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Förderschule: Die Albert-Schweitzer-Schule in der Herforder Innenstadt. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Förderschule: Die Albert-Schweitzer-Schule in der Herforder Innenstadt. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Förderschul-Standort ist für Landrat alternativlos

Sommergespräch: Bezirksregierung entscheidet, von wo aus die Albert-Schweitzer-Schule geleitet wird

Peter Steinert
03.08.2018 | Stand 03.08.2018, 12:10 Uhr

Herford. Der Zeitpunkt war strategisch gut gewählt: Direkt vor den großen Ferien hatte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) erklärt, dass NRW den inklusiven Unterricht an den Schulen neu ausrichten und an Förderschulen festhalten wolle. Die folgenden Diskussionen versickerten teils, schufen aber auch Voraussetzungen für weitere Ausrichtungen. Wie etwa an den vernetzten Förderschulstandorten Bünde und Herford. Zuletzt wurde bekannt, dass der Kreis Herford die Trägerschaft der Pestalozzi-Schule Bünde und der Albert-Schweitzer-Schule Herford übernehmen wolle. Dabei sollen beide Standorte erhalten bleiben. Herfords Sozialdezernentin Birgit Froese-Kindermann hatte in einem Ausschuss Mitte Juni gesagt, dass sie mit einer Übergabe der Albert-Schweitzer-Schule zum 1. Februar 2019 rechne. Landrat Jürgen Müller zum aktuellen Stand: „Wir sprechen mit den Kommunen und sind dabei in die Beschlussfassung zu gehen. Das soll im Herbst geschehen, damit das auch im Haushalt des Kreises Herford berücksichtigt werden kann." Rein fachlich habe der Landrat keinen Widerstand wahrgenommen. „Die Frage wird die der Finanzierung sein", so Müller. Vom Tisch ist eine Konzentration am Standort Bünde Die unter der alten NRW-Regierung (Rot/Grün) forcierten Inklusions-Pläne hatten in Herford und Bünde Überlegungen zur Fusion der beiden Schulen aufkeimen lassen und zunächst dazu geführt, dass beide Schulen von Bünde aus durch Annette Mühlenmeier geleitet wurden. Unklar ist, ob es dabei bleibt. Jürgen Müller: „Ich gehe davon aus, dass die Herforder Leitung mit der in Bünde zusammengefasst wird. Letztlich entscheidet die Bezirksregierung Detmold." Vom Tisch ist eine Konzentration am Standort Bünde. „Das, was wir an Schülerinnen und Schülern in Herford haben, werden wir in Bünde nicht mehr unterbringen können", so der Landrat, der „keine Alternative" zum Standort der Albert-Schweitzer-Schule sieht. Ministerin Yvonne Gebauer hatte vor den Sommerferien erwähnt, dass die Mindestgrößen der Klassen an den Förderschulen gesenkt werden solle. Aus Herforder Sicht sei das unnötig Aus Herforder Sicht sei das unnötig, so Birgit Froese-Kindermann. „Wir haben an der Albert-Schweitzer-Schule keine Klasse, die größer ist, als dass es für die Kinder nicht gut wäre", sagte sie und warf zugleich die Frage nach zusätzlichen Personal auf, das bei entsprechenden Veränderungen notwendig würde. Froese-Kindermann griff damit eine Überlegung von Sigrid Beer auf. Die Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion hatte die geplanten Maßnahmen des NRW-Ministeriums als „Politik zur Stärkung der Förderschulen" kritisiert. Wichtige personelle Ressourcen, wie etwa die sonderpädagogischen Fachkräfte, würden ihrer Meinung nach von den allgemeinen Schulen abgezogen und an Förderschulen abgestellt. Laut Birgit Froese-Kindermann werde die Anzahl der Förderschüler in Herford im kommenden Schuljahr wie bislang etwa 110 betragen. Genauere Zahlen lägen zum Schuljahresbeginn vor. Platz biete die Albert-Schweizteer-Schule bis zu 180 Schülern. Diese Zahl werde auch in Zukunft nicht erreicht. Wohl auch unter der Trägerschaft des Kreises werde sich die Größe auf „maximal neun Gruppen" beschränken.

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