Alles Gute: Dirk Jahnke (von links), Daniela Wilmsmann, Bernd Höner, Stefanie Bonhaus und Claudia Bartram verabschiedeten Heike Schmitz-Ibeling (im Vordergrund) gestern an der Gesamtschule Friedenstal. - © Peter Steinert
Alles Gute: Dirk Jahnke (von links), Daniela Wilmsmann, Bernd Höner, Stefanie Bonhaus und Claudia Bartram verabschiedeten Heike Schmitz-Ibeling (im Vordergrund) gestern an der Gesamtschule Friedenstal. | © Peter Steinert

Herford Schulleiterin Heike Schmitz-Ibeling verabschiedet sich

Gesamtschule: Wie Heike Schmitz-Ibeling einer Neuntklässlerin antwortete, die wissen wollte, ob sie zu alt für die Schule sei oder ob sie bei der Bezirksregierung Karriere machen wolle

Peter Steinert

Herford. Heike Schmitz-Ibeling unterrichtete 28 Jahre lang Kinder in Herford. Seit 13 Jahren ist sie in der Schulleitung, davon siebeneinhalb Jahre als Schulleiterin. Am Mittwoch wurde sie an der Gesamtschule Friedenstal verabschiedet. "Nach 28 Dienstjahren ist man ein Teil der Schulhistorie. Man kennt die geschriebenen und die ungeschriebenen Anekdoten, man kennt die geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze", hob Schuldezernentin Petra Hakenberg in ihrer Laudatio hervor. Wie berichtet, geht die Schulleiterin der Gesamtschule Friedenstal zur Bezirksregierung. Als Dezernentin für den Bereich Qualitätsanalyse an Schulen wird sie zunächst dorthin abgeordnet. Nach einigen Monaten soll sie dauerhafte Dezernentin werden. Halbes Jahr Bedenkzeit Ein halbes Jahr lang haben Schmitz-Ibeling und die Bezirksregierung die Möglichkeit, es sich anders zu überlegen. In der Hansestadt übernimmt ihr Stellvertreter Bernd Höner so lange die Schulleitung kommissarisch. Petra Hakenberg: "Mit 26 Dienstjahren steht er Heike Schmitz-Ibeling an der Gesamtschule Friedenstal in nicht viel nach." Hakenberg könne verstehen, dass die Friedenstalerin Abschied nimmt. Schließlich sei sie als "bodenständige Lipperin" ständig zwischen ihrem Wohnort Detmold und dem Arbeitsplatz in Herford hin- und hergependelt. "Das kommt fast einem Fremdgehen gleich. Jetzt aber zieht es die Lipperin in ihre heimische Metropole Detmold", schloss die Dezernentin. "Wir gewinnen eine fachlich hoch qualifizierte Frau in der Bezirksregierung" Für die Stadt bedankte sich Birgit Froese-Kindermann. Die Beigeordnete sah den Wechsel von zwei Seiten: "Wir gewinnen eine fachlich hoch qualifizierte Frau in der Bezirksregierung. Vielleicht kommt uns dieses Standbein in Herford zugute. Wir verlieren eine engagierte Schulleiterin der einzigen Schule, die man als integriertes Schulsystem bezeichnen kann." Schmitz-Ibeling griff die Worte ihrer Vorrednerinnen gleichermaßen auf. "Bei solchen Gelegenheiten wird von einem weinenden und einem lachenden Auge gesprochen. Bei mir hat heute das lachende Auge einen freien Tag beantragt." Andererseits hätte sie als Mathematikerin aber auch die Zahlen zusammengetragen. "28 Jahre entsprechen 1.120 Schulwochen. Das sind 5.050 Schultage", so Schmitz-Ibeling, die für die Fahrt zwischen Detmold und Herford 5.900 Stunden errechnete: "Das sind 245 Tage." In diesen 28 Jahren sei die Gesamtschule "ordentlich durchgeschüttelt" worden. "Wir haben aber immer die Ärmel hochgekrempelt und nicht aufgehört, uns weiter zu entwickeln", so die Schulleiterin, die ihre Abschiedsrede mit einer kleinen Anekdote würzte. Von einer Neuntklässlerin sei sie gefragt worden, ob sie zu alt für die Schule sei oder ob sie bei der Bezirksregierung Karriere machen wolle. Die Antwort von Heike Schmitz-Ibeling: "Ich habe es hier an der Gesamtschule vom Nesthäkchen zur Dienstältesten gebracht. Das ist auch eine Art Karriere."

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