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Ungewohnte Nähe: Papst Franziskus im Gebet mit der daneben sitzenden Herforderin. Die Aufnahme entstand 2013 in einer Kapelle im Casa Santa Marta. - © Privat
Ungewohnte Nähe: Papst Franziskus im Gebet mit der daneben sitzenden Herforderin. Die Aufnahme entstand 2013 in einer Kapelle im Casa Santa Marta. | © Privat

Herford Herforder Lehrerin betet auch mal gemeinsam mit dem Papst

Christina Schilgen durfte bereits drei Oberhäuptern der Kirche die Hand schütteln. Die Lehrerin der Wilhelm-Oberhaus-Schule nutzt den Kontakt für den Unterricht

Christian Geisler
25.03.2018 | Stand 25.03.2018, 19:59 Uhr

Herford. Christina Schilgen hat gleich drei Päpsten die Hand geschüttelt. Die Religionspädagogin der Wilhelm-Oberhaus-Schule in Herford traf sowohl Papst Johannes Paul II als auch Papst Benedikt XVI und Papst Franziskus im Vatikan - "eine Ehre", wie sie selbst sagt, die nur ganz wenigen Personen zuteil wird. Seit 13 Jahren ist Schilgen Lehrerin an der Grundschule am Herforder Schulwall. In der katholischen Grundschule spielt die Religionslehre eine übergeordnete Rolle. Jeden Morgen beten die Schulkinder ein Morgengebet, jeden Mittwoch besuchen die dritten und vierten Klassen eine Messe in der St.-Johannes-Baptist-Kirche. "Wir schulen dadurch das moralische Bewusstsein der Kinder. Sozialkompetenz hat eine hohe Wichtigkeit", sagt Schulleiterin Simoné Schnasse. Auch der Kontakt von Schilgen zum Vatikan fließe regelmäßig mit in den Unterricht ein. Seit 2008 schreibe sie Briefe mit dem maltesischen Erzbischof Alfred Xuereb, der seit Jahren im Vatikan tätig ist. Erzbischof Xuereb kennengelernt, als er ein Praktikum machte Xuereb hatte 1980 während seiner Ausbildung zum Priester für ein Jahr in Münster gelebt, dort ein Praktikum als Krankenpfleger an einem Krankenhaus gemacht. "Er wohnte damals im Haus meiner Großeltern. So ist die Verbindung zu meiner Familie entstanden", sagt Christina Schilgen. Der gebürtige Malteser wurde 1984 zum Priester geweiht und übernahm schon bald verschiedene Aufgaben in Rom. Seit 1995 arbeitete Xuereb im Staatssekretariat des Vatikans, im September 2007 ernannte ihn Papst Benedikt XVI zu seinem zweiten Privatsekretär. 2013 wurde er nach der Wahl von Papst Franziskus zum ersten Privatsekretär ernannt. "Damit war er einer der engsten Vertrauten des Papstes", so Schilgen. Mittlerweile wurde Alfred Xuereb zum Nuntius von Korea und der Mongolei ernannt. Erst am 19. März fand die Weihe zum Erzbischof durch Papst Franziskus im Petersdom statt. Auch Schilgen war eingeladen. Über den Kontakt zum maltesischen Erzbischof hatte Schilgen Audienzen bei Papst Benedikt XVI und Papst Franziskus. "Meine Großeltern hatten sogar den gleichen Bekanntenkreis wie Benedikt. Ich habe mich 2011 fast 20 Minuten mit ihm unterhalten dürfen", erzählt die 41-Jährige. "Das war eine tolle Begegnung." 2013 wurde sie von Xuereb zu einer Frühmesse in eine Kapelle im Casa Santa Marta, der Unterkunft des Papstes, geladen. Rein zufällig nahm Papst Franziskus in der Reihe vor Schilgen platz und betete direkt vor ihr ein stilles Gebet. Nach dem Gottesdienst stellte ihr Erzbischof Xuereb den aktuellen Papst vor. "Ich konnte mit ihm sogar deutsch sprechen", sagt Schilgen. Johannes Paul II habe sie 1990 während einer Messdienerwallfahrt rein zufällig die Hand schütteln dürfen. Der Papst sei nach dem traditionellen Ostersegen zur wartenden Masse gegangen und habe den Kontakt zu den Menschen gesucht. Im Unterricht an der Wilhelm-Oberhaus-Schule erzähle Schilgen ihren Schülern regelmäßig von den Treffen mit den drei Päpsten. "Auch die Schüler sind ganz euphorisch", erzählt die Detmolderin. Nicht selten wenden sich die Kinder mit Briefen direkt an den Papst. Über Bischof Xuereb erhalten sie sogar Rückmeldungen. Papst Benedikt XVI habe der Wilhelm-Oberhaus Grundschule zum Jubiläum beispielsweise in einem persönlichen Brief gratuliert.

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