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Tatort: Die Bahnunterführung zur Engerstraße. Hier wurde der Streitschlichter schwer verletzt. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Tatort: Die Bahnunterführung zur Engerstraße. Hier wurde der Streitschlichter schwer verletzt. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Streitschlichter-Fall: Polizei ermittelt gegen Freunde des Schlägers

Den Jugendlichen wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen

Jobst Lüdeking
03.03.2018 | Stand 02.03.2018, 18:03 Uhr

Herford. Die Polizei hat Ermittlungen gegen die Freundin und den Begleiter des 17-jährigen Täters eingeleitet, der vor knapp zwei Wochen einen 43-jährigen Herforder niederschlug, trat und schwer verletzte. „Sie werden als Beschuldigte geführt. Gegen sie wird wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt", bestätigte Polizeisprecher Steven Haydon auf Anfrage der NW. Das Opfer hatte am 19. Februar versucht, den 17-Jährigen und dessen Freundin, die sich unter der Bahnhofunterführung stritten, zu trennen. Er hatte sich zwischen die beiden gestellt. Der Radfahrer, der eine Lähmung hat und sich nicht wehren konnte, wurde dann von dem 17-Jährigen angegriffen und niedergeschlagen. Darüber hinaus trat der Täter gegen den Kopf des 43-Jährigen, der dabei insbesondere am Auge verletzt wurde. Begleiter kümmerten sich nicht um das Opfer Anschließend ging das Trio weiter, ohne dass sich die Freundin und der Begleiter um das am Boden liegende Opfer kümmerten – das übernahmen Helfer, die auch die Polizei alarmierten. Der Mann musste aufgrund der Augenverletzungen in ein Bielefelder Krankenhaus gebracht werden. Die Polizeibeamten konnten das Trio dann kurze Zeit später fassen. Gegen den polizeibekannten 17-Jährigen wurde einen Tag später Haftbefehl wegen schwerer Körperverletzung erlassen. Er sitzt in Untersuchungshaft. Opfer erhält eine Auszeichnung 
durch den Landrat Das Opfer konnte inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Der Streitschlichter soll durch Landrat Jürgen Müller für sein Engagement ausgezeichnet werden, so Polizeisprecher Steven Haydon. Ein Termin für die Ehrung steht noch nicht fest. Der Übergriff am Bahnhof war einer der gravierendesten der letzten Zeit. In Bahnhofsnähe und in der Innenstadt hatte es in den vergangenen Wochen mehrere Übergriffe gegeben – vor allem Jugendliche zeichnen dafür verantwortlich. Deshalb setzt die Polizei Zivilstreifen ein und hat ihre Präsenz erhöht.

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