Stabilisations- und Koordinationsübungen: Noch bevor es nach draußen geht, kommen die Neu-Läufer schon leicht ins Schwitzen. - © Markus Voss
Stabilisations- und Koordinationsübungen: Noch bevor es nach draußen geht, kommen die Neu-Läufer schon leicht ins Schwitzen. | © Markus Voss

Herford Lauf geht's: Auftakt des sportlichen NW-Projekts in Herford

Fast 40 Laufnovizen und Wiedereinsteiger treffen sich, um in ein großes Abenteuer zu starten. Ziel ist der Halbmarathon im September in Bochum

Markus Voss

Herford. „Auf ihrem Mist ist das gewachsen", sagt Cerstin Held und zeigt lachend auf ihre Freundin, die gerade durch die Tür gekommen ist. „Sorry, ich hab’ keinen Parkplatz gefunden", sagt Isabel Möller und bestätigt: „Ich habe die Karte zu dieser Aktion auf der Neuen Westfälischen gesehen und sie dann gleich Cerstin unter die Nase gehalten. Uns hat das Konzept von Anfang an gut gefallen." Ein paar Wochen sind seitdem vergangen, und jetzt stehen die beiden am Samstagnachmittag in schicken Sportklamotten im Active Sportshop an der Rennstraße in Herford, um als zwei von 34 Teilnehmern in ein neues großes Abenteuer namens „Lauf geht’s" zu starten. „Lauf geht’s" – das ist eine Aktion der NW mit den Kooperationspartnern Viactiv Krankenkasse und Active Sportshop, bei der Laufanfänger, Wiedereinsteiger und Gelegenheitsläufer sechs Monate lang unter fachkundiger Anleitung und mit persönlichem Trainings- und Ernährungsplan trainieren. Das Ziel: Am 2. September beim Halbmarathon in Bochum nach 21,1 Kilometern mit einem Lächeln ins Ziel laufen. Begleitet werden die Teilnehmer von Experten um den Sportwissenschaftler Wolfgang Feil. Insgesamt 258 haben sich in Ostwestfalen bei den Lauftreffs in Bielefeld, Gütersloh, Bünde und Herford angemeldet. Zehn Trainer unterstützen die Läufer Cheftrainer ist hier Uwe Mohn, der Shopleiter von Active Herford. „Wir haben in Herford zehn Trainer, die für ,Lauf geht’s‘ zu unterschiedlichen Zeiten im Einsatz sind", sagt er. Heute zum Start sind die Coaches Petra, Christa und Thomas mit von der Partie. Der ein oder andere Teilnehmer ist bereits in Fachgespräche vertieft, andere stehen still daneben. Ein gewisses Kribbeln ist den meisten anzusehen. „Ich hab’ nie Sport gemacht, jetzt bin ich bald 53 und habe gedacht, dass es langsam Zeit wird, etwas für meinen Körper zu tun", berichtet Cerstin Held, die aus Lemgo-Kirchheide nach Herford gekommen ist. Und: „Ich fange hier wirklich bei Null an." Das gilt auch für Freundin Isabel Möller aus Pödinghausen. „Ich bin auch absolute Anfängerin", sagt sie und gibt zu: „Ich bin schon ein bisschen aufgeregt." Klingelingeling. Uwe Mohn läutet mit der Glocke und bittet um Aufmerksamkeit. Dann erklärt er den Ablauf des ersten gemeinsamen Trainings, das gut eine Stunde dauern wird. „Je länger wir laufen, desto länger geht natürlich auch das Training", sagt er. Das können bis zu zwei Stunden sein. Erst auf den Wall, dann in den Wald Bis Mitte/Ende April wird der Sportshop Treffpunkt sein, zum Laufen geht’s dann beispielsweise auch auf die Wälle. Mohn: „Danach laufen wir im Wald, entweder am Tierpark oder am Hotel Waldesrand." Anfang Juli verlagert sich das Training wieder in die Stadt. „Schließlich wird der Halbmarathon auch auf Asphalt gelaufen", so Mohn. Doch jetzt stehen im Sportshop erst einmal Stabilisations- und Koordinationsübungen an. Die Sportnovizen machen noch längst nicht alles richtig, doch sie sind mit Spaß und Feuereifer dabei. Dann geht’s auf den Wall, der gleich um die Ecke liegt. Hier wird zum Einstand das „Lauf-ABC" gelehrt. „Dabei geht es beispielsweise um das richtige Rückwärtslaufen", sagt Uwe Mohn. Später werden die Neu-Läufer je nach Fitnessstand in Gruppen eingeteilt. „Und dann laufen wir bis Lemgo", sagt Uwe Mohn und lacht. Das ist natürlich ein Scherz. Zufall oder nicht: Von Herford bis Lemgo sind es ziemlich genau 21 Kilometer.

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