Mit Wasser gegen den Staub: Während der Bagger Kalksandsteine wegreißt, steht ein Mitarbeiter des Abbruchunternehmens mit einem Schlauch an der Seite und besprüht die Gebäudereste. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Mit Wasser gegen den Staub: Während der Bagger Kalksandsteine wegreißt, steht ein Mitarbeiter des Abbruchunternehmens mit einem Schlauch an der Seite und besprüht die Gebäudereste. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Bagger frisst sich durch Höckerstraße 5

Abriss geht weiter: Ende November sollen die drei benachbarten Häuser verschwunden sein. Reste des alten Wittekind-Kinos abgerissen

Jobst Lüdeking

Herford. Die Höckerstraße am Mittag: Ein Bagger mit Greifwerkzeug steht auf Trümmern des Hauses Nummer 5 und frisst sich durch Wände und Dachstuhl des Gebäudes. Der Abriss des alten Wohn- und Geschäftshauses mit Eingang zum einstigen Wittekindkino, das über Jahre die Stadtverwaltung, den früheren Eigentümer, die Kommunalpolitik, Denkmalschützer und schließlich sogar das nordrhein-westfälische Bauministerium beschäftigte, hat begonnen. In Kürze soll auch das letzte der drei benachbarten Gebäude fallen. „Bis Ende November sollen die Arbeiten abgeschlossen sein", erklärte gestern ein Mitarbeiter des Abbruchunternehmens. Die Bestandteile wie Holz, Metall und Steine werden voneinander getrennt und dann entsorgt. Die Steine etwa werden gebrochen und können später als Recyclingmaterial wiederverwendet werden. Untergrund gilt als problematisch Wie berichtet, hatte das Düsseldorfer Ministerium den Denkmalschutz für das Haus aufgehoben, der aus Sicht des früheren Eigentümers aber auch von Investoren eine Entwicklung des Standorts behindert hatte. So war es als Gebäude aus der Spätrenaissance eingestuft worden. Es habe 1770 einen barocken Umbau erhalten – diese Denkmalwürdigkeit war hingegen immer wieder angezweifelt worden. Sicher ist aber, dass in dem Gebäudekomplex das älteste Kino Ostwestfalens seinen Platz fand. Große Teile davon wurden aber bereits Jahre zuvor abgerissen. Schließlich gab es aus Düsseldorf grünes Licht für den Abriss das Hauses. Das neue Gebäude, das das Areal der Häuser 3,5 und 7 einnimmt, soll nach früheren Angaben im Herbst 2018 fertig sein. Weil der Untergrund als problematisch eingestuft wird, soll das neue Gebäude auf spezielle Pfähle gesetzt werden, die erschütterungsfrei ins Erdreich eingebracht werden.

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