Naturnah: Thomas Müller, Elisabeth Schäfer und Gerhard Repp gehen gern auf dem Weg spazieren. Bei Trockenheit haben sie selbst kein Problem, die neue Furt des Steinsieksbachs zu durchschreiten. Nach Regen sollen aber auch die Trittsteine unter Wasser stehen. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Naturnah: Thomas Müller, Elisabeth Schäfer und Gerhard Repp gehen gern auf dem Weg spazieren. Bei Trockenheit haben sie selbst kein Problem, die neue Furt des Steinsieksbachs zu durchschreiten. Nach Regen sollen aber auch die Trittsteine unter Wasser stehen. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Furt am Steinsieksbach sorgt für nasse Füße

Spaziergänger unzufrieden: Die Brücke wurde im Zuge der Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit abgebaut. Anlieger Thomas Müller beklagt, dass die Trittsteine bei Regen unter Wasser geraten

Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford. Ein kleiner Spazierweg verbindet die Salzufler Straße südöstlich vom Audi-Autohaus mit der Maschstraße. Er trifft etwa auf halber Strecke auf den Steinsieksbach. Bis Ende August überspannte eine zum Schluss marode Fußgängerbrücke den kleinen Wasserlauf. Zur Erhöhung der ökologischen Durchlässigkeit, so die Stadt, wurde sie abgebaut und durch eine Furt mit Trittsteinen und Holzgeländer ersetzt. Mit dem Ergebnis sind nicht alle Spaziergänger zufrieden. "Hier gehen viele Leute spazieren", berichtet Thomas Müller. Er selbst hat ein Geschäft an der Salzufler Straße und nutzt den Weg gerne zu einem Gang mit seinem Hund. An der alten Brücke hatte er nichts auszusetzen. Der neue hölzerne Handlauf an der Furt ist nach seiner Meinung zu hoch angebracht und birgt die Gefahr, sich Splitter einzufangen. Die Trittsteine sind seiner Erfahrung nach nicht hoch genug: "Als es neulich geregnet hat, standen die Steine fast 20 Zentimeter unter Wasser, da konnte selbst jemand, der gut zu Fuß ist, hier nicht mehr weiter gehen." Es ist Dienstagmorgen, 9 Uhr. Zum Ortstermin mit der Neuen Westfälischen stoßen zwei weitere Spaziergänger mit ihren Hunden. "Es ist eine Zumutung", schimpft Gerhard Repp. "Ich kenne eine Dame, die schiebt ihre behinderte Tochter mit einem Rollstuhl hier entlang und hat nun große Probleme. So etwas macht man nicht." Elisabeth Schäfer hält die Maßnahme für herausgeworfenes Geld: "Das ist nichts Halbes und nichts Ganzes. Es war vorher besser für Leute mit Rollator oder Kinderwagen. Wie sollen die über die Steine gehen? Mit Brücke war es sicherer." Alle drei befürchten, dass die Steine auf Dauer glatt werden könnten: "Bei aller Ökologie sollte man die Menschen nicht außer acht lassen." Anders als die abgerissene Brücke sei eine andere Brücke im Verlauf des Weges oft rutschig. Die sei aber stehen geblieben. »Die Höhe der Trittsteine wird angepasst, wenn sich Wasser im Bach befindet« Die städtische Gewässerplanerin Simone Schicketanz weiß, dass eine Furt nicht allen gefällt. In zweierlei Hinsicht kann sie Abhilfe versprechen: "Der Handlauf ist nur ein Provisorium und wird noch ersetzt. Die Höhe der Trittsteine wird angepasst, wenn sich Wasser im Bach befindet." Dennoch kann sie nicht ausschließen, dass es Tage geben kann, wo der Bach nicht oder nur mit Gummistiefeln zu durchqueren sei. Sie ist zuversichtlich, dass der Schotter besser zu begehen sein wird, wenn der Bach die Steine eingeschlämmt hat. Die Brücke sei abgängig gewesen und im Unterhalt aufwendig, weil sich immer wieder Treibgut darunter verfangen habe, das entfernt werden musste. In der Überlegung über Ersatz habe man sich für die ökologisch bessere Variante ohne Brücke entschieden, sagt Schicketanz. Die Furt kostet die Stadt überdies nur einen Teil des Materials, weil sie im Beschäftigungsprojekt Weser-Werre-Else von Maßarbeit angelegt wurde.

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