Begehrt: Mathilda (v. l.), Jan und Nick haben im vergangenen Jahr in Mini-Herford eine Bank eröffnet. Sie nehmen Ein- und Auszahlen vor und vergeben Kredite. - © Peter Steinert
Begehrt: Mathilda (v. l.), Jan und Nick haben im vergangenen Jahr in Mini-Herford eine Bank eröffnet. Sie nehmen Ein- und Auszahlen vor und vergeben Kredite. | © Peter Steinert

Herford "Mini Herford" in den Ferien: Eine Stadt in Kinderhänden

Plan- und Rollenspiel: Nach dem erfolgreichen Debüt im vergangenen Jahr startet die Spielstadt pünktlich zu Ferienbeginn. Für die zweite und dritte Woche sind noch Plätze frei

Herford. Ein Job im Rathaus? Eine Stelle in der Tischlerei? Oder vielleicht gleich einen eigenen Betrieb gründen? Für Kinder zwischen 8 und 13 Jahren bieten sich in den Sommerferien bei der Neuauflage der Kinderspielstadt „Mini Herford“ rund um das Mehrgenerationenhaus „Alte Schule Ottelau“ eine Menge Möglichkeiten. Drei Wochen wird Kindern in dem Plan- und Rollenspiel ein Zugang zum komplexen System einer Stadt ermöglicht. Dieses wird mit Betrieben und Einrichtungen aus den Bereichen Politik und Verwaltung, Dienstleistung, Produktion, Kultur, Bildung und Medien sowie einem eigenen Geldkreislauf möglichst wirklichkeitsgetreu nachgebildet. Die Kinder können diverse Berufe vom Bäcker oder Beamten bis hin zum Polizisten oder Zeitungsredakteur ausüben. Die Spielstadt soll damit Kindern gesellschaftliche und politische Prozesse in altersgerechter Weise verständlich und begreifbar machen. „Jeder Betrieb wird in Eigenverantwortung geführt und verdeutlicht die Nähe zur Lebens- und Lernwelt der Kinder und Jugendlichen“, sagt Projektkoordinatorin Ulrike Warnecke. Eltern dürfen nur mit einem "Kurzzeitvisum" rein Darüber hinaus finde der Begriff „Alltagsbildung“ in „Mini-Herford“ praktische Anwendung, da den Kindern ein außerschulischer Lernort angeboten wird, an dem sie sich entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten einbringen können. Erwachsene stehen den Kindern nur beratend zur Seite. Eltern können die Stadt nur nach Erhalt eines Kurzzeitvisums in Begleitung von Kindern als Touristenführer besuchen. „Sonst arbeiten und lernen die Kinder ganz selbstständig und können dabei jederzeit auf die Hilfe von Teamern zurückgreifen“, erläutert Warnecke. Bereits im vergangenen Jahr machte das Projekt Schlagzeilen damit, dass in der Minispielstadt mit einer eigenen Währung, dem „Hansa“, gezahlt wird. „So spielen Kinder eben nicht nur am Computer, Handy oder Tablet, sondern in der realen Welt mit Dingen, die man anfassen kann“, sagt Warnecke. Gefördert wird Mini-Herford durch die große Stadt Herford, durch das Förderprogramm „Demokratie leben“. und erstmals vom Leo-Club Herford, der Jugendorganisation des Herforder Lions Clubs. Für die zweite und dritte Woche noch Plätze frei Neu ist in diesem Jahr auch die Beteiligung der Studentischen Unternehmensberatung „STUNT“ Bielefeld. STUNT setzt sich aus Studierenden verschiedener Fachrichtungen der Universität, der Fachhochschule und der Fachhochschule des Mittelstands zusammen. Als Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis bietet STUNT den Studierenden die Möglichkeit, das an den Hochschulen erworbene Wissen praktisch in internen und externen Projekten anzuwenden – eben wie beim Projekt „Mini Herford“. Die Kinderspielstadt ist in den ersten drei Ferienwochen – also vom 16. Juli bis zum 3. August – jeweils montags bis freitags täglich von 9.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. In der ersten Ferienwoche sind bereits alle Teilnahmeplätze ausgebucht, für die zweite (23. bis 27. Juli) und die dritte Woche (30. Juli bis 3. August), sind noch Plätze frei. Eltern können ihre Kinder über ein Online-Formular anmelden. Zudem sucht das DRK Mehrgenerationenhaus noch weitere Betreuer, welche die Kinder in der zweiten und dritten Ferienwoche begleiten. Wer Interesse hat, kann sich unter Tel. (0 52 21) 2 75 86 79 melden oder sich ebenfalls über die Website (Unterpunkt „Teamer“) melden. www.mini-herford-erleben.de

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