Finden, es ist "höchste Zeit" für die Platzsanierung: Gert Flörke, Leiter des Elisabeth von der Pfalz-Berufskollegs (v. l.), Katharina Drave, Architektin des Kirchenkreises, Presbyter Rainer Scheele und Superintendent Michael Krause. Links ist eine große Pfütze zu sehen, die derzeit immer wieder durch die Platz-Unebenheiten entsteht. - © Natalie Gottwald
Finden, es ist "höchste Zeit" für die Platzsanierung: Gert Flörke, Leiter des Elisabeth von der Pfalz-Berufskollegs (v. l.), Katharina Drave, Architektin des Kirchenkreises, Presbyter Rainer Scheele und Superintendent Michael Krause. Links ist eine große Pfütze zu sehen, die derzeit immer wieder durch die Platz-Unebenheiten entsteht. | © Natalie Gottwald

Herford Platz vor Jacobi-Kirche wird saniert

Sanierung startet: Der Platz zwischen Kirche und Elisabeth von der Pfalz-Berufskolleg bekommt ein neues, ebenes Pflaster. Zusätzlich werden die Beete rund um die Kirche strukturiert. Die alten Linden bleiben

Natalie Gottwald

Herford. "Das ist das Ende einer nahezu unendlichen Geschichte", sagt Rainer Scheele, Presbyter der evangelischen Kirchengemeinde Herford-Mitte. Er meint damit die Sanierung des Jakobi-Kirchplatzes, die ein ums andere Mal verschoben wurde, "weil andere Dinge wichtiger waren". Nach der Fusion der drei innerstädtischen Gemeinden Jakobi, Münster und Johannis wurde zunächst das ehemalige Gemeindehaus umgebaut und das Berufskolleg entstand als Ausbildungsstätte für Gesundheits-, Erziehungs- und soziale Berufe. "Dafür mussten immer wieder schwere Fahrzeuge auf den Platz. Da machte es keinen Sinn, vorher zu sanieren", erklärt Superintendent Michael Krause. Kreuz wurde überarbeitet Von 2012 bis 2013 folgte die Sanierung des Kantorenhauses, danach die Arbeiten an der Kirche, mit Dachsanierungen und einem neuen Anstrich. Außerdem wurde das Kreuz oben auf dem Kirchturm abgenommen und überarbeitet. Am kommenden Donnerstag wird es wieder aufgesetzt. "Und jetzt verlieren wir keine Zeit mehr und starten endlich mit dem Platz - schließlich müssen wir innerhalb der Sommerferien fertig werden. Danach wird er wieder als Schulhof fürs Berufskolleg gebaucht", sagt Scheele. Als Standort für drei prägende Gebäude im Viertel rund um die Radewiger Straße komme dem Platz zwischen Jakobi-Kirche, Elisabeth von der Pfalz-Berufskolleg und Kantorenhaus eine große Bedeutung zu, auch für die Allgemeinheit, sagt Katharina Drave, Architektin des Kirchenkreises Herford, die den Platz neu geplant hat. "Die Kirche soll durch die Maßnahme als stadtbildprägendes Element wieder neu in Szene gesetzt werden", erklärt Drave das Vorhaben. "Natürlich war das erste Ziel, die Schäden auf dem unebenen Pflaster zu beheben. Derzeit entsteht bei Regen hier eine echte kleine Seenlandschaft. Wir werden den Platz aber auch in einem Zuge aufwerten." Dafür werde das Pflaster auf der rund 800 Quadratmeter großen Fläche aufgenommen, der Unterbau ausgekoffert und leicht erhöht, damit ein Gefälle für die Entwässerung entstehe. Das neue Ziegelpflaster sei gelb-rot geflammt und werde optisch eine Einheit schaffen zwischen der weiß-gelben Kirchenwand und dem rot geklinkerten Berufskolleg. "Ein guter Nebeneffekt ist, dass durch das Anheben des Platzes eine Stufe zur Kirche hin wegfallen wird", so Drave. Auch die Beete rund um die Kirche sind von den Umgestaltungen betroffen. Derzeit herrscht hier ein recht wilder, relativ hoher Bewuchs mit Büschen und Hecken vor. "Wir werden die Beete strukturieren und eine niedrigere Bepflanzung wählen", sagt die Architektin. Das führe dazu, "dass man einfach wieder mehr von der Kirche sieht". Auf der Seite zur Kirchgasse hin würden dann auch alte Grabsteine wieder sichtbar, die an der Kirchenwand des im 14. Jahrhunderts erbauten Gotteshauses angebracht seien. Die alten Linden allerdings, die rund um die Kirche stehen, werden auf jeden Fall stehen bleiben. "Die Linde, die mitten auf dem Platz steht, wird sogar wieder neu eingefasst und mit Sitzsteinen versehen, damit der Baum wieder der zentrale Punkt des Platzes wird", erläutert Drave. Unschöner Teil wird verschwinden Ein bisher optisch unschöner Teil, das Trafo-Häuschen mit Garage, an dem auch die Mülleimer stehen, wird im Zuge der Sanierungsmaßnahmen außerdem verschwinden. Eine Sichtschutzwand mit Begrünung wird das "notwendige Übel" künftig verstecken. Als Letztes sei auch eine neue Beleuchtung des Platzes geplant. "Bisher war es rund um die Kirche sehr dunkel - vor allem in den Wintermonaten reichte die spärliche Beleuchtung nicht aus", sagt Drave. Künftig werde der gesamte Platz voll ausgeleuchtet sein. Die Gesamtkosten der Platzgestaltung belaufen sich auf 195.550 Euro und werden je zur Hälfte von der Kirchengemeinde und dem Kirchenkreis getragen. Die Sanierung startet am Montag und soll bis zum Ende der Sommerferien abgeschlossen sein.

realisiert durch evolver group