Jürgen Escher: Der Fotograf beim Aufhängen seiner Bilder im Haus unter den Linden. Gut 30 Arbeiten zeigt er bis Anfang Oktober. - © Foto: ralf bittner||
Jürgen Escher: Der Fotograf beim Aufhängen seiner Bilder im Haus unter den Linden. Gut 30 Arbeiten zeigt er bis Anfang Oktober. | © Foto: ralf bittner||

Herford Bilder voller Stolz und Würde

Ausstellung Antlitz: Jürgen Escher zeigt Porträts von Menschen, die er während Reportagereisen für diverse Hilfsorganisationen traf, im Haus unter den Linden. Die widrigen Lebensumstände sind diesmal nicht Thema

Ralf Bittner

Herford. Rund 30 Porträts von Menschen aus verschiedenen Kontinenten zeigt Fotograf Jürgen Escher bis zum 9. Oktober im Haus unter den Linden. Obwohl die Fotografien während Reportagereisen in einige der ärmsten Gegenden der Welt entstanden, sind weder Not und Elend, noch die Arbeit der Hilfsorganisationen, für die Escher oft arbeitet, zu sehen. Stattdessen rückt er die Gesichter, das "Antlitz", ins Zentrum der Aufnahmen. "Antlitz - Gesichter dieser Welt" ist auch der Titel der Ausstellung, die kurz vor dem Inklusiven Kulturmarkt im HudL eröffnet wurde. "Die Bilder passen toll zum Thema", sagt HudL-Leiter Hartmut Giebel, "denn sie zeigen Menschen, die trotz Problemen, Not oder Krankheit Lebensfreude ausstrahlen." Eschers Aufnahmen entstanden während der vergangenen 12 oder 13 Jahre. Bis auf ein Foto aus Ungarn, entstanden alle Aufnahmen nicht in Europa, sondern auf anderen Kontinenten. Escher könnte zu jedem Bild eine Geschichte erzählen, nennt an Informationen aber nur Ort, Land und Zeit der Entstehung und verzichtet auf die Namensnennung. "Fragen nach den Lebensumständen sollen in den Köpfen der Menschen entstehen", beschreibt Escher diesen für ihn als Dokumentaristen eher ungewöhnlichen Ansatz. "Ich möchte nicht problembeladene Menschen zeigen, sondern Bilder, die den Betrachter über die dargestellte Person direkt ansprechen", sagt er. Wie so oft in seinen Fotografien ist Escher den Porträtierten ganz nahe gekommen. "Man soll die Spuren und Falten in den Gesichtern sehen", sagt er: "Sie erzählen Geschichten, auch wenn wir diese rational vielleicht nicht erfassen können." Escher fotografiert auf seinen Reisen oft Menschen und ist froh, wenn sie ihn für die Sekundenbruchteile der Aufnahme Teil ihres Lebens werden lassen. "Mich bereichern Begegnungen mit anderen Menschen und Kulturen mein Leben lang. Deswegen bin ich Fotograf geworden", sagt der 1953 in Herford geborene Fotograf, der diese Bereicherung mit den Betrachtern teilt. www.juergenescher.de

realisiert durch evolver group