Die Ditib-Moschee: Hier entstand das umstrittene Video. Das Gebäude liegt an der Kreuzung Westring/Bielefelder Straße. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Die Ditib-Moschee: Hier entstand das umstrittene Video. Das Gebäude liegt an der Kreuzung Westring/Bielefelder Straße. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Video: Kähler stellt Zusammenarbeit mit Ditib-Moschee infrage

Der Herforder Bürgermeister zeigt sich entsetzt über die Aufnahmen

Jobst Lüdeking

Herford. „Ich bin entsetzt über diese Aufnahmen", so Bürgermeister Tim Kähler am Donnerstagmittag angesichts der paradierenden uniformierten Kinder in einer Herforder Moschee. Für Freitagmorgen habe er den Vorstand der Ditib-Gemeinde einbestellt. Und dieses Gespräch werde nicht das letzte sein. Er werde seinen Standpunkt klar machen und danach werde es weitere Termine mit der Fachdienststelle geben. „Wir als Stadt werden prüfen, ob hier gegen das Jugendschutzgesetz verstoßen wurde", erklärte Kähler. Er wünsche sich ein friedliches Miteinander in Herford. Der Aufbau und die Verfestigung von Parallelgesellschaften lehne er ganz entschieden ab. Ditib-Gemeinde erhält städtische Mittel Mit der Ditib-Gemeinde an der Bielefelder Straße habe man in den Jahren zuvor zusammengearbeitet. So erhält die Gemeinde über ein Programm mit der Carina-Stiftung städtische Mittel: etwa für ein Müttercafé. Dieses Müttercafé beinhalte Angebote, in denen Müttern den sensiblen Umgang mit ihren Kindern lernen – angesichts der paradierenden Kinder klingt das ironisch. Darüber hinaus gibt es den Leseclub Iqra. Dessen Ziel sei es, den Zugang zu Büchern und anderen Medien, Medienkompetenz und Sprachkenntnisse von Kindern aus muslimischen Familien zu fördern. Die Projekte würden gut angenommen, sagt Kähler. „Aber das ist alles auf den Prüfstand zu stellen." Es sei die Frage, inwieweit eine vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich ist. Und die Aufnahmen seien angesichts der Diskussion um Integration „Wasser auf die Mühlen der Menschen", die gegen eine offene und tolerante Gesellschaft vorgehen. Diesem Ziel einer offenen Gesellschaft habe die Herforder Ditib-Gemeinde einen Bärendienst erwiesen und auch dem Image der Stadt Herford.

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