Kann sich sehen lassen: Peter Böhm und Uwe Werner inspizieren den sanierten "Endebutt", der im Zusammenspiel mit dem "Holland" zu Herfords guter Stube werden könnte. - © Peter Steinert
Kann sich sehen lassen: Peter Böhm und Uwe Werner inspizieren den sanierten "Endebutt", der im Zusammenspiel mit dem "Holland" zu Herfords guter Stube werden könnte. | © Peter Steinert

Herford "Endebutt" ist nach vielen Verzögerungen endlich fertig

Straßensanierung: Auf den "Endebutt" soll der "Holland" folgen. Ein verfallener Leerstand am Schnittpunkt der beiden Straßen ist bereits von der Stadt Herford gekauft worden und soll demnächst abgerissen werden

Peter Steinert

Herford. Als Geburt mit anhaltenden Wehen erwies sich die Sanierung des "Endebutt", die als einzige Straße der Stadt unter Denkmalschutz steht. Ein gutes Jahr und damit fast doppelt so lang wie geplant dauerten Erd- und Pflasterarbeiten. Am Ende könnte gar ein schönes Kind das Licht der Welt erblicken und zusammen mit dem "Holland" Herfords gute Stube bilden. Mitte Mai 2017 hatten die Arbeiten am "Endebutt" begonnen, Ende Mai 2018 wurden die letzten Absperrpfosten beiseite geräumt. Die T-förmige Straße verläuft hinter dem "Holland" zwischen Berliner Straße und Lübbertor entlang der Achse, auf der früher die Stadtmauer stand. Die Arbeiten hatten sich immer wieder verzögert. Zuerst konnte der Steinbruch im Bergischen Land nicht genug Steine - Lindlarer Grauwacke - liefern. Dann kam der Frost, danach ereilte die beauftragte Firma eine Grippewelle. »Das gesamte Pflaster musste von Hand eingearbeitet werden« Uwe Werner vom städtischen Immobilien- und Abwasserbetrieb (IAB): "Die Arbeiten gestalteten sich auch deshalb so aufwendig, weil das gesamte Pflaster von Hand eingearbeitet werden musste und alte vorhandene Steine mit neu angelieferten Steinen kombiniert wurden. Dabei muss man bedenken, dass die früheren Pflastersteine völlig unterschiedliche Formate hatten." Während die Steine des Nachschubs im Schnitt 15 bis 17 Zentimeter tief im Boden versenkt wurden, schwankte die Stärke des vorhandenen Materials zwischen über 20 und ganz wenigen Zentimetern, so Peter Böhm. Der städtische Beigeordnete schätzt den Alt-Anteil des jetzt verlegten Pflasters auf 20 Prozent der gesamten Fläche. "Vom Alter her wird es keinen Unterschied geben, denn auch die nachgelieferten Natursteine stammen aus einem alten Steinbruch. Allein an der Form lässt sich erkennen, dass dieses Pflaster gleichmäßiger ist", so Peter Böhm. Der Endebutt ist Baudenkmal, weil er in Fluchtlinie, Verlauf und Breite noch dem preußischen Urkataster von 1829 entspricht. Teile waren mit Natursteinpflaster verlegt, das vermutlich noch aus dem Jahr 1895 stammte. Dass der "Endebutt" saniert wurde, lässt sich an den Seitenstreifen erkennen. Für die Rinnen und die barrierefreien Gehwege wurden Betonsteine verwendet. »Noch wissen wir nicht, wie es an dieser Stelle weitergeht« Auf die anfangs veranschlagten Sanierungskosten in Höhe von 550.000 Euro möchte sich Peter Böhm nicht mehr festlegen, die genau Summe werde noch ermittelt. Schon jetzt stehe indes fest, dass die Anlieger mit 12,20 Euro je Quadratmeter beteiligt werden. Mit der Grunderneuerung und der Umwidmung des "Endebutt" zum "verkehrsberuhigten Bereich" will es Herford nicht bewenden lassen. Zuletzt war das seit Jahrzehnten leer stehende und zusehends verfallende Haus am "Endebutt" Nr. 4 von der Stadt gekauft worden. "Das wird abgerissen", sagt Peter Böhm und verrät, dass dieser Abriss nur der Teil eines Gesamtkonzepts sein wird. "Noch wissen wir nicht, wie es an dieser Stelle weitergeht. Wir wollen aber das gesamte Gebiet mit dem 'Endebutt' und dem 'Holland' überplanen und dabei wird die frei werdende Fläche vom Haus Nr. 4 eine Rolle spielen", sagt der Beigeordnete. Schon jetzt klafft neben dieser Alt-Immobilie eine unansehnliche Lücke, die als innerstädtischer Parkraum genutzt wird. Auch sie wird in den Planungsprozess für das Viertel einfließen. Wann der beginnt, darauf wollte sich Peter Böhm nicht festlegen.

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