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Zuwachs im Ensemble: Die Dogge "der Don" und das Findel-Katzenbaby schauen das Sandmännchen im TV. Eigentlich wurde das Kätzchen entführt, um an den Blauen Diamanten oder die Millionen aus dem Verkauf zu kommen. Ob sich der Don erweichen lässt? - © Ralf Bittner
Zuwachs im Ensemble: Die Dogge "der Don" und das Findel-Katzenbaby schauen das Sandmännchen im TV. Eigentlich wurde das Kätzchen entführt, um an den Blauen Diamanten oder die Millionen aus dem Verkauf zu kommen. Ob sich der Don erweichen lässt? | © Ralf Bittner

Herford Das Herforder Publikum liebt die Berliner Stadtmusikanten

Das Puppentheaterstück spinnt die Geschichte Katz, Kuh, Wolf und Spatz

Ralf Bittner
11.02.2018 | Stand 11.02.2018, 20:36 Uhr

Herford. "Am Ende fahren wir nach Berlin, aber da wir noch nicht fahren, ist das wohl nicht nicht das Ende", stellt Frau Katze am Ende des Stücks "Vier Millionäre - Die Berliner Stadtmusikanten III" fröhlich fest. Frau Katz, Frau Kuh, Herr Wolf und Herr Spatz sind den rund 250 Zuschauern schon aus den Episoden I und II bekannt, besonders die mal demente, im richtigen Moment aber auch schlaue Katze und ihr genervtes "Sag mal geht's noch?" hat reichlich Fans im Saal. Gezeigt wurden in dieser Woche alle drei Teile im Saal, ein Experiment. "Die Gastspiele mit den Teilen eins und zwei hatten wir im kleinen Rahmen mit den Sitzplätzen auf der Bühne präsentiert, in diesem Jahr versuchen wir es im großen Saal", sagte Theaterleiter Karl-Heinz Rohlf: "Mittwoch zeigten wir Teil eins, Donnerstag Teil 2 und Freitag Teil 3. Um allen Zuschauern gute Sicht auf das Geschehen auf der Bühne zu bieten, haben wir die äußeren Plätze nicht belegt." Immerhin 200 Zuschauer hatten am Mittwoch den ersten Teil gesehen, etwas weniger den zweiten. Der Versuch, alle drei Teile an drei aufeinander folgenden Abenden zu zeigen hat funktioniert. Und auch, was sich auf der Bühne tut, funktioniert im großen Saal und auf der großen Bühne. Die liebevoll gestalteten Puppen strotzen geradezu vor Individualität, Charisma und Präsenz. Berliner Schnauze und sehr menschliche Macken sorgen imm wieder für Lacher im Publikum. Liebevoll geführt werden sie von den Puppenspielern Regina und Ralf Wagner vom Berliner Theater Zitadelle, die in den Rollen als räuberische Altenpfleger auch als Schauspieler in die Handlung eingreifen. Diese knüpft nahtlos an die ersten Teile an. Ähnlich wie die Vorbilder im Grimm?schen Märchen wollten Kuh, Katze, Wolf und Spatz dem strengen Regime des schlecht gelaunten Pflegepersonals im Altenheim entkommen und in Berlin als Stadtmusikanten auf die Pauke hauen. Das klappte nicht, und so saß das Quartett im zweiten Teil immer noch im Altenheim "Zum Sonnenschein" fest, wurde in einen Jahrhundertraub verstrickt, und mit dem Fuchs tauchte ein listiger Gegenspieler auf. Immerhin - am Ende landete ein Blauer Diamant von unschätzbarem Wert in den Händen des Quartetts. Dass Geld das Leben zwar erträglicher machen kann, aber noch lange kein Garant für ein glückliches Leben sein muss, lernen die "vier Millionäre" in der dritten Episode. Denn nicht nur die räuberischen Krankenpfleger Eugen und Gisela sind noch immer auf der Suche nach dem Blauen Diamanten, auch die tierische Unterwelt schaltet sich ein, neben dem Fuchs auch der "stille Don", eine Dogge. Ein Findel-Katzenbaby sorgt für zusätzlichen Wirbel. Plötzlich reißen sich Wolf, Kuh und Katze darum, wer die kleine wickeln und ins Bett bringen darf. Schließlich wird die Kleine entführt, um den Diamanten oder - sollte er verkauft sein - die 41 Millionen, die er wert sein soll, zu erpressen. Doch dem Don geht es wie den vier bekannten Helden und den Zuschauern. Er verfällt dem Zauber des Kätzchens. Plötzlich erinnert er sich an sein Herz und daran, dass er Verräter wie den Fuchs noch nie ausstehen konnte und an seine Kontakte, die bis in die Polizeispitze reichen. So landen die diebischen Pfleger im Kittchen und der Fuchs im Kofferraum ihres Fluchtvolvos. Und als am Ende das Kätzchen sein erstes "Sag mal, geht's noch?" piepst, ist allen Zuschauern klar, dass dieses Märchen noch nicht zu Ende ist.

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