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Urteil: Der Ausgang des Prozesses wird wesentlich vom Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen abhängen. - © dpa
Urteil: Der Ausgang des Prozesses wird wesentlich vom Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen abhängen. | © dpa

Herford Angeklagter Herforder kann sich kaum noch an Körperverletzung erinnern

Landgericht: 54-Jährigem droht Aufenthalt in der geschlossenen Psychiatrie

Peter Johnsen
21.03.2018 | Stand 20.03.2018, 17:23 Uhr

Herford/Bielefeld. Für den 54-jährigen Herforder Martin S. (Name geändert) geht es um viel: Entweder droht ihm eine geringe Geld- oder Haftstrafe oder zeitlich unbegrenzter Aufenthalt in der geschlossenen Psychiatrie. Die Entscheidung darüber muss die II. Große Strafkammer des Bielefelder Landgerichts treffen. Angeklagter soll zwei Brüder attackiert haben Der Vorfall, der Auslöser des Verfahrens ist, liegt lange zurück. Am 12. Mai 2016 soll Martin S. gegen 17 Uhr in einem Park an der Mindener Straße zwei Brüder, heute 21 und 18 Jahre alt, attackiert haben, die dort mit ihrem Hund spazieren gingen. Er soll auf den Älteren zugestürmt sein und ihn mit einer Hand so kräftig gewürgt haben, dass eine sichtbare Quetschung am Hals des jungen Mannes entstand und er mehrere Tage unter Atem- und Schluckbeschwerden litt. Martin S. wurde wegen vorsätzlicher Körperverletzung angeklagt. Eine Gefahr für die Allgemeinheit? In der Verhandlung vor dem Herforder Amtsgericht am 2. Januar 2018 entstand beim Richter der Eindruck, dass S. möglicherweise psychisch schwer gestört ist und eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt, die seine Unterbringung erforderlich machen könnte. Das Gericht verwies den Fall daher an das Landgericht. Zu Beginn der Verhandlung gab S. an, sich an die Tat kaum noch erinnern zu können. Zuvor habe er anderthalb Flaschen Weinbrand geleert: „Ich war besoffen...es tut mir sehr leid". Die Brüder sagten als Zeugen aus, der Angeklagte habe sich mit ausgestreckter Hand ihrem Hund genähert. Nach der Aufforderung, das zu unterlassen, sei er plötzlich aggressiv geworden. Der Ausgang des Prozesses wird nun wesentlich vom Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen abhängen. Fortsetzung am Montag.

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