Der Neue Markt erhält das gleiche Pflaster, wie es bereits auf der Lübberstraße liegt. - © Mareike Gröneweg
Der Neue Markt erhält das gleiche Pflaster, wie es bereits auf der Lübberstraße liegt. | © Mareike Gröneweg

Herford Was die Stadt im Herbst beschäftigt

Stadtentwicklung: Die Verwaltung arbeitet an einem Ordnungs- und Sicherheitskonzept. Bald wird sich auch herausstellen, ob ein neues Theater-, Konzert- und Veranstaltungshaus eine Chance auf Landesförderung erhält

Corina Lass

Herford. Die Entwicklung der Stadt bleibt ein spannendes Thema, auch in der zweiten Jahreshälfte. Zahlreiche Baumaßnahmen ärgern zwar die Bürger, sind sie aber erst abgeschlossen, wird sich das positiv auf das Stadtbild auswirken. Zudem arbeitet die Verwaltung an mehreren Konzepten. Hier ein - nicht vollständiger - Überblick über das, was im Herbst noch Thema wird. Ordnungs- und Sicherheitskonzept Die Verwaltung arbeitet derzeit an einem Ordnungs- und Sicherheitskonzept. Dabei geht es um die Frage, wie die Stadt dem Ordnungsrecht mehr Geltung verschaffen kann. Stichworte: Müll an Straßenrändern, Kaugummis auf dem neuen Pflaster in der Fußgängerzone, Überfälle auf Passanten und ähnliches. Dabei könnte es um mehr Personal gehen, aber auch um eine Videoüberwachung an der einen oder anderen Stelle, sagt Bürgermeister Tim Kähler. Chancen, mehr Personal einzusetzen, könnte das neue Gesetz zum Sozialen Arbeitsmarkt bieten, das aber noch nicht beschlossen ist. Dabei geht es um eine vom Bund finanzierte Beschäftigung Langzeitarbeitsloser. Allerdings ist noch unklar, ob die Leute nach Tarif oder Mindestlohn bezahlt werden sollen - und wie hoch das Interesse von Sozialen Trägern und Wirtschaft dann ist. Denn die haben Vorrang, so Kähler. "Wenn sie das nicht nutzen, dann nutzen wir es." Für den Bürgermeister ist klar: Die Stadt wird jede Möglichkeit nutzen, die für Beschäftigung sorgt. OWL-Forum für Veranstaltungen Im Herbst erwartet die Verwaltung erste Hinweise darauf, wie es mit dem OWL-Forum weiter gehen könnte. Zur Erinnerung: Die Stadt hat einen Sanierungsstau bei Stadttheater und Schützenhof, der sich auf rund 24 Millionen Euro summiert, so Kähler, 14 davon für das Theater, 10 für den Schützenhof, in dem auch die Philharmoniker auftreten. Kähler hat deshalb im vergangenen Jahr die Idee in die politische Beratung gebracht, stattdessen ein Veranstaltungszentrum auf dem Gelände des Stadttheaters neu zu bauen und sich dafür um Mittel beim Regionalentwicklungsprogramm des Landes, der Regionale 2022, zu bewerben. Sein Gedanke dabei: Mit Hilfe der eingesparten Ausgaben für die Sanierung und der Zuwendung des Landes hätte die Stadt nicht nur ein intaktes Gebäude, sondern auch einen Ort für Theater, Konzerte, Kongresse und andere Veranstaltungen. Architektonisch ist so etwas machbar, dafür liegen Kähler Beispiele vor, etwa aus dem österreichischen Feldkirchen. Und die Philharmoniker könnten so ausstrahlen, wie es einem Orchester dieser Qualität gebührt. Das würde Publikum in die Stadt bringen. Und Herford könnte zudem mit dem Neubau seine laufenden Kosten optimieren. Zudem würde die Fläche des Schützenhofs Bauland, so Kähler. Der Herforder Förderantrag hat nach seiner Einschätzung Chancen, Beachtung zu finden, auch deshalb, weil OWL bevorzugt Zugang zu den Mitteln erhalten soll. Ein erstes Gremium der Regionale wird in den nächsten Wochen darüber beraten. Sein Votum ist dann zwar keine Förderzu- oder -absage, zeigt aber an, ob die Herforder Idee in die richtige Richtung geht. Sollte das der Fall sein, müsste die Stadt ein Nutzungskonzept erstellen. Scheitert sie, müsste sie überlegen, wie es weitergeht mit den Veranstaltungsstätten in der Stadt. Stadtentwicklung Herford 2030 Auch das Thema Herford 2030 steht im Raum: Wie berichtet, hat es eine Online-Befragung und Workshops zu der Frage gegeben, wie sich die Bürger die Stadt im Jahr 2030 vorstellen. Sieben Themenfelder standen dabei zur Diskussion: Wirtschaft, Wohnen, Innenstadt, "Kultur, Sport und Freizeit" als ein Thema, Mobilität und "natürliche Ressourcen". An den Veranstaltungen nahmen etwa 500 Personen teil und hinterließen knapp 700 Beiträge, online beteiligten sich rund 3.600 Besucher der Website mit mehr als 250 Kommentaren. Die Ergebnisse liegen als Bericht vor, daraus muss nun ein Handlungskonzept entwickelt werden. Das Stadtentwicklungsprogramm soll bis zum Jahresende vom Rat beschlossen werden. Verschiedene Baumaßnahmen In diesem Monat beginnt die Diskussion über die Umgestaltung des Rathaus- und Münsterkirchplatzes mit einem verwaltungsinternen Workshop. Wie bei anderen Vorhaben dieser Art ist auch bei diesem ein freiraumplanerischer Wettbewerb vorgesehen. Der Termin für die Bauabnahme für die Markthalle steht: Ende des Jahres ist es so weit. Dann ist die Halle zwar noch nicht bezugsfertig, weil noch das eine oder andere im Inneren gemacht werden muss. Aber wenn es wieder wärmer wird, soll die Einweihung mit großen Fest gefeiert werden, so Kähler. Weitere Baumaßnahmen sind entweder in Arbeit oder sie stocken, weil sie durch andere Baustellen blockiert werden, oder sind noch in der Planung: Neuer Markt, Pflaster am Altstadtcenter, Schillerbrücke, Wilhelmsplatz, Bergertor-Wehr . . .

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