Herford Lars Uhlen bewahrt einzigartiges Mausoleum vor dem Verfall bewahrt

In (hoffentlich ferner) Zukunft soll es als letzte Ruhestätte für Uhlens Familie und Bekannte dienen

Thomas Hagen

Herford. Die Punkband "Die Toten Hosen" hat es in Düsseldorf vorgemacht - Lars Uhlen und sein Sohn Matthias haben ohne das zu ahnen eine Variante für Herford geschaffen: Eine gemeinsame Gruft für all die Menschen, mit denen man sich im Leben gern umgeben hat. "Es geht mir darum, bewusster und intensiver zu leben, indem einem die eigene Endlichkeit stets im Blick ist. Es ist für mich ein schöner Grundgedanke, wenn ich mich dann im Tod im Kreise derjenigen weiß, die mir im Leben wichtig waren", beschreibt Uhlen seine Beweggründe dafür, ein dem Verfall preisgegebenes und unter Denkmalschutz stehendes Mausoleum von 1898 zu retten. Uhlen, gelernter Krankenpfleger und heute Chef eines der größten Pflegeunternehmen, wuchs im Umfeld des Friedhofs Hermannstraße auf, überquerte ihn häufig und hatte stets ein besonders Interesse an dem Bauwerk. "Es tat mir weh, zu sehen, wie es langsam vergammelte", erinnert er sich. So hatte jemand die Tür aufgebrochen und dort gehaust, wo 1949 die letzte Beisetzung erfolgt war. Orte der Kultur und der Begegnung "Die Stadt hat großen Anteil daran. Außerdem finde ich die ganze Diskussion um Schließung von Kapellen und Flächen auf den Friedhöfen der Stadt unsäglich", sagt Uhlen. Für ihn sind Friedhöfe Orte der Kultur und der Begegnung. "Hier redet man miteinander. Das soll auch im Fall des Mausoleums so sein." Der Bonitas-Gründer hat vor zwei Jahren Herfords einziges Mausoleum, ehemaliges Erbbegräbnis des Regierungsrates Schrewe, auf dem Friedhof Hermannstraße gekauft und es mit Sinn fürs Detail für einen sechsstelligen Betrag herrichten lassen. Von außen erinnert der quadratische Baukörper in Stil und Mauerwerk an den Bismarckturm. Über dem Eingang hat Uhlen die Grabplatte entfernen lassen und durch eine Sandsteinplatte mit der Inschrift "Freunde - gekommen um zu bleiben" ersetzt. "Ich weiß, dass viele Menschen in meinem Umfeld den Platz für ihre Urne geregelt haben möchten. Deshalb gibt es auch zahlreiche Interessenten, die im Mausoleum bestattet werden möchten", sagt Uhlen. Begrenzter Zugang Er betont jedoch, dass dieses Projekt keine kommerzielle Veranstaltung ist: "Der Zugang ist klar begrenzt." Schon vom Platz her ist die Zahl der Fächer eingeschränkt: 36 Urnen können abgestellt werden. Die Regale sind fertig, ebenso die Böden und das Treppengeländer. Und einen neuen Anstrich gab es auch. Von außen deutlich sichtbar ist nun die Dachkuppel aus Metall montiert worden. Sie ersetzt das Holzprovisorium. In die Kuppel werden grüne, geschwungene Gläser eingesetzt. Sie lassen Tageslicht herein, das durch buntes Glas in den Innenraum fällt. Der soll von permanent scheinenden, nicht rußenden Öllampen erhellt werden. In deren Schein sollen sich alle künftigen "Bewohner" regelmäßig treffen.

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