Unansehnlich: Seit geraumer Zeit prägt ein Müllberg das Gartenareal hinter dem „Lindwurm" an der Berliner Straße. Ein Hausmeisterdienst hatte die Wohnungsgesellschaft offenbar versetzt. - © Peter Steinert
Unansehnlich: Seit geraumer Zeit prägt ein Müllberg das Gartenareal hinter dem „Lindwurm" an der Berliner Straße. Ein Hausmeisterdienst hatte die Wohnungsgesellschaft offenbar versetzt. | © Peter Steinert

Herford Müllberg am "Lindwurm" wächst seit Wochen

Ein Müllberg wächst auf der Sonnenseite der innerstädtischen Wohnanlage. Ein neuer Hausmeister soll ab dem 15. Juli für Abhilfe sorgen

Herford. Herrlich, wer bei dem wunderschönen Wetter der vergangenen Tage einen Garten sein Eigen nennen darf. In der Stadt werden das wohl nur die wenigsten Herforder sagen können. Ein Balkon reicht aber auch. Wenn der nach Süden geht, dann ist Sonne satt garantiert. Ein Müllberg könnte jedoch den Blick beeinträchtigen. Wie an der Berliner Straße, wo sich hinter dem sogenannten „Lindwurm“ seit Wochen Unrat stapelt. Die zuständige Wohnungsgesellschaft Altro Mondo in Ronnenberg bei Hannover wirbt an der Front mit dem Spruch „Schöner wohnen“ und verließ sich auf der Rückseite auf eine Hausmeistergesellschaft. Die ließ den Müll links liegen. Die verstreut verteilten Mülltüten, gelben Säcke, Küchenreste oder verschlissenen Sessel sind auch der Wohn- und Wirtschafts-Service Herford (WWS) bekannt. Die besitzt mehrere Wohnungen an der Ecke zur Berliner Straße in der Fidelenstraße. Auch deren Mieter haben beim Blick vom Balkon den Müll vor Augen. Müll zieht Müll an - der Berg wächst „Wir können da leider nichts machen, weil der Unrat auf dem Grundstück der Altro Mondo liegt“, sagt WWS-Geschäftsführer Magnus Kasner. Er weiß, dass Müll Müll anzieht und dass der Berg weiter wachsen wird. Mehrere Kontaktversuche mit der niedersächsischen Wohnungsgesellschaft seien gescheitert. Im Internet finden sich problemlos Hinweise auf diese Wohnungsgesellschaft. Positive Bewertungen sind selten. Von „einem Vermieter, der seine Mieter total im Stich lässt und nur Geld will“ ist zu lesen. Oder: „Man schert sich sonst was um seine Mieter.“ Ende Februar berichteten die Ruhr Nachrichten über eine Rentnerin in Castrop Rauxel, die seit 2011 in einer Mietwohnung der Altro Mondo lebt. „Eigentlich eine gemütliche Wohnung mit Balkon. Trotzdem wird sie dort wohl wegziehen. Schuld daran ist vor allem die Vermietergesellschaft. Und damit ist sie nicht alleine“, schreibt das Blatt. Anfrage an Altro Mondo bleibt unbeantwortet Die Ruhr Nachrichten wollten nicht nur die Mieter, sondern auch den Vermieter zu Wort kommen lassen. Das Resultat: „Auf eine ausführliche Nachfrage an Altro Mondo erhielt die Redaktion nach gut zwei Wochen eine Antwort. Zitieren dürfen wir diese nicht.“ Der Neuen Westfälischen ging es ähnlich. Eine Anfang vergangener Woche gestellte telefonische Anfrage zum Müllberg an der Berliner Straße blieb ebenso ohne Resonanz, wie eine Mitte vergangener Woche verschickte E-Mail an der Pressestelle von Altro Mondo. Ein erneuter Versuch schlug auch am Montag fehl. Der Stadt sind die Hände gebunden. Erst wenn Seuchengefahr bestehe, könne die Behörde eingreifen. Das wird aber wohl nicht mehr nötig sein, weil die Altro Mondo mit Horst Bachmann von dem Bad Salzufler Unternehmen „Work 96“ einen neuen Hausmeisterservice beauftragt hat – ihn traf die NW zufällig vor Ort. „Wir sind ab dem 15. Juli im Einsatz, haben jetzt schon der Altro Mondo Fotos von dem Müll zukommen lassen“, sagt Bachmann. Der neue Ansprechpartner für Mieter und Nachbarn ist mit den Gegebenheiten vertraut. „Ich kenne die Anlage von früher. Daher weiß ich, dass Wildfremde eine Zufahrt an der Ecke von Berliner Straße und Fidelenstraße nutzen, um ihren Müll hier abzuladen. Vielleicht sollte auf Dauer ein Tor angebracht werden, für das die Mieter einen Schlüssel erhalten. Die Feuerwehrzufahrt darf aber nicht eingeschränkt werden“, sagt Horst Bachmann.

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