Heimatverbunden: Gunter Gabriel auf dem Alten Markt in Herford, wo er sich zuletzt gerne mit Freunden im Hotel „Waldesrand" traf. Eben dort stürzte er vor zwei Wochen auf einer Treppe. An den daraus resultierenden Verletzungen starb jetzt der Sänger - © Heinz-Günther Scheffer
Heimatverbunden: Gunter Gabriel auf dem Alten Markt in Herford, wo er sich zuletzt gerne mit Freunden im Hotel „Waldesrand" traf. Eben dort stürzte er vor zwei Wochen auf einer Treppe. An den daraus resultierenden Verletzungen starb jetzt der Sänger | © Heinz-Günther Scheffer

Herford Gunter Gabriel stürzte im Hotel Waldesrand in Herford

Sänger wird 75 Jahre: Beliebter Barde erlag seinen Verletzungen nach einem Treppensturz in Herford. 
Bis zuletzt blieb er seiner ostwestfälischen Heimat verbunden

Peter Steinert

Herford. Tragisches Unglück im Hotel „Waldesrand": Nachdem der Sänger Gunter Gabriel dort mit Freunden am 10. Juni ausgerechnet in seinen 75. Geburtstag hineingefeiert hatte, stürzte er beim Rückweg auf sein Zimmer auf einer Treppe und verletzte sich schwer. Zwei Wochen nach dem Treppensturz in dem Herforder Hotel ist Gunter Gabriel nun in einem Hannoveraner Krankenhaus gestorben. Bei allen Höhen und Tiefen war der bundesweit bekannte Barde seiner ostwestfälischen Heimat treu geblieben. Besuche in seiner Geburtsstadt Bünde waren ihm ebenso selbstverständlich, wie seine regelmäßigen Stippvisiten in Herford, wo er eine stattliche Anzahl guter Freunde zu schätzen wusste. Mit ihnen feierte er auch am Abend vor seinem 75. Geburtstag. Laut Mitteilung seines Managements war Gabriel auf dem Weg zu einem Konzert gewesen, das an seinem Geburtstag, dem 11. Juni, stattfinden sollte. Einen Tag zuvor hatte er den Zwischenstopp in Herford eingelegt. Kurz nach Mitternacht wollte er auf sein Zimmer. Dazu musste er eine steinerne Wendeltreppe hinuntergehen. Dabei strauchelte er, schlug sich den Kopf an und ging trotz blutender Wunde schlafen. Ein Notarzt brachte ihn ins Herforder Klinikum Am nächsten Morgen war nach Auskunft seines Managements klar, dass er sich ernsthaft verletzt haben musste. Ein Notarzt brachte ihn ins Klinikum Herford, wo ein dreifacher Bruch des Halswirbels festgestellt wurde. Am Folgetag verlegten die Ärzte Gabriel in die Uni-Klinik Hannover, wo der vierfache Vater nach der dritten Operation ein Kreisverlaufversagen erlitt und gestern verstarb. Früher war Gabriel gern gesehener Gast in den damals angesagten Clubs Herfords, wie die „Olle Uhse" oder das „Tambourin". Zuletzt ließ er es sich bei Besuchen im Hotel „Waldesrand" gut gehen, wo er von Wirt Manfred Stranghöner bedient wurde und mit Gleichgesinnten in Erinnerungen an vergangene Zeiten schwelgte. Einer der Freunde war der Herforder Hi-Fi-Händler Wolfgang Ueckermann, der vor gut einem Jahr in seinem Schaufenster an der Goebenstraße Gabriels Utensilien wie Schuhe, Hose, Jacke und T-Shirt ausstellte, die dieser vom RTL-Dschungelcamp mitgebracht hatte. Die Dschungelcamp-Sachen bei Ueckermann auf den Tisch gelegt „Als einziger Teilnehmer durfte Gunter seine Sachen aus dem Camp behalten. Die hat er bei uns auf den Verkaufstresen gelegt, ungewaschen wie sie waren", sagte Ueckermann der NW, nachdem sich Gunter Gabriel von „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!" und dem australischen Busch verabschiedet hatte. Ein weiterer langjähriger Freund ist der bekannte Herforder Kommunalpolitiker Heinz-Günther Scheffer. Er erinnert sich: „2004 hatte ich auf dem Flugplatz in Oerlinghausen die Idee, einen ’Herford Song’ zu kreieren. Die Umsetzung gelang damals in kurzer Zeit mit Norbert Görder (Text und Gesang) und Carlo Dewe von der Rockakademie Herford. Als wir den Song mit Gunter eingesungen hatten, lag nichts näher als ihn nach Herford einzuladen, um den Song offiziell zu präsentieren." Bei dieser Gelegenheit sollten der Sänger und der damalige Herforder Bürgermeister unter dem Motto „Gabriel meets Gabriel" aufeinandertreffen. Aber statt des Stadtoberhaupts Thomas Gabriel erschien lediglich dessen Vertreter Manfred Schürkamp. Zuletzt war es ruhiger um den Schlagerstar geworden „Mit Günther Sauder zusammen habe ich dann noch einen schönen Abstecher mit Gunter zum Bismarckturm unternommen, wo wir den ’Herford Song’ auch noch einmal haben über Herford erschallen lassen", sagt Heinz-Günther Scheffer, der auch den nächsten offiziellen Auftritt auf dem „Hoekerfest 2004" miterlebte und wo Gunter Gabriel den „Herford Song" mit Eickumer Grundschülern schmetterte. Zuletzt war es ruhiger um Gunter Gabriel geworden. Schon im „Dschungelcamp" zwang ein Zusammenbruch zum vorzeitigen Ausstieg. Um kurz danach Wolfgang Ueckermann eine Nachricht zu schreiben: „Erstaunlicherweise geht es mir wieder besser." Was für den Herforder Hi-Fi Spezialisten nicht sonderlich überraschend war: „Der Gunter war halt ein Stehaufmännchen."

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