Kundgebung: Das Okay-Zeichen (l.) ist wohl nur ein Spaß für die Fotografin. Tatsächlich liegt im Offenen Ganztag einiges im Argen. Das wollen Erwachsene und Kinder mit ihren Plakaten und Wäscheleinen voller selbst gemalter T-Shirts eigentlich deutlich machen. - © Corina Lass
Kundgebung: Das Okay-Zeichen (l.) ist wohl nur ein Spaß für die Fotografin. Tatsächlich liegt im Offenen Ganztag einiges im Argen. Das wollen Erwachsene und Kinder mit ihren Plakaten und Wäscheleinen voller selbst gemalter T-Shirts eigentlich deutlich machen. | © Corina Lass

Kreis Herford Kundgebung für höhere Qualität bei der Betreuung im Ganztag

OGS: Eltern, Erzieher, Kinder und Lehrer bei Kundgebung auf Münsterkirchplatz

Kreis Herford. Eine höhere Qualität und einheitliche Standards: Das ist – auf eine Kurzformel gebracht – die Forderung, mit der die Offenen Ganztagsschulen (OGS) in diesen Wochen landesweit Kundgebungen veranstalten. Rund 250 Eltern, Erzieher, Kinder, Lehrer, Schulleiter und Politiker kamen Freitag zur kreisweit zentralen Veranstaltung auf dem Münsterkirchplatz in Herford. Organisiert worden war die Veranstaltung von Vertretern der OGS-Trägerkonferenz, darunter dem Bereichsleiter der Evangelischen Jugendhilfe Schweicheln, Bertram Schwade, und Koordinatorin Doris Rickert von der Arbeiterwohlfahrt. Die beiden hatten auch die heimischen Landespolitiker eingeladen – Angela Lück, Christian Dahm, Stephen Paul –, die dann aber am Morgen stattdessen Termine im Landtag hatten. Mit dabei hatten die OGS-Vertreter jede Menge T-Shirts, die sie auf Leinen gezogen hatten. Auf den Shirts spiegelten sich Lebenswirklichkeit der Kinder, die Wünsche der Erwachsenen für den Offenen Ganztag und die OGS-Forderungen wider. Los ging die Kundgebung zwischen Wäscheleinen mit einer Hymne: „Eine gute OGS darf keine Glückssache sein", hieß es darin. Aktuell sind Qualität und Finanzierung der OGS nach Ansicht von Rickert, Schwade und wohl auch allen anderen Anwesenden aber Glückssache. Vier Forderungen stellen die OGS-Vertreter deshalb. Sie wollen die Bildungschancen durch die verbindliche Festlegung von Standards verbessern. Bislang sei nicht einmal eine Ausbildung für die Betreuung der Kinder im Offenen Ganztag erforderlich, sagte Schwade. Das sei nicht in Ordnung. Hinzu kommt, dass landesweit die Finanzierung der OGS nicht einheitlich geregelt ist: Rickert zufolge gibt es in mindestens einer NRW-Kommune einen pauschalen Grundbetrag von 1.487 Euro im Jahr je Kind, damit sei aber noch nicht die Ferienbetreuung abgesichert. Überlegungen zur tatsächlich erforderlichen Höhe kämen auf 3.075,18 Euro. „Es darf keine Glückssache sein, welcher Stadt die Kinder aufwachsen", so Schwade. Verlässliche gesetzliche Regelungen fordern die Trägervertreter auch für die Rahmenbedingungen, zum Beispiel zur Raumgröße. Für Tiere gebe es so etwas, sagte Schwade. Christiane Jahn sprach von 38 Quadratmetern, die ihre Einrichtung in Bünde-Dünne für 25 Kinder habe. OGS habe für sie und ihre Kolleginnen eine andere Bedeutung, sagte die Leiterin des Offenen Ganztags an der Grundschule: Es stehe für Ober-Geiles Sparsystem. Mehr Spielzeug, mehr Material, mehr Betreuungsstunden: So fasste Timo Mathuse, der Leiter der Offenen Ganztagsschule in Südlengerheide ist, zusammen, was ihm in seiner Einrichtung fehlt. Die Kinder machten das bildlich auf ihren T-Shirts deutlich: Sie hätten gerne ein Baumhaus oder Rollerblades, eine Rutsche, eine Hängematte.

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