Temporeich: Der "Vogel jenseits der Zeit" (mit roter Kappe) ruft Schlüsselszenen der Geschichte um König Heinrich auf. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Temporeich: Der "Vogel jenseits der Zeit" (mit roter Kappe) ruft Schlüsselszenen der Geschichte um König Heinrich auf. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Nordharzer Städtebundtheaters zeigt "Mensch Heinrich" im Friedrichs-Gymnasium

Die Quedlinburger Theaterleute bringen die leidenschaftliche Beziehung der schönen Mathilde aus Herford mit ihrem beeindruckend muskulösen König und einen Abriss deutscher Geschichte modern und kurzweilig auf die Bühne

Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford. In Enger geboren, im Herforder Damenstift erzogen - welch große Bedeutung Widukinds Urenkelin Mathilde und ihr Gemahl Heinrich I. für die Geschichte hatten, erfahren die Zuschauer kurzweilig und unterhaltsam in der Mulitimedia-Revue "Mensch Heinrich" des Nordharzer Städtebundtheaters. Freitagmorgen konnten Schulklassen in der Aula des Friedrichs-Gymnasiums sich amüsieren und etwas lernen. Über eine Historikerin am Rande des Nervenzusammenbruchs erfuhren sie auch, dass man in Wirklichkeit wenig über die Charaktere weiß. Wohl wird Bedeutungsschweres angerissen wie die Geschichte der Liudolfinger und der spätere Missbrauch Heinrichs durch die Nazis. Was hängen bleiben wird, sind aber die körperlich dargestellte Leidenschaft des Königspaares und ihre Geplänkel. "Ich möchte ein Kloster stiften", sagt sie. "Mensch Mathilde, ich hab andere Probleme", antwortet er. "Die Ungarn kommen", schallt es angstvoll und die später heilig gesprochene Mathilde klagt: "Ich hab aber mein Haar noch nicht gemacht." Das Stück ist noch einmal am heutigen Samstag um 18 Uhr zu sehen. Es gibt eine Abendkasse.

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