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Sohn vergewaltigt: Der Mutter droht eine Haftstrafe. - © picture alliance / dpa
Sohn vergewaltigt: Der Mutter droht eine Haftstrafe. | © picture alliance / dpa

Vlotho/Bielefeld Sohn vergewaltigt: Haftstrafe für Mutter

37-jährige Frau hatte vor mehr als drei Jahren ihr eigenes Kind in Vlotho missbraucht

Nils Middelhauve
10.05.2018 | Stand 10.05.2018, 09:45 Uhr

Vlotho/Bielefeld. Dass sich Gerichte mit Fällen von schwerem Kindesmissbrauch befassen müssen, ist leider keine Seltenheit. Ungewöhnlich ist es hingegen, wenn eine Mutter ihren eigenen Sohn vergewaltigt - so geschehen in einer Wohnung in Vlotho zu Beginn des Jahres 2015. Das Bielefelder Landgericht verurteilte gestern die 37-jährige Täterin zu einer Gefängnisstrafe von zweieinhalb Jahren. In der mehrtägigen Verhandlung vor der IV. Großen Strafkammer des Bielefelder Landgerichts hatte Frauke F. (Namen aller Betroffenen geändert) den Tatvorwurf vehement bestritten: Ich habe nie etwas mit meinem Sohn gehabt, das ist alles von ihm erfunden", hatte die Angeklagte am ersten Verhandlungstag ausgesagt. Nach mehrtägiger Beweisaufnahme gelangte das Gericht jedoch zu einer anderen Überzeugung. Demnach war die Ehe von Frauke F. im Dezember 2014 endgültig gescheitert, dennoch lebte sie zunächst noch mit ihrem damaligen Ehemann, den gemeinsamen Kindern sowie ihrem aus einer früheren Beziehung stammenden Sohn Philip in der gemeinsamen Wohnung in Vlotho. Irgendwann in der Zeit vor dem 10. März - der genaue Tattag ließ sich vor Gericht nicht mehr feststellen - bat Frauke F. ihren damals 13 Jahre alten Sohn unter dem Vorwand, er möge sie bitte massieren, zu sich. Als der Junge dieser Aufforderung nachkam, missbrauchte und vergewaltigte sie ihn. Philip gelang es schließlich, sich dem Griff der Mutter zu entziehen. Er schloss sich in seinem Zimmer ein. Doch blieb die Tat für den Jungen nicht ohne Folgen: In den Folgemonaten klinkte er sich beinahe vollständig aus seinem bisherigen sozialen Leben aus, litt unter Konzentrationsstörungen und sackte in der Schule ab. Erst nach etwa einem halben Jahr besserte sich die Situation allmählich. Frauke F. hatte den Vorwurf bis zuletzt abgestritten. "Ich kann mir nur vorstellen, dass Philip mich dafür bestrafen wollte, dass ich in seinen Augen mit dem Einreichen der Scheidung die Familie kaputtgemacht habe", sagte sie vor Gericht.

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