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Inmitten von Sachspenden: Christian Stephany (hinten, v.l.) und Birgit Burghoff bekommen regelmäßig Spenden von Branko Kreinz, die er über seine Initiative "Herforder für Herford" sammelt. Aktuell werden vor allem Schulmaterialien gebraucht. - © Natalie Gottwald
Inmitten von Sachspenden: Christian Stephany (hinten, v.l.) und Birgit Burghoff bekommen regelmäßig Spenden von Branko Kreinz, die er über seine Initiative "Herforder für Herford" sammelt. Aktuell werden vor allem Schulmaterialien gebraucht. | © Natalie Gottwald

Herford Herforder für Herford: Branko Kreinz kümmert sich um Kinder

Branko Kreinz engagiert sich seit 2009 für das Wohl von Kindern in der Hansestadt. Dem Bernhard-Heising-Haus fühlt er sich besonders verbunden

Natalie Gottwald
24.07.2018 | Stand 23.07.2018, 18:36 Uhr

Herford. Dass es Kinder gibt, die Hilfe brauchen, weil sie alleine sind und ihre Eltern aus verschiedenen Gründen nicht für sie da sein können, weiß Branko Kreinz aus eigener Erfahrung. Geboren in Slowenien, hat der heute 45-Jährige seinen Vater nie kennengelernt. „Die familiären Verhältnisse waren schwierig, deshalb kam ich mit sechs Jahren in ein slowenisches Kinderheim", erzählt der Gründer der Initiative „Herforder für Herford". Bis er 15 war, blieb Kreinz dort. Bis seine Mutter und sein Stiefvater ihn nach Deutschland, genauer, nach Herford holten. „Ich kannte nichts anderes als das Leben im Heim", erzählt Branko Kreinz. Nicht zuletzt deshalb sei das Zusammenleben mit Mutter und Stiefvater für ihn derart schwierig gewesen, dass er ein halbes Jahr später freiwillig wieder ins Heim ging – diesmal ins Bernhard-Heising-Haus am Langenberg in Herford. »Man hat mir hier meine Zukunft in die Hand gelegt« „Hier hat man mich gut aufgenommen, mir sozusagen meine eigene Zukunft in die Hand gelegt und mir Rüstzeug dafür mitgegeben", sagt Kreinz und deutet auf das heutige Büro des pädagogischen Leiters im Flur des Verwaltungstraktes. „Dort hatte ich längere Zeit mein Zimmer. Früher war die Aufteilung hier noch anders." Heute hat Branko Kreinz wieder einmal einen Termin mit dem pädagogischen Leiter Christian Stephany und seiner Stellvertreterin Birgit Burghoff. Und wie fast immer kommt er nicht mit leeren Händen. Spiele, Schulranzen, Rucksäcke oder Schokolade – alles, was Kreinz über seine Initiative „Herforder für Herford" einsammelt, „kommt zu Hundert Prozent bei den Menschen an, mit denen wir arbeiten", sagt er. Häufig freuen sich die Kinder des Bernhard-Heising-Hauses. Wie heute eben. „Ich wollte immer schon etwas zurückgeben. Ich hatte schließlich auch Glück und hatte Menschen, die sich gekümmert haben, obwohl sie nicht zu meiner Familie gehörten. Sonst sähe mein Leben heute vielleicht ganz anders aus", sagt Branko Kreinz. 2009 setzte er sein Vorhaben in die Tat um und gründete seine Initiative. „Ich habe mir nach und nach ein bundesweites Netzwerk von Firmen- und Sachspendern aufgebaut, die ich ansprechen kann, wenn etwas dringend benötigt wird", so Kreinz, der zusammen mit seiner Frau Nicole einen Großteil seiner Freizeit in die Hilfe vor Ort steckt. Vor allem zu Weihnachten wird es manchmal eng zu Hause „Manchmal wird es eng bei uns zu Hause", berichtet Nicole Kreinz. „Vor allem zu Weihnachten, wenn viele Firmen und Privatpersonen spenden." Ein Lager für die Sachspenden haben die Kreinz’ nicht zur Verfügung, deshalb stapeln sich die Gaben dann eben in ihren eigenen vier Wänden. Für Christian Stephany, pädagogischer Leiter des Bernhard-Heising-Hauses und seine Stellvertreterin Birgit Burghoff, ist es „ein Segen, dass es Branko gibt". Für Geburtstage der Kinder stünde zum Beispiel ein Budget von 15 Euro pro Kind zur Verfügung. „Das, was man dafür bekommt, bleibt oft hinter den Wünschen der Kinder zurück. Und die Sachspenden, die Branko uns regelmäßig vorbei bringt, schaffen Räume für Extras", sagt Stephany. Von dem Geld, das aufgrund der Sachspenden nicht ausgegeben werde, könne man auch Unternehmungen im Freizeitbereich – sozusagen on Top, als Sahnehäubchen – starten, ergänzt Birgit Burghoff. Hilfe für Schwächere wird den Kindern bewusst gemacht „Wenn wir zum Beispiel mit einer Gruppe von neun Kindern am Familientag auf die Kirmes gehen, kostet eine Fahrt pro Kind drei Euro. Dann haben wir schon knapp 30 Euro ausgegeben, und es ist noch keine Zuckerwatte gekauft, geschweige denn ein weiteres Fahrgeschäft ausprobiert." Natürlich habe es sich unter den Kindern und Jugendlichen des Bernhard-Heising-Hauses schon herumgesprochen, was Branko Kreinz für eine besondere Beziehung zu der Einrichtung der Stiftung Haus Bethlehem habe, so Stephany. „Immer wenn Branko hier war, fragen die Kinder, was er denn mitgebracht hat." Und vor Kurzem habe eine Gruppe der jungen Bewohner in ihrem Büro gestanden, die zuvor ihr Spielzeug aussortiert hätten. „Sie wollten es verkaufen und das Geld dann spenden für arme Kinder in Afrika", erzählt Burghoff. „So kommt durch die Verbundenheit zu Branko und seine Initiative auch der Gedanke der Hilfe für Schwächere in das Bewusstsein der Kinder. Und das ist ein toller Nebeneffekt."

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