Darf?s noch ein Stückchen Kuchen sein? Die Betriebsleiterin des HudL-Cafés, Birgit Dohte, macht den Caritas-Damen ein unwiderstehliches Angebot. Die Angebote im Haus gelten aber nicht nur für ältere Semester. Im Haus unter den Linden sind alle Generationen willkommen. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Darf?s noch ein Stückchen Kuchen sein? Die Betriebsleiterin des HudL-Cafés, Birgit Dohte, macht den Caritas-Damen ein unwiderstehliches Angebot. Die Angebote im Haus gelten aber nicht nur für ältere Semester. Im Haus unter den Linden sind alle Generationen willkommen. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Café im Bürgerzentrum Haus unter den Linden präsentiert sich moderner

Im April soll die Zusammenarbeit der Integrationsbetriebe Schweicheln mit der Stadt Herford gefeiert werden. Das Café bietet Arbeit für Menschen, die es in der freien Wirtschaft schwer haben

Herford. Das HudL-Café im Bürgerzentrum Haus unter den Linden hat ein moderneres und lebendigeres Erscheinungsbild bekommen. Die Ev. Integrationsbetriebe Schweicheln gGmbH im Diakonieverbund Schweicheln als Betreiber hat dafür eine Agentur ins Boot geholt, die ein neues Logo und einen Werbe-Flyer entworfen hat. Die Botschaft lautet: "Das andere Café - Integration leben". Es wurde auch an der Fassade Richtung Wall und am Panoramafenster in Richtung der kleinen Renntorwallstraße angebracht. Darüber hinaus hat das Café einen moderneren Anstrich erhalten. "Wir haben festgestellt, dass es noch immer viele Leute gibt, die nicht wissen, dass es im HudL ein öffentlich zugängliches Café gibt", sagen die Betriebsleiterin Birgit Dohte, der Geschäftsführer der Integrationsbetriebe Wolfgang Willich und der Leiter des städtischen Bürgerzentrums HudL, Hartmut Giebel. Giebel ist froh, dass sich inzwischen immerhin herumgesprochen hat, dass die Zielgruppe des 1977 eröffneten HudL anders als früher nicht mehr nur Senioren sind. Das Café wurde ursprünglich von der Stadt selber betrieben und im Jahr 2013 an den Diakonieverbund Schweicheln ausgegliedert. Diese Kooperation, die die Stadt Geld kostet, wurde 2017 nach langem Tauziehen zunächst bis 2020 verlängert. Am Wochenende 21. und 22. April soll die fünfjährige Kooperation gefeiert werden. Das Café verfolgt zwar wirtschaftliche Ziele, bietet aber dauerhaft auch Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen. Betriebsleiterin Birgit Dohte hat eine Vollzeitkraft und einen Aushilfs-Koch sowie drei Integrationskräfte an ihrer Seite. Die Belastbarkeit dieser Integrationskräfte ist sehr unterschiedlich und unterliegt oft einer Tagesform. Auf dem ersten Arbeitsmarkt, so erklärt Willich, hätten sie geringe Chancen. Die Stadt trägt ein Defizit des Cafés bis maximal 40.000 Euro im Jahr. Ein noch größeres Minus müsste der Diakonieverbund verkraften. Doch Wolfgang Willich und Birgit Dohte wollen im Gegenteil unter Einhaltung der Tarife in allen Arbeitsverträgen wenn auch keinen Gewinn, so doch eine "schwarze Null" erwirtschaften. Erreichen wollen sie das, indem sie ihr Angebot in Café, Geburtstagszimmer und Clubraum im Erdgeschoss sowie der Kegelbahn im Keller mit Frühstück und Mittagstisch bekannter machen. "Bucht jemand andere Räume im Bürgerzentrum bis hin zum Saal unter dem Dach für Tagungen und private Feiern mit bis zu 100 Personen, übernimmt das HudL-Café auch die Bewirtung", sagt Hartmut Giebel. "Dass das Café ein Integrationsbetrieb ist, hat für viele einen besonderen Charme", weiß der HudL-Chef. Manchem Gast muss Birgit Dohte auch die Struktur des Cafés erklären. Denn die Integrationskräfte sind nicht offensichtlich behindert, sondern oft einsilbig und wenig gesprächsoffen. "Anerkennung und Wertschätzung tut ihnen aber gut und dann sind meine Mitarbeiter trotz Handycap auch stabil", sagt Dohte.

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