder aus der Nachbarschaft wurden drei Plätze umgestaltet. Dabei wurde ein Entwurf der Stadtverwaltung komplett auf den Kopf gestellt – und das höchste Spielgerät der Stadt gebaut

Eike J. Horstmann

Herford (nw). Fachleute für Spielplätze wissen genau, wie die einzelnen Geräte angeordnet werden müssen und wie es um Material und Fallschutz bestellt sein muss. Doch wer, wenn nicht die Kinder und Jugendlichen aus den umliegenden Quartieren selbst, sollten am besten wissen, welche Klettergerüste, Rutschen oder Schaukeln sie sich wünschen? Und vielleicht haben die Heranwachsenden auch noch Einfälle und Anregungen, auf die selbst die studierten Experten nicht kommen würden? Diese Fragen hatten die Organisatoren im Hinterkopf, die in den Oster- und Sommerferien des vergangenen Jahres Kinder und Jugendliche dazu aufgerufen hatten, ihre Ideen für drei Herforder Spielplätze zu sammeln und einzubringen. Jetzt wurden die neu gestalteten Abenteuerlandschaften feierlich eingeweiht – und die beteiligten Kinder mit einer Urkunde als „Spielplatzexperten" ausgezeichnet. Steiler Weg „Euer Spielplatz ist richtig toll geworden", lobte der stellvertretende Bürgermeister Andreas Rödel (SPD) die anwesenden Kinder und dankte für die vielen Ideen und das Engagement. Der 1984 als Bolzplatz angelegte Platz wurde in den Sommerferien mit vielen Kindern und Jugendlichen neu geplant, die als erste Amtshandlung die groben Vorstellungen der Verwaltung komplett über den Haufen warfen und durch ihre eigenen Ideen ersetzten. Nicht jede Anregung konnte letztlich verwirklicht werden, auf eine Seilbahn oder eine Balancieranlage musste aus Platzgründen verzichtet werden. Aber der Turm ist mit 10,50 Metern Gesamthöhe das höchste Spielgerät in Herford geworden. Die Kosten für die Umgestaltung liegen bei rund 105.000 Euro. Frieda-Nadig-Weg Auch der stellvertretende Bürgermeister Ralf Grebe (CDU) staunte über das beeindruckende Resultat, als er den neu gestalteten Spielplatz „Frieda-Nadig-Weg" gemeinsam mit den Kindern offiziell eröffnete. Auch hier hatten sich die Heranwachsenden aus der Nachbarschaft im Sommer 2017 beim Beteiligungsprojekt mit eingebracht. Die Kinder hatten gemeinsam mit Cornelia Aust von der Stadt Herford und Claudia Griese vom Pädagogischen Aktionsbüro tagelang Ideen gesammelt, Kataloge gewälzt und Spielgeräte ausgesucht. Gewünscht hatten sich die Kinder unter anderem eine Mehrturmspielanlage, ein Karussell und Balanciergeräte. Die Kosten für die Umgestaltung liegen bei rund 75.000 Euro, das Land Nordrhein-Westfalen hat den Spielplatz mit rund 34.000 Euro gefördert. Weizenfeld Passend zur Eröffnung des neuen Spielplatzes am Weizenfeld hatte der Regen schlagartig aufgehört. Gut 20 Kinder standen mit ihren Eltern aufgeregt auf der Wiese, um ihre Urkunden vom Bürgermeister in Empfang zu nehmen. „Das habt ihr toll gemacht", lobte Tim Kähler (SPD) die Kinder. Der Spielplatz am Weizenfeld liegt am Rande eines Neubaugebietes. Die Spielgeräte hatten sich die jungen Spielplatzexperten gemeinsam mit Cornelia Aust und Claudia Griese in den Osterferien ausgesucht. Gewünscht hatten sie sich eine Seilbahn, ein Spielhaus für Kleinkinder, eine Mehrturmspielanlage, verschiedene Wippen und Schaukeln für alle Altersklassen. Die Gesamtkosten für die Gestaltung liegen bei rund 110.000 Euro. Davon sind 76.000 Euro Erschließungsbeiträge.

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