Aus dem Archiv: Hier ziehen die Schützen 2016 durch die Stadt Herford.   - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Aus dem Archiv: Hier ziehen die Schützen 2016 durch die Stadt Herford.   | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Streit bei Herforder Schützen

Schützengesellschaft: Ex-Kompaniechef Thomas Kröger kündigt nach 27 Jahren

Peter Steinert

Herford. Das Gründungsjahr der Schützengesellschaft zu Herford: 1832. Ein Fest sollte gefeiert werden. „Zur Beförderung von Gemeinsinn, Eintracht und edler Geselligkeit, welches als ein wahres Volksfest ein Band sei zu gegenseitiger Unterstützung in Zeiten der Not und das die Liebe zur Heimat und Vaterland fördere”, wie es einst hieß. Wenn die Schützen ab Freitag nächster Woche wieder durch die Straßen ziehen und feiern, dann fehlt der Hauptmann und Kompaniechef. Thomas Kröger, langjähriges Mitglied und Eckpfeiler der „4." ist ausgetreten. Auch weil in seinen Augen Gemeinsinn, edle Geselligkeit und gegenseitige Unterstützung zuletzt arg gelitten haben. Die Mitglieder seiner Kompanie hatte Kröger vorab schriftlich informiert: „Dieses Schreiben geht mir sehr schwer aus der Feder und ich habe eigentlich niemals auch nur im Entferntesten daran gedacht, so etwas schreiben zu müssen. Hiermit möchte ich Euch mitteilen, dass ich meine Mitgliedschaft in der Schützengesellschaft zum Ende des Jahres 2018 beenden werde. Mein Amt als Kompaniechef lege ich mit sofortiger Wirkung nieder." Mit Rechtsempfinden nicht zu vereinbaren 27 Jahre gehörte Kröger der Gesellschaft an, zehn Jahre davon wirkte er als Hauptmann. Der Schützenvorstand reagierte lediglich mit einer schriftlichen Bestätigung auf den Austritt. Dabei hätten Präsident Heinz Richter oder seine Stellvertreterin Sylvia Czentarra-Thies ausreichende Gründe zum klärenden Gespräch gehabt. Denn Kröger schloss einen weiteren Verbleib in der Schützengesellschaft aus, weil das mit seinem „Rechtsempfinden nicht zu vereinbaren" sei. Der 52-Jährige wörtlich: „Wenn der Vorstand seine Position nur mit Drohungen und Unwahrheiten festigen kann, so ist dies für mich nicht zu akzeptieren." Im Gespräch mit der NW konkretisierte Thomas Kröger. Er habe sich gegen den Vorstand gestellt und für ein Kompaniemitglied eingesetzt. Das sei der Riege um Heinz Richter wiederholt negativ aufgefallen. Wobei übermäßiger Alkoholgenuss bei dem ausgeschlossenen Schützenbruder wohl auch eine Rolle gespielt haben sollen. Die Folge: Vereinsausschluss. Einen entsprechenden Beschluss habe der Vorstand erzwungen, so Kröger. „Wenn ihr nicht so abstimmt, wie wir das wollen, dann treten wir zurück", vernahm der Kompaniechef. „Für mich war damit ein Punkt erreicht, bei dem es für mich nicht mehr passte", erklärt der Technische Angestellte, der seine Kritik nicht an einer Person festmachen will. Fünf Austritte vor dem Schützenfest „Einen absägen, das mache ich nicht. Das würde dem Verein sehr schaden", sagt Thomas Kröger. Womöglich schadet sich der Verein selbst. Noch vor dem kommenden Schützenfest traten vier weitere Vereinsmitglieder aus der Schützengesellschaft von 1832 aus. Beim Schmücken der Innenstadt mit den schwarz-grün-weißen Fähnchen war Thomas Kröger schon nicht mehr mit dabei. Beim Schützenfest wird er sich auch nicht blicken lassen. „Das", sagt der Ex-Kompaniechef", würde nur Unruhe geben." Von der Schützengesellschaft war keine Stellungnahme zu erhalten. Anrufe bei Präsident Heinz Richter waren vergeblich. Bei Vizepräsidentin Sylvia Czentarra-Thies meldet sich immerhin der Anrufbeantworter. Auf dem hieß es in den vergangenen Tagen dieser August-Woche, dass sie „vom 16. Juli bis zum 31. Juli" nicht erreichbar sei.

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