Soniq: Zum interkulturellen Musikprojekt auf Zeit gehören Jarry Singla, (v. l.), Sabeth Perez, Denián Ornstein, Laura Robles, Christina Fuchs und Ramesh Shotham. "Make Dialogue great again" heißt das Programm, das in nur drei Städten aufgeführt wird. Die Zuschauer im Logensaal erleben ein besonderes Konzert. - © Ralf Bittner
Soniq: Zum interkulturellen Musikprojekt auf Zeit gehören Jarry Singla, (v. l.), Sabeth Perez, Denián Ornstein, Laura Robles, Christina Fuchs und Ramesh Shotham. "Make Dialogue great again" heißt das Programm, das in nur drei Städten aufgeführt wird. Die Zuschauer im Logensaal erleben ein besonderes Konzert. | © Ralf Bittner

Herford Soniq im Logensaal

Soniq: Mit einem begeisternden Konzert im Logensaal zeigen sechs Musiker, dass sich Grenzen überwinden lassen und sich Unterschiedliches zu Neuem verbinden kann

Ralf Bittner

Herford. Auf eine Klangreise durch Rhythmen Lateinamerikas und anderer Kontinente gingen rund 100 Zuhörer mit dem Musikerkollektiv "Soniq". Soniq, angestoßen von den in Köln lebenden Musikern Christina Fuchs, Jarry Singla und Ramesh Shotham, möchte mit Musik Grenzen überwinden; und das gelingt dem Ensemble mit den Gästen Sabeth Perez, Denián Ornstein und Laura Robles spielerisch leicht. Nach einem ähnlichen Projekt, das nach Osten über Polen, den Balkan bis nach Indien blickte, beschäftigt sich dieses Projekt mit dem programmatischen Titel "Make Dialogue Great again" mit lateinamerikanischen Liedformen und Rhythmen. Alle Musiker - seien es nun WDR Jazzpreisträger wie der Percussionist Shatham und Saxophonistin Fuchs oder Creole-Preisträger wie Pianist Singla oder Musiker wie die noch studierende Sängerin aus Köln mit argentinischen Wurzeln Perez - steuerten gleichberechtigte Kompositionen bei. Gemeinsam mit Cajonspielerin Robles aus Peru und dem argentinischen Gitarristen Ornstein wurden die Stücke erarbeitet, arrangiert und die Konzerte nur drei Mal, außer in Herford noch in Dortmund und Köln, aufgeführt. "Silent Room" heißt ein ruhiges Stück Mit Soniq präsentierte der Verein Kulturbeutel im Festsaal am Logenplatz ein Konzert, in dem Nordargentinische Samba, treibende Rhythmen aus Peru wie selbstverständlich mit Sensibilität und Experimentierfreude des Jazz harmonieren. Selbstverständlich lassen die Komponisten bei ihren Stücken den Mitmusikern Raum. "Silent Room" heißt ein ruhiges Stück, bei dem Robles das Cajon gegen den E-Bass tauscht und Perez beweist, dass sie ihre Stimme sowohl als Lied-Sängerin als auch als reines Instrument einsetzen kann. Shotham, an Schlagzeug oder diversen Percussioninstrumenten, sorgt oft in Dialog mit dem Cajon für das Gerüst, über dem Piano, Gitarre, Stimme und Saxophon oder Klarinette ihre Melodiebögen und -Linien entfalten können. Das Ergebnis klingt dann mehr nach Jazz als es die Ankündigung vermuten ließ, denn die diversen musikalischen Einflüsse sind zwar jederzeit präsent, aber nie dominant. Vielleicht gibt es in der globalisierten so etwas wie eine allgemeingültige zeitgenössische Musik nicht mehr, Projekte wie Soniq zeigen aber, dass ein sich gegenseitiger befruchtender Austausch möglich ist. Vielleicht ist genau dieser Prozess das, was im Rückblick einmal die zeitgenössische Musik des frühen 21. Jahrhunderts kennzeichnen wird - spannend.

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