Liebt Großformat und große Formate: Christian Höhn beim Aufbau der Ausstellung, hinter ihm Fotos aus Dubai, Tokio und Paris (v. l.). - © Ralf Bittner
Liebt Großformat und große Formate: Christian Höhn beim Aufbau der Ausstellung, hinter ihm Fotos aus Dubai, Tokio und Paris (v. l.). | © Ralf Bittner

Herford Bilder von Megastädten im Herforder Kunstverein

Kunstverein: Städte, besonders Megacitys sind ein Thema des Nürnberger Fotografen Christian Höhne. Ab Samstag ist seine Ausstellung „Megacity und One Station“ im Pöppelmann-Haus zu sehen

Herford. „Städte und städtische Räume haben mich schon immer interessiert", sagt sagt Fotograf Christian Höhn, dessen Fotografien ab Samstag in der Ausstellung „Megacity und One Station" im Herforder Kunstverein zu sehen sind. In den 90er Jahren porträtierte er Klein- und Mittelstädte, seit 2001 faszinieren ihn urbane Lebensräume und Ansichten von Megacitys. Experimentierte er anfangs in New York noch mit Polaroids, arbeitet er seit vielen Jahren mit der Großbildkamera. „New York ist laut Definition keine Megacity", sagt er, „denn das sind Städte mit mehr als zehn Millionen Einwohnern." Trotzdem stand die US-Metropole am Anfang der Auseinandersetzung mit dem Thema, denn vor allem Manhattan mit seiner extrem verdichteten Bebauung sei quasi der Prototyp aller Megacitys, auch wenn viele Städte in Asien oder Lateinamerika New York längst von der Einwohnerzahl her überholt hätten." „Denn Megacity ist nicht gleich Megacity" „Eine Woche Zeit vor Ort brauche ich schon", sagt der Fotograf. Wenn dann Wetter und Licht mitspielen, entstehen dann manchmal ein Foto, manchmal auch drei Aufnahmen, die es in seine Ausstellungen oder Bücher schaffen. Voran gehen ausführliche Studien über Geschichte, Kultur und Topographie der jeweiligen Städte. „Denn Megacity ist nicht gleich Megacity", sagt er, „in China gibt es Städte, die sind direkt nach Plänen vom Reißbrett entstanden. Und dann gibt es Städte wie Tokio, die einfach immer weiter gewachsen sind, wo inmitten einem Meer alter, niedriger Bausubstanz plötzlich ein silbrigglänzender Wolkenkratzer in den Himmel ragt." Das nebeneinander von Alt und Neu oder die internationale Monotonie moderner Architektur können typische Charakteristika sein. Typisch für seine Arbeiten ist der erhöhte, distanzierte Blick. Die Aufnahmen entstehen oft von sehr hohen Bauwerken, gelegentlich auch aus dem Hubschrauber, was aber durch die Großformattechnik Einschränkungen beim Fotografieren bedeutet. Um auf die nötigen kurzen Verschlusszeiten zu kommen, könne aus dem Hubschrauber nur bei sehr gutem Licht fotografiert werden. Zwischen 60 und 80 Arbeiten sind für diese Serie inzwischen entstanden, zeigen im Lichterglanz strahlende Hochhauswälder, aber auch Orte wie Rio de Janeiro oder Honolulu, die stark vom Charakter der sie umgebenden Landschaften geprägt sind. Zu sehen sind auch Bahnhöfe, die in der Weltliteratur eine prominente Rolle spielten Einige Arbeiten aus der Serie „Dubai Monuments" belegen, dass der Künstler auch den Blick für das ornamenthafte Detail beherrscht. Ergänzt wird die „sehr enge Auswahl" von Aufnahmen aus der Serie „One Station". Zu sehen sind Bahnhöfe, die in der Weltliteratur eine prominente Rolle spielten, darunter der Grand Central Terminal in New York und der Bahnhof Gornegrat im Wallis. 18 großformatige Arbeiten, teils als Leuchtkästen, sind im Kunstverein zu sehen. Das klingt wenig, aber angesichts des Detailreichtums lädt jedes Bild zur genauen Betrachtung und zum virtuellem Schlendern ein.

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