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Veränderter Gehrenberg: Viele Geschäfte, die bei der Premiere des Hoeker-Festes noch da waren, sind verschwunden. - © Foto: Kiel-Steinkamp
Veränderter Gehrenberg: Viele Geschäfte, die bei der Premiere des Hoeker-Festes noch da waren, sind verschwunden. | © Foto: Kiel-Steinkamp

Herford Auflösung Mittwochrätsel: Es lag eine große Euphorie in der Luft

Auflösung Mittwochrätsel: Das Foto entstand am Gehrenberg auf dem ersten Hoeker-Fest 1973. Damals dauerte die Stadtfete noch eine ganze Woche. Ab heute wird die Stadt das Ereignis zum 44. Mal feiern

Thomas Hagen
28.06.2017 | Stand 28.06.2017, 16:02 Uhr

Herford. Das Rätselfoto vom vergangenen Mittwoch zeigte zwei Bilder von der Eröffnung des ersten Hoeker-Festes im Jahre 1973, also vor 44 Jahren. Gunter Jach hat im Fest-Programm von damals nachgelesen, dass der Jugendchor Sundern am Montag, 6. August, zwischen 17 und 18 Uhr im Gehrenberg aufgetreten ist. Sängerinnen und Sänger im Alter zwischen 12 und 24 Jahren gaben unter Leitung von Wolfgang Dorre "moderne Schlager" zum Besten. Heike Erdmann erinnert sich: "Das gesuchte Fest ist das Hoeker-Fest, es fand 1973 erstmals statt und dauerte damals noch zehn Tage. Rechts im Bild ist die Kinowerbung des Filmstudio zu sehen. In diesem Sommer lief hier der Film "Ist was Doc" mit Barbara Streisand. Ich habe hier meinen ersten Kinofilm als Sechsjährige in einer Sonntagsmatinee gesehen. Unter dem Filmstudio lagen die Filialen von Eduscho und Nordsee." "Später habe ich gehört, wie schön die Hoeker-Feste gefeiert wurden" Joachim Mroß weiß: "Es handelt sich um das erste Hoeke-Fest im Jahre 1973, welches durch Heinz Schön begründet wurde.Viele der abgebildeten Geschäfte gibt es heute schon nicht mehr. Auch das Kino "Filmstudio" indem zum Zeitpunkt des Festes der Film "Is was Doc"gezeigt wurde." Christel Großmann schreibt: "Als die Fotos der heutigen Ausgabe aufgenommen wurden wohnte ich nicht in Herford. An die Geschäfte Arko, Hutgeschäft Backhaus, Juwelier Haneke, Die Kaffeebohne, Nordsee und das Filmstudio sowie gegenüber Bekleidungsgeschäft Modissa, alle im Gehrenberg gelegen, kann ich mich noch gut erinnern. Später, als ich wieder zurück nach Herford gezogen bin, habe ich von Freunden und Bekannten gehört, wie schön die Hoeker-Feste gefeiert und das Tanzbein geschwungen wurde!" In Detlev Piekenbrocks Erinnerung ist die Zeit noch lebendig: "Aber natürlich doch das Hoeker-Fest, der Knaller des Jahres, der genau am Neustartstag wieder entzündet wird. An die Szene auf dem Bild kann ich mich bestens erinnern, denn damals hatte ich mein Büro direkt neben der Nordsee, wo ich mir oft einen gesunden Fisch genehmigte. Und den herrlichen Film " Is was Doc" habe ich mir auch gegönnt." Ein Insel-Gast, der auf dem Hoeker-Fest strandete Gegenüber war Modissa aus dem Hause Kox, erinnert sich Piekenbrock. "Arko war auch da, auf einem besseren Platz! Und daneben gab es Hüte! Und die Kaffeebohne fehlt mir auch! Alles weg! Traurig, traurig. Aber dafür gibt es jetzt die beste Pizza von Herford aus dem Ofen ,Argentiero', geknetet von dem netten Ago! Also Leute, hin zum Hoeker-Fest! Nutzt die Chance!" Rita Frentrup weiß: "Es ist das 1973 von Heinz Schön ins Leben gerufene Hoeker-Fest. Zu besagtem Fest hatte mein Mann unseren Freund Bernie von der Insel Juist eingeladen. Auf dem Alten Markt wurde dem Herforder Bier reichlich zugesprochen und Freund Bernie verspürte ein ,menschliches' Bedürfnis. Also wurde ihm der Weg zum öffentlichen WC, Richtung Münsterkirche, erklärt. Von dort aber fand er nicht zum Alten Markt zurück, sondern er landete auf dem Neuen Markt." "Dort waren auch Buden und Bühnen aufgebaut und es war auch eine Kirche in Sichtweite", schreibt Rita Frentrup, "nur mein Mann war nicht dort, also hat Freund Bernie jemanden gefragt und den Platz beschrieben, wo er wieder hin wollte, gelandet ist er auf dem Gänsemarkt, auch dort eine Kirche in Blickweite, aber auch falsch." Das offizielle Festprogramm zum 1. Hoeker-Fest 1973 gefunden Rita Frentrup weiter: "Darauf hin hat er einem Taxifahrer gesagt, er möchte bitte zu Barber (Spitzname meines Mannes) gebracht werden. ,Ja, ja, kein Problem, den kenne ich', sagte der Taxifahrer und so wurde Freund Bernie wohlbehalten an der Engerstraße abgeliefert, aber er hatte nie wieder den Wunsch das Hoeker-Fest zu besuchen. Herford mit seinen Plätzen und Kirchen war ihm zu unübersichtlich, Juist ist überschaubarer." Klaus-Dieter Stork schreibt: "Wie auf den Fotos zu sehen ist, platzte der Gehrenberg aus allen Nähten. Die Geschäfte gibt es größtenteils nicht mehr. Modissa (Kox) war danach Wöhrl und ist jetzt H & M. Im Erdgeschoss des Kinos "Filmstudio" war das Fischgeschäft "Nordsee", und das Kaffeegeschäft Eduscho, welche leider auch nicht mehr existieren." Helmut Altenhöner erinnert sich : "Tatsächlich fand ich in meinen Unterlagen das ,offizielle Festprogramm zum 1. Hoeker-Fest 73' in Form einer Sonderbeilage der NW. Das Stadtfest wurde vom 4. bis 12. August 1973 als Blumen-, Musik-, Gesangs- und Tanzfest gefeiert und war als Fest der Bürger für Bürger deklariert. Davon zeugen die 50 Einzelveranstaltungen mit mehr als 50 Kapellen, Musikgruppen, Chören, Volkstanzgruppen und Vereinigungen. Das Radewiger Schützenfest am ersten Hoeker-Fest Wochenende und das Stadtschützenfest am zweiten wurden mit eingebunden." Nur wenige Wochen nach dem Fest eröffnete der Kaufhof Weiter schreibt Altenhöner: "Anhand des Programms konnte ich ermitteln, dass das Rätselfoto das Chorsingen des Jugendchores Sundern am Montag, 6. August, um 17 Uhr im Gehrenberg zeigt. Ich erinnere mich, dass ich jeden Tag zum Fest in die Stadt ging; erste Biere wurden getrunken und bis spät nachts durch die Straßen gestreift. Es lag eine Aufbruchstimmung in der Luft. Der Verkehrsverein hoffte, dass sich aus diesem ersten Versuch eines Stadtfestes, ein traditionelles Fest der Herforder Bürger entwickeln würde. Dies ist ja nun schon 44 Jahre lang gelungen." Andreas Braun schreibt über das Traditionsfest: "Im August 1973 lag eine wahnsinnige Euphorie in der Luft, da nur wenige Wochen später der Kaufhof eröffnete. Weiter vorne im Gehrenberg vor dem ehemaligen Heinrich Hill Supermarkt war eine Ochsenbraterei aufgebaut. Damals dauerte das Hoeker-Fest noch eine Woche. Auf dem ersten Foto ist auf der Ecke die Kaffeebohne, links daneben das Uhrengeschäft Harneke, ein Reformhaus, das Hutgeschäft Backhaus und Arko zu erkennen."

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