Naafi-Gelände an der Waltgeristraße: Neben dem Aldi will Rossmann einen Drogeriemarkt errichten. - © Frank-Michael Kiel-Steinkamp
Naafi-Gelände an der Waltgeristraße: Neben dem Aldi will Rossmann einen Drogeriemarkt errichten. | © Frank-Michael Kiel-Steinkamp

Herford Warum Rossmanns Pläne stocken

Waltgeri-/Ecke Rostocker Straße: Unternehmen will Drogeriemarkt auf der Fläche des ehemaligen Naafi-Shops eröffnen. Die Baupolitiker befürchten jedoch, dass es dadurch Kaufkraft aus der Innenstadt abzieht

Herford. Die Drogeriemarkt-Kette Rossmann will sich mit einem Markt neben dem Aldi an der Waltgeristraße, Ecke Rostocker Straße ansiedeln. Die Bauverwaltung stellte den Politikern im Bau- und Umweltausschuss den Vorentwurf des Bebauungsplans vor. Das Gremium hatte jedoch große Bedenken und noch Beratungsbedarf. Bei dem Gelände handelt es sich um die frühere britische Fläche, auf der auch das Gebäude des ehemaligen Naafi-Shops steht. Das Plangebiet reicht von der Rostocker Straße bis zur – in Fahrtrichtung Eimterstraße – zur nächsten Stichstraße, ist 1,2 Hektar groß und von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) im Bieterverfahren zum Kauf angeboten worden. Im hinteren Teil der Fläche plant die Stadt, die Wohnbebauung der Rostocker Straße fortzusetzen. Der vordere Teil soll eingeschränktes Gewerbegebiet bleiben. Damit würde die maximal mögliche Verkaufsfläche bei 800 Quadratmetern liegen. Die Fläche grenzt im Osten an das Nahversorgungszentrum Mindener Straße an, das eines von vier Nahversorgungszentren in Herford ist. Die Verwaltung kann sich deshalb dort auch einen Drogeriemarkt als Ergänzung zum bestehenden Nahversorgungsangebot vorstellen. „Wir sehen das kritisch", sagte jedoch Herbert Even für die Fraktion der Grünen. Rossmann biete zentrumsrelevante Waren an, so dass Kaufkraft aus der Innenstadt abgezogen würde. „Das brauchen wir eigentlich nicht." Die Lektüre des Einzelhandelskonzeptes habe die Bedenken seiner Fraktion da auch nicht zerstreuen können, sagte er. Für die CDU sprach sich Ralf Grebe gegen einen Drogeriemarkt aus: „Auch wir sind der Meinung, dass das dem Einzelhandelskonzept widerspricht", sagte er. Die Entscheidung hat Auswirkungen für die anderen Standorte Udo Freyberg (SPD) stellte daraufhin die Frage in den Raum, ob die Stadt die Ansiedlung überhaupt verhindern kann. Verhindern ließe sich der Markt mit einer Veränderungssperre, sagte Maike Wöhler, Stadtplanerin in der Bauverwaltung. Die Verwaltung würde dafür einen Gutachter beauftragen. „Das ist nicht mal so eben erledigt." Wöhler verwies noch auf ein Verträglichkeitsgutachten der Drogeriemarkt-Kette. Sie argumentierte auch damit, dass nach Auffassung der Verwaltung eine Drogerie in ein Nahversorgungszentrum gehört. Die Leute würden ihr Waschpulver nicht in der Innenstadt kaufen, sagte sie. Grund für die Bedenken der Politiker: „Wir sprechen über einen Standort, diskutieren die anderen aber mit", sagte Baudezernent Peter Böhm. Ließen die Politiker einen Drogeriemarkt in einem Nahersorgungszentrum zu, dann müsse das auch für die anderen Zentren gelten. Herbert Even rechnete vor, dass sich die Flächen summieren – auf bis zu 3.200 Quadratmeter. Das wäre dann sicherlich zentrumsrelevant. Dem widersprachen Vertreter von Rossmann: Sie rechneten mit 10.000 bis 15.000 Einwohnern je Markt, sagten sie. Der Ausschuss folgte schließlich dem Vorschlag des Vorsitzenden Werner Seeger (CDU), das Thema noch einmal in den Fraktionen zu beraten. Es soll im September erneut auf die Tagesordnung. Wahrscheinlich werde das den Eigentümerwechsel wesentlich beeinflussen, hatte der Planer zuvor gesagt. Das Gremium quittierte das teilweise mit Achselzucken. Es gibt aber auch die Bedenken, dass sich eine Verzögerung negativ auf die weiteren Verhandlungen mit der BIMA über andere Konversionsflächen auswirken könnte. Wie mehrfach berichtet, will die Stadt Flächen auf dem Stiftberg erwerben.

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