Herford Ehemalige Schülerin des FGH zeigt Porträts im Rathaus

Bei der Ausstellung "Back to the Roots" (Zurück zu den Wurzeln) zeigt die Künstlerin vier Herforder Gesichter

Ralf Bittner

Herford. "Mich interessiert die Vielfalt des menschlichen Ausdrucks", sagt die in Köln lebende Künstlerin Britta Seona Sommer, die ab heute im Rathaus 16 Bilder mit Porträts zeigt: "In den Gesichtern stecken ganz viele Geschichten, und man kann sogar Rückschlüsse auf die soziale oder kulturelle Herkunft ziehen." "Vier Bilder habe ich eigens für diese Ausstellung angefertigt", sagt sie. Und diese vier Bilder zeigen Menschen, die wie Sommer mehr oder weniger eng mit Herford verbunden sind. Auf einem zwinkert verschmitzt Walter Rausch dem Betrachter entgegen. "Walter Rausch war einer meiner Lehrer auf dem Friedrichs-Gymnasium", sagt Sommer, die 1988 dort ihr Abitur machte. Anke Schröder-Geschwinder, Christina Eichhorn und Andreas Klocke erklärten sich auch dazu bereit als Modelle zur Verfügung zu stehen. Nicht alle wohnen heute noch in Herford, Eichhorn etwa in München, hat aber noch familiäre Kontakte in die Werrestadt. Klocke wohnt zwar in Bielefeld, war aber zwei, drei Jahre unter Sommer ebenfalls auf dem FGH. Nach der Schule arbeitete Sommer zunächst für drei Monate bei den Ausgrabungen im Rathausbereich am Münsterkirchplatz mit. "Ein damals entstandenes Foto von mir war auf dem Flyer zum 100. Rathausgeburtstag", sagt sie. Im Anschluss daran absolvierte sie ein Soziales Jahr in Bethel, studierte Deutsch als Fremdsprache und arbeitete in den USA, in Mexiko und nach ihrer Rückkehr nach Deutschland in Köln zunächst in diesem Feld. "Zur Kunst und Malerei kam ich leider erst sehr spät", sagt sie. Seit Sommer sich die erste Leinwand und die ersten Pinsel kaufte, ließ sie die Leidenschaft für die Malerei allerdings nicht mehr los. Modelle findet sie auch auf Facebook Sie malt und zeichnet in Öl, mit Bleistift, Kohle und Pastell, besucht Workshops, tauscht sich mit anderen Künstlern aus. Anfangs entstanden Landschaften oder Straßenszenen nach Fotografien, recht bald konzentrierte sie sich jedoch auf das Thema Porträt. Sie ist ständig auf der Suche nach Modellen und weiß aus Erfahrung, dass viele Menschen anfangs zurückhaltend reagieren. Ihre Modelle findet sie über Bekannte oder über Facebook, andere Arbeiten entstehen als Auftragsarbeiten. "Ich male fotorealistisch mit einer Vorliebe für das Hyperrealistische", beschreibt sie ihre Arbeiten. Den Begriff Porträt fasst sie eher weit. Es kann auch mal eine Rückenansicht sein, oder eine Abbildung zweier Jungen in einer relativ großen Wasserfläche: "Das ist dann fast schon auf der Grenze zur Landschaftsmalerei." Im Zentrum steht immer ganz die dargestellte Figur. Die detailgetreue Abbildung weist jedoch über die Person hinaus, zeigt die Vielfalt menschlichen Ausdrucks, Lebensweisen oder Stimmungen. Auch wenn sie sich für ihre Ausstellung "Back to the Roots" (Zurück zu den Wurzeln) vier Herforder Gesichter gesucht hat, geht es ihr in ihren Arbeiten nicht nur um die konkreten Personen, sondern um das Menschsein in all seinen Facetten an sich. Sie möchte bei allen Unterschieden ermutigen, sich auf vielfältige Begegnungen einzulassen und dabei das Verbindende zu suchen und zu erkennen. Das macht die Bilder auch spannend für Menschen, die nicht nur Bekannte oder Bekanntes darin suchen möchten. Eröffnet wird die Ausstellung heute um 17 Uhr.

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