Schafe auf einer Weide: Den Tieren auf dem Archivbild geht es offenbar gut. Im Fall der Schafe aus dem Kreis Herford geht das Veterinäramt aber von einer anderen Situation aus. - © Burkhard Battran
Schafe auf einer Weide: Den Tieren auf dem Archivbild geht es offenbar gut. Im Fall der Schafe aus dem Kreis Herford geht das Veterinäramt aber von einer anderen Situation aus. | © Burkhard Battran

Kreis Herford Schaf-Streit landet in Minden vor Gericht

Prozess: Halter aus dem Kreis Herford will weiter Tiere besitzen und seine Herde nicht verkaufen. Verwaltungsrichter müssen jetzt entscheiden

Jobst Lüdeking

Kreis Herford. Fehlendes Wasser und fehlender Sonnenschutz waren nur zwei Faktoren: Die Haltungsbedingungen, die ein Schafhalter aus dem Kreis Herford seinen Tieren zumutete, waren so schlecht, dass im Jahr 2016 die Tiermediziner des Kreisveterinäramts aktiv werden mussten. Gegen den Mann wurde zum einen ein Tierhaltungsverbot erlassen. Zum anderen wurde ihm vom Kreis Herford auch auferlegt, seinen Schafbestand – es handelte sich insgesamt um rund 400 Tiere an verschiedenen Standorten – bis zum Frühjahr 2017 in Teilschritten komplett zu verkaufen. Gegen diese Auflage und das Haltungsverbot wehrte sich der Mann jetzt vor dem Verwaltungsgericht in Minden mit zwei Klagen, wie Hans-Jörg Korte, Vizepräsident des Verwaltungsgerichts erklärte. „Das Gericht wird die Entscheidung schriftlich mitteilen" Während der Schafhalter seine Klage gegen das Tierhaltungsverbot am Freitagmorgen während der mündlichen Verhandlung zurück zog, steht die Entscheidung der Kammer zum Verkauf der Tiere noch aus. „Das Gericht wird die Entscheidung schriftlich mitteilen", erklärte Richter Korte weiter. Bei der Kontrolle von Nutztier- aber auch Heimtierhaltern treffen die Tiermediziner des Herforder Kreisveterinäramts immer wieder auf grobe Missstände. Wann die Veterinäre des Kreises handeln In der Regel werden den Haltern Fristen eingeräumt bis zu deren Ende sie die Mängel abgestellt haben müssen. Verbote der Tierhaltung oder aber Einschränkungen – gegen die die Betroffenen dann vor dem Verwaltungsgericht klagen – werden meist nur dann verhängt, wenn den Auflagen der Behörde nicht nachgekomm en wird und auch bei späteren Kontrollen Missstände festgestellt werden.

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