Einsatzleiter Dirk Fortmeier (l.) und Polizisten neben der defekten Eurobahn am Hauptbahnhof in Bielefeld. - © Jürgen Mahncke
Einsatzleiter Dirk Fortmeier (l.) und Polizisten neben der defekten Eurobahn am Hauptbahnhof in Bielefeld. | © Jürgen Mahncke

Herford/Bielefeld Defekte Eurobahn - Reisende sorgen für Stillstand im Zugverkehr

Unverantwortlich: Ein Fahrgast der Eurobahn öffnet auf freier Strecke die Tür

Jürgen Mahncke

Bielefeld. Nachdem eine Eurobahn am Donnerstag wegen eines technischen Defekts zwischen Herford und Bielefeld liegengeblieben war, öffnete ein Fahrgast mit dem Nothebel eine Waggontür und verließ den Zug. Weitere Reisende taten es ihm nach und liefen zum Teil über das Nebengleis. "Damit brachten sie sich in Lebensgefahr, denn dort rollte noch der Zugverkehr Richtung Hannover und schnelle ICE passierten den Ort", sagte Dirk Fortmeier von der Berufsfeuerwehr. Um 16.27 Uhr hatte die Eurobahn pünktlich Herford in Richtung Bielefeld verlassen. Kurze Zeit später blieb der Zug auf offener Strecke liegen. Nach einer Stunde des Wartens erlitt eine junge Frau im Zug eine Panikattacke. Die Feuerwehr erreichte ein Notruf aus der Bahn, konnte aber zunächst den Zug nicht orten. An Bord war auch eine 8. Klasse der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schulen. Die Schüler schilderten, dass die Stimmung im Zug immer aufgeheizter wurde. Ein Fahrgast beleidigte den Zugführer mit rassistischen Worten und forderte ihn auf, sofort die Türen zu öffnen. Er folgte aufgrund von Sicherheitsbestimmungen dieser Aufforderung nicht. Daraufhin öffnete der ungeduldige und aufgebrachte Fahrgast eigenständig mit dem Nothebel die Zugtür und verließ unerkannt die Bahn. Weitere etwa zehn Passagiere schlossen sich ihm an und liefen teilweise über die Gleise. Erst dann stellte die Bahn den gesamten Verkehr zwischen Bielefeld und Herford ein und leitete Fernzüge um. Erst gegen 18.30 Uhr war die Strecke wieder frei. Zu diesem Zeitpunkt erreichte auch die defekte Eurobahn, die abgeschleppt wurde, den Bielefelder Hauptbahnhof. Die Frau, die eine Panikattacke erlitten hatte, wurde vor Ort behandelt.

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