Das Umsonst&Draußen fand vom 2. bis 5. August auf den Weserwiesen in Veltheim statt. - © Stefan Lyrath
Das Umsonst&Draußen fand vom 2. bis 5. August auf den Weserwiesen in Veltheim statt. | © Stefan Lyrath

Porta Westfalica Schlimmer Verdacht: Festival-Besucherin betäubt und missbraucht

K.O.-Tropfen: Eine Festival-Besucherin wurde womöglich sexuell missbraucht. Das Umsonst&Draußen wird vom Vlothoer Kulturverein „Umsonst & draußen“ organisiert wird

Nina Könemann

Porta Westfalica-Veltheim. Eine Festival-Besucherin des Umsonst&Draußen in Veltheim ist womöglich mit K.o.-Tropfen betäubt und dann sexuell missbraucht worden. Nach einem Bericht des Mindener Tageblattes liegt sie seit Montagmorgen mit schweren Verletzungen im Mindener Klinikum und ist nicht vernehmungsfähig. Wie die Polizei am Freitag auf MT-Nachfrage bestätigte, ermitteln die Beamten derzeit mit Hochdruck in dem Fall. Das Opfer kann sich an nichts erinnern, die Ermittler vermuten daher, dass sie betäubt wurde. Die Frau aus Lippe war nach ersten Ermittlungen mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Kleinkind mit einem Wohnmobil zum dreitägigen Festival angereist. Am letzten Abend – in der Nacht zu Montag – legte sich ihr Partner mit dem Kind zum Schlafen ins Wohnmobil. Die Frau blieb noch auf dem Gelände, um sich mit anderen Gästen zu unterhalten und etwas zu trinken. Danach verliert sich ihre Spur. „Sie hat ihren Mann dann am frühen Morgen auf dem Handy angerufen und um Hilfe gebeten, weil sie verletzt auf dem Gelände lag", sagt Polizeisprecher Ralf Steinmeyer. Ihr Partner ging auf die Suche und nahm die Lipperin zunächst mit ins gemeinsame Wohnmobil. „Die Frau stellte dann rektale Blutungen fest, die sich nicht stoppen ließen." Gegen Mittag meldeten sich die Ärzte bei der Polizei Ihr Mann rief den Rettungsdienst, der sie gegen 9 Uhr ins Mindener Klinikum brachte. Gegen Mittag meldeten sich die Ärzte bei der Polizei: Man habe bei der Frau gravierende Verletzungen festgestellt. Sie lassen darauf schließen, dass die Frau vermutlich vergewaltigt wurde. Seither versuchen die Beamten die Geschehnisse des Abends zu rekonstruieren. „Es hat Blutuntersuchungen gegeben, um zu sehen, ob noch Betäubungsmittel nachweisbar sind", so Steinmeyer. Der Verdacht liege nahe, weil das Opfer sich zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt an nichts erinnern könne. Diese Gedächtnislücken sind ein typischer Nebeneffekt von so genannten K.o.-Tropfen, die von Tätern genutzt werden, um ihre Opfer zu betäuben. Meistens handelt es sich um eine Überdosierung von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln, die – als Tropfen verabreicht – leicht unter Getränke gemischt werden können. Der menschliche Körper baut die Substanzen innerhalb von wenigen Stunden wieder ab, so dass die Mittel später in vielen Fällen nicht mehr nachgewiesen werden können. „Alles, was sie weiß, hat sie aber bereits über ihren Mann mitgeteilt" „Außerdem sprechen wir mit zahlreichen Festival-Besuchern, um herauszufinden, wo die Frau zu welcher Zeit gesehen wurde und ab wann sie vielleicht allein unterwegs war." Ihre Kleidung wurde laut Steinmeyer ans Landeskriminalamt nach Düsseldorf geschickt, das nach Spuren eines möglichen Täters suchen soll. Wann sie selbst nochmal vernommen werden kann, ist unklar. „Alles, was sie weiß, hat sie aber bereits über ihren Mann mitgeteilt", sagt Steinmeyer. Ob der Fall in Zusammenhang mit einem sexuellen Übergriff steht, den eine andere Frau während des Festivals bei der Polizei angezeigt hat, soll ebenfalls geklärt werden. Das Umsonst&Draußen ist ein ehrenamtlich organisiertes Festival, das seit 1975 vom Vlothoer Kulturverein „Umsonst & draußen" organisiert wird. In diesem Jahr fand es vom 3. bis 5. August auf den Weserwiesen am Veltheimer Kraftwerk statt. Rund 20.000 Besucher wurden an den drei Tagen gezählt. Die Polizei stuft die Veranstaltung grundsätzlich als unauffällig ein, da in den vergangenen Jahren kaum Delikte gemeldet wurden.

realisiert durch evolver group