Zum Verkauf: Das als „Schiller" bekannte Gebäude an der Ecke Schillerstraße mit der Gaststätte „Schiller Bar &Lounge" seit 2012 Spielort des Musik Kontors. Das frühere Restaurant Nil rechts daneben wird im Paket mit verkauft. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Zum Verkauf: Das als „Schiller" bekannte Gebäude an der Ecke Schillerstraße mit der Gaststätte „Schiller Bar &Lounge" seit 2012 Spielort des Musik Kontors. Das frühere Restaurant Nil rechts daneben wird im Paket mit verkauft. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Herforder Musik Kontor bangt ums "Schiller"

Gebäude vor Verkauf: Das Programm endet vorläufig am 14. Januar mit einem Knaller.
 Die Band Web Web stellt mit Hip-Hop-Stargast Max Herre eine neue CD vor

Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford. Die 380 Vereinsmitglieder des Musik Kontors hatten die Hiobsbotschaft ihres Vorstands am Dienstagmorgen in der Post: Das „Schiller" an der Ecke Schillerstraße/Kurfürstenstraße steht wohl kurz vor dem Verkauf. Die Verantwortlichen des Vereins haben aus Unsicherheit darüber, wie es mit dem Gebäude und seiner Gastronomie unter einem neuen, ihnen noch nicht bekannten Besitzer weiter geht, die Programmplanungen für das erste Halbjahr 2019 zunächst auf Eis gelegt. Dennoch haben sie die Hoffnung, dass die fruchtbare Zusammenarbeit fortgeführt werden kann und die Zwangspause für die hochkarätigen, teils bundesweit beachteten Konzerte in der selbst von weltbekannten Musikern wie Till Brönner und Klaus Doldinger so geschätzten Clubatmosphäre am Ende doch keine sechs Monate dauern wird. »Wir würden die Zusammenarbeit
gern fortsetzen« Der Vorsitzende Ralf Hammacher und der Geschäftsführer Thomas Hagen kündigten aber für Montag, 14. Januar, noch einen Knaller an: Die Gruppe Web Web mit Stargast Max Herre wird in einem Sonderkonzert ab 20 Uhr die Musik einer neuen Hip-Hop-CD im Club vorstellen. Der Vorverkauf unter anderem bei der Neuen Westfälischen hat bereits begonnen. 250 Zuschauer finden Platz. Bei deutlich höherer Nachfrage kann ein Konzert am Dienstag, 15. Januar, nachgelegt werden. Max Herre („Anna", „Wolke 7") füllt sonst große Hallen und ist einer der wenigen deutschen Musiker, der zu einem „MTV unplugged" eingeladen wurde. Mit dem Konzert will man sich einem jüngeren Publikum öffnen. Der Kontakt kam über den Bassisten Christian von Kaphengst zustande, der hier schon gespielt hat. „Es gab schon lange Gerüchte und nun die konkrete Absicht zum Verkauf", sagt Ralf Hammacher. Eine Entscheidung, an wen verkauft wird, fällt wohl erst Ende September. „Das ist zu spät, um ein Programm in gewohnter Qualität für das erste Halbjahr zu planen", sagt er. „Einige ins Auge gefasste Termine haben wir schon abgesagt." Hammacher und Hagen finden es nicht nur für das Musik Kontor, sondern auch für das Quartier wichtig, dass es im Schiller weiter geht. Das wünscht sich auch Simon Klocke, der als Betriebsleiter der „Hotelbetriebsgesellschaft Beate Krieter-Hillebrand und Gisela Hillebrand Gbr", vertreten durch Bernd Hillebrand, die Bar führt. „Wir haben uns seit 2012 gegenseitig aufgebaut. Die Symbiose hat gut funktioniert", sagt Klocke zur Zusammenarbeit mit dem Musik Kontor. Beide denkmalgeschützten Gebäude werden als Paket verkauft Das seit Januar 2017 nicht mehr bewirtschaftete frühere Restaurant „Nil" mit baulicher Verbindung zum Schiller hat einen anderen Besitzer. Beide denkmalgeschützten Gebäude mit Außengastronomie zur Aa werden aber als Paket verkauft. „Unser Sinnen und Trachten ist es, im Schiller mit seiner tollen Atmosphäre, der Nähe zu den Künstlern und der zentrumsnahen Lage zu bleiben", sagt Thomas Hagen. „Hier ist alles maßgeschneidert eingebaut. Wir haben in Licht und Tontechnik 60.000 Euro investiert." Dennoch sind die Kontoristen mit Hilfe von Freunden und Förderern auf der Suche nach einem „Plan B" – einer räumlichen Alternative, die Gäste attraktiv finden, in die die Anlage fest eingebaut werden kann und die über eine Gastronomie verfügt. Denn selbst kann und will der Verein keine Bar betreiben. „Wenn es aber in vier Wochen heißt, es kann hier weiter gehen, könnten wir ab März/April wieder mit einem neuen Programm starten", versprechen Ralf Hammacher und Thomas Hagen.

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