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Im Keller: Schornsteinfeger-Azubi Philipp Sarcevic und sein Meister Michael Avramopoulos (r.) bei der Abluftprüfung einer Heizungsanlage, was eine von vielen Aufgaben in diesem Beruf ist. - © Peter Steinert
Im Keller: Schornsteinfeger-Azubi Philipp Sarcevic und sein Meister Michael Avramopoulos (r.) bei der Abluftprüfung einer Heizungsanlage, was eine von vielen Aufgaben in diesem Beruf ist. | © Peter Steinert

Kreis Herford Wie der Beruf des Schornsteinfegers bekannter werden soll

Informationszentrum BiZ: Agentur für Arbeit Herford möchte bestimmte Berufe bekannter machen

Peter Steinert
02.03.2018 | Stand 02.03.2018, 12:02 Uhr

Kreis Herford. Der Schornsteinfeger - er kommt einmal im Jahr, kehrt den Schornstein und dann ist er wieder verschwunden. Die dreckige und monotone Arbeit eines Glücksbringers? "Der Beruf des Schornsteinfegers ist vielseitig und geht weit über das Kehren hinaus", sagen Michael Avramopoulos und sein Auszubildender Philipp Sarcevic beim Besuch im Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit Herford. Genau hier hatte Michael Avramopoulos Berufsweg begonnen. "Aufgrund eines Orientierungstests und meinen Aussagen wurde mir damals der Schornsteinfegerberuf empfohlen - daran hatte ich vorher gar nicht gedacht. Diesen Rat habe ich angenommen - und es bis heute nicht bereut", erinnerte sich der heute 47-Jährige, der sich im Jahr 2011 selbstständig machte. Agentur-Leiterin Frauke Schwietert: "Seine Geschichte zeigt, dass es typischen Ausbildungsberufe gibt, die jedem auf Anhieb einfallen: Büro- oder Bankkaufmann, Arzthelfer und Arzthelferin. Es gibt aber über 350 Ausbildungsberufe in Deutschland, und der Großteil davon sind Berufe, auf die man einfach nicht sofort oder von selbst kommt, wenn man sich mit dem Thema der beruflichen Zukunft befasst." »Das Kehren macht nur ein Drittel der Tätigkeit aus« Zudem gebe es die Vorbehalte bei Berufsgruppen - wie auch beim Schornsteinfeger, der eben nicht nur kehrt. In der Realität mache das nur ein Drittel der Tätigkeit aus. Prüfungen von Heizungsanlagen oder die sogenannte "Feuerstättenschau" gehörten ebenfalls zum Aufgabenfeld. Michael Avramopoulos: "Ich habe mich auf die Energie- und Fördermittelberatung spezialisiert." Sein Auszubildender im dritten Lehrjahr habe die Berufswahl bislang nicht bereut. "Ich habe mich damals für den Beruf entschieden, weil mir das selbstständige Arbeiten und der Umgang mit verschiedenen Menschen Spaß macht. Wenn ich zurück blicke, bin ich mir sicher: Ich würde diese Entscheidung jederzeit wieder treffen", sagte Philipp Sarcevic. "Der Beruf muss, genau wie viele andere der über 350 Ausbildungsberufe, bekannter gemacht werden. Gerade hier setzen wir mit unserem BiZ und unserer Berufsberatung an. Wir wollen die Sicht weiten", sagte Frauke Schwietert. »Ich bin mit einem guten Hauptschüler zufrieden« Derzeit sucht Avramopoulos erneut einen motivierten Auszubildenden. Bislang ohne Erfolg. "Eigentlich ist ein Realschulabschluss das, was ein Bewerber haben sollte. Ich bin aber auch mit einem guten Hauptschüler zufrieden, wenn er gute Leistungen in Mathematik, Chemie und Physik vorweist. Aber diese Fächer müssen einfach sein, weil sie im theoretischen Teil der Ausbildung sowie in der Praxis eine große Rolle spielen", so der Schornsteinfegermeister. Sein jetziger Auszubildender genießt zwar die Vielfalt, hat sich aber längst mit dem Kerngeschäft angefreundet: "Ich kehre gerne."

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