Letztes Quartierstreffen: Matthias Höner (v.l.), der Vorsitzende des Vereins Unser Elveridssen", Quartiersentwicklerin Judith Stallner sowie Heike Galling-Schuster und Susanne Siekmann, die den Weihnachtsmarkt organisieren wollen. - © Corina Lass
Letztes Quartierstreffen: Matthias Höner (v.l.), der Vorsitzende des Vereins Unser Elveridssen", Quartiersentwicklerin Judith Stallner sowie Heike Galling-Schuster und Susanne Siekmann, die den Weihnachtsmarkt organisieren wollen. | © Corina Lass

Herford Quartiersentwicklung: Elverdisser fordern weitere Unterstützung

Der Stadtteil sagt seiner hauptamtlichen Unterstützung beim letzten Treffen Dank für die geleistete Arbeit

Corina Lass

Herford. Die Zukunft der Quartiersentwicklung in Elverdissen steht in den Sternen. Das Projekt mit seiner hauptamtlichen Betreuung durch Judith Stallner läuft aus. Zehn Stunden die Woche ist sie noch im Quartier. Doch in zwei Monaten ist es auch damit vorbei. Am Mittwoch gab es den vorerst letzten Quartierstreff. Was hat sich getan, was bleibt? Das waren die Fragen des Abends. Rund 40 Elverdisser waren gekommen und signalisierten damit ihr Engagement fürs Dorf. Wehmut schwang mit als sie Stallner Dank mit einem Blumenstrauß ausdrückten. Die Quartiersentwicklerin war gerührt und sichtbar traurig, Abschied nehmen zu müssen: „Das hätte ich von mir gar nicht erwartet. Ich bin ja noch zwei Monate da." Zu Beginn der geförderten Quartiersentwicklung hatte sie sich mit Von-Tür-zu-Tür-Besuchen bei den Elverdissern bekannt gemacht und dabei ihre Interessen und Bedürfnisse erkundet. Das sei gut gewesen, hatte sie später einmal gesagt, das habe die Quartiersentwicklung ans Laufen gebracht. Hausbesuche haben Entwicklung ans Laufen gebracht Projekte, die Stallner mit ihrem Quartiersmanagement und dem Engagement vieler Bürger in den vergangenen drei Jahren auf die Beine gestellt hat, waren beispielsweise das Maibaumfest, ein Dorf-Brunch und der Weihnachtsmarkt, Kunstprojekte mit der Grundschule und die Quartierstreffen. Ein Reparatur-Café ging an den Start, ein Nähcafé ebenfalls. Letzteres läuft auch weiter. Zur Organisation des nächsten Weihnachtsmarktes hat sich außerdem Susanne Siekmann bereit erklärt, die dabei von Heike Galling-Schuster unterstützt wird. Dafür suchen die Frauen schon jetzt nach einem Weihnachtsbaum. Wer einen anzubieten hat, schreibt dem Verein „Unser Elverdissen" über seine Homepage. Der Verein, der mit acht Mitgliedern gegründet wurde bleibt bestehen, will aber nicht unbedingt weitere Mitglieder aufnehmen: „Wir sind alle Vollzeit berufstätig, die Mitgliederverwaltung können wir nicht leisten", sagte Vorsitzender Matthias Höner. Untersützung für Projekte von Elverdissern Gleiches gelte für neue Projekte: Wenn Elverdisser etwas unternehmen und umsetzen wollten, hätten sie die Unterstützung des Vereins. Auf personelle Hilfe könnten sie aber nicht setzen, sagte Höner. Das sei ja auch eigentlich der Sinn der geförderten Projektes „Quartiersentwicklung Elverdissen" gewesen: einen Anstoß zu geben, damit sich die Bewohner im Stadtteil in Zukunft selbst organisieren. Der gemeinnützige Verein war, wie berichtet, gegründet worden, damit er Spenden entgegennehmen und weitergeben kann. Außerdem betreibt er weiterhin die Homepage, dort sollen also auch in Zukunft aktuelle Nachrichten aus dem Stadtteil zu finden sein. In Zukunft wird es niemanden mehr geben, der organisatorische Aufgaben übernimmt, keinen Anlaufpunkt mehr, keinen Ansprechpartner. Einen letzten Hoffnungsschimmer haben die Elverdisser, dass ihre Quartiersentwicklung doch weiter läuft: Sie haben mit der Bitte an den Bürgermeister geschrieben, dass sie weiterhin hauptamtliche Unterstützung erhalten. „Es kann nicht sein, dass das Projekt nach drei Jahren endet", so Sabine Hartmann-Rohlf aus dem Sozialdezernat der Stadt, die damit den Tenor des Briefes wiedergab. Der Brief gehe jetzt in den Verwaltungsvorstand und sie gingen davon aus, dass er auch politisch beraten werde, sagte sie. Das Büro der Quartiersentwicklerin, Werler Straße 16, wird zum 1. September aufgelöst. Judith Stallner füllt nun eine neu geschaffene Stelle bei der Stadt aus, wo sie Menschen berät und begleitet, die auf Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch 12 angewiesen sind. 

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