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Ermittler haben nach der Tat Spuren gesichert. - © Christian Mathiesen
Ermittler haben nach der Tat Spuren gesichert. | © Christian Mathiesen

Herford Messerstecherei in Herford soll ein Racheakt gewesen sein

Auslöser soll unter anderem der Versuch Außenstehender gewesen sein, einen 17-Jährigen für den Drogenhandel zu rekrutieren

Thomas Hagen
29.03.2017 | Stand 30.03.2017, 13:58 Uhr |

Herford. Nach der gewalttätigen Auseinandersetzung vor dem Herforder Marktkauf am Deichkamp, an dessen Ende zwei verletzte 17-Jährige auf dem Boden lagen, hat die NW weitere Informationen erhalten. Auslöser der Prügelei mit anschließendem Messereinsatz soll ein Angriff von vier Jugendlichen auf einen einzelnen jungen Mann gewesen sein, der am Sonntag stattgefunden hat. Demnach sollen die Jugendlichen im Alter zwischen 17 und 19 Jahren aneinander geraten sein. Die Situation sei dann am Dienstag eskaliert. Wie die Neue Westfälische aus dem Umfeld der jesidischen Familie erfuhr, soll es es bei dem zur Messerstecherei eskalierten Streit angeblich im Wesentlichen um Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Familienverbandes Y. und am Rande auch ums Thema Drogenhandel gegangen sein. Angeblich wollten Teile der Familie den später aggressiv gewordenen Jugendlichen vom Einstieg ins Drogenmilieu abhalten. Denn drei Brüder im Alter zwischen 23 und 26 Jahren der Großfamilie Y. waren erst im Dezember vom Landgericht Bielefeld zu längeren Haftstrafen verurteilt worden. Polizei sicherte Krankenhäuser ab Beide Verletzten wurden am Nachmittag nahe eines Einkaufszentrums aufgefunden und in eine Klinik gebracht. Einer von den beiden hat nach Polizeiangaben schwere Verletzungen im Brustbereich. Lebensgefahr habe nicht bestanden. Zu einem möglichen Verwandtschaftsverhältnis der Männer wollte die Polizei nichts sagen. Wegen Tumulten nach dem Streit vor einer Polizeiwache und zwei Krankenhäusern war nach Angabe einer Sprecherin auch die Bielefelder Polizei vor Ort, um Beamte zu unterstützen. Fünf Jugendliche und junge Erwachsene seien vorläufig in der Nähe des Tatortes festgenommen worden, aber später wieder entlassen worden. Operation nach Stich in Brustbereich Ein Beteiligter hatte beim Streit einen Stich in die Seite und einen in den Brustbereich erhalten und war dann in einem der beiden Krankenhäuser in einer rund dreistündigen Operation behandelt worden. Das zweite Opfer war durch einen Messerstich verletzt worden. Nachdem die Lage am Dienstagabend recht unübersichtlich war und ein großes Polizeiaufgebot zum Schutz der Opfer und der Sicherung der Krankenhäuser aufgeboten worden war, hatte sich die Situation nach Auskunft der Kliniken am Mittwoch merklich entspannt. Die Verletzten sind auf dem Weg der Besserung.

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