Zwei Geschäftsführer aus dem Autohandel müssen sich jetzt vor Gericht verantworten. - © picture alliance / dpa
Zwei Geschäftsführer aus dem Autohandel müssen sich jetzt vor Gericht verantworten. | © picture alliance / dpa

Herford/Detmold Vor Gericht: Autohändler sollen Banken mit Pkw-Krediten betrogen haben

Betrugsverfahren: Zwei Herforder sollen so mehr als 390.000 Euro für sich ergaunert haben

Jobst Lüdeking

Herford/Detmold. Zwei Herforder Autohändler (53, 54) sollen Banken um rund 390.000 Euro geprellt und das Geld für sich eingestrichen haben. Ab Donnerstag, 13. September, müssen sich die beiden Geschäftsführer deshalb wegen Betrugs vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Detmold verantworten. Beide Angeklagten betrieben nach NW-Informationen in Bad Salzuflen ein Autohaus, das sich auf den Verkauf junger Gebrauchtwagen spezialisiert hatte. Offensichtlich liefen die Geschäfte aber nicht ganz so optimal, wie sich die Männer dies wohl vorstellt hatten. Die Angeklagten sollen in der Zeit von November 2013 bis Januar 2014 in insgesamt 13 Fällen Banken beim Abschluss von Finanzierungsverträgen für Autos getäuscht haben, um sich so Vermögensvorteile zu verschaffen, heißt es in der Anklage der Staatsanwaltschaft. In zwölf Fällen sollen sie gemeinsam für den Betrug verantwortlich sein, in einem Fall der 53-jährige Herforder allein. Die Geschäftsführer sollen bereits bei Kreditinstituten finanzierte und an diese zur Sicherheit übereignete Fahrzeuge über ein weiteres Kreditinstitut finanziert haben. Die Finanzierungssummen sollen die Herforder dann für sich selbst einkassiert haben, so die Anklage. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass ihnen bewusst war, dass die Zweitfinanzierer im Gegenzug keine Sicherheit erhalten hatten - weil die Fahrzeuge ja bereits anderweitig sicherungsübereignet gewesen waren. Insgesamt sollen Finanzierungsverträge über mehr als 390.000 Euro betroffen sein. Die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung ), die das Autohaus betrieb, hatte 2014 Insolvenz eröffnen müssen. Für das Verfahren sind drei Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird am Freitag, 5. Oktober, erwartet.

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